Frankfurt, den 19. Juni 2008
Fraport mit der Axt im Wald
Flughafenbetreiber bereitet Zerstörung des Kelsterbacher Waldes für den Bau der vierten Landebahn vor
Ab kommendem Samstag darf Fraport mit vorbereitenden Maßnahmen im
Kelsterbacher Wald für den Bau einer vierten Landebahn am Frankfurter
Flughafen beginnen. Das hat das Darmstädter Regierungspräsidium Anfang der
Woche erlaubt. ROBIN WOOD lehnt den Flughafenausbau ab, weil er den
Klimakiller Flugverkehr fördert und den Kelsterbacher Wald zerstört. Die
unabhängigen UmweltaktivistInnen, die seit dem 28. Mai aus Protest gegen
den Bau der Landbahn Bäume im Kelsterbacher Wald besetzt halten, wollen
ihre Aktion fortsetzen und freuen sich über weiteren Zulauf.
Bereits am Dienstag dieser Woche haben die BaumbesetzerInnen
Waldarbeiter in einem Waldstück gesehen, das direkt an den noch der
Stadt Kelsterbach gehörenden Wald angrenzt. Die Arbeiter durchsuchten das
Gelände nach Munition aus dem Zweiten Weltkrieg, entasteten Bäume in
Bodennähe, vermaßen und markierten das Gelände. Diese Arbeiten will
Fraport ab Samstag in das Waldgebiet ausdehnen, das noch der Stadt
Kelsterbach gehört, für das Fraport aber eine sofortige Besitzeinweisung
erwirkt hat.
Der Zeitplan der Fraport sieht vor, die Vermessung und Untersuchung des
Baugrundes sowie die Kampfmittelsondierung noch im August abzuschließen.
Die besonders sensiblen Eingriffe in die Tier- und Pflanzenwelt des Waldes
will Fraport ebenfalls bis Ende August vornehmen, um dann roden zu können.
Ob diese irreversible Schädigung des Waldes dann tatsächlich geschehen
darf, wird vor Gericht entschieden, weil die Umweltorganisation BUND
dagegen klagt.
Die BaumbesetzerInnen sind in jedem Fall wachsam. Es ist wichtig, dass
sich jetzt viele Menschen dauerhaft hier im Wald aufhalten, um ihn zu
bewachen und ihn so gut es geht zu schützen, sagt ROBIN WOOD-Aktivist
Christian Grodotzki, der sich an der Baumbesetzung beteiligt. Polizei und
Stadt dulden die Baumbesetzung. Am Fuße der Bäume ist eine Mahnwache
angemeldet.
Fraport will noch in diesem Jahr 250 Hektar Mischwald nahe Kelsterbach
roden, um dort eine vierte Landebahn zu bauen. Dabei handelt es sich
vorwiegend um Bannwald und ein Schutzgebiet nach der
Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie. Die neue Landebahn will Fraport spätestens
im Winter 2011 in Betrieb nehmen und damit die Kapazität von bisher
500.000 auf mindestens 700.000 Flugbewegungen jährlich steigern.
Termine im Kelsterbacher Wald
- Sonntag, 22. Juni ab 14:30 Uhr Kuchenstand der Bürgerinitiativen am
Waldhäuschen. Ortsbeschreibung unter http://www.flughafen-bi.de, Stichwort
"Monatlicher Treffpunkt im Kelsterbacher Wald: der Wider-Stand
- Samstag, 28. Juni, 19:00 Uhr, Vortrag vom Vorsitzenden der IG zur Bekämpfung des
Fluglärms: Von der Startbahn 18 West zur Airport-City Frankfurt.
Anschließend Diskussion und Öko-Wein
- Sonntag, 29. Juni, Sternfahrt aus
der Rhein-Main-Region zu den UmweltaktivistInnen im Kelsterbacher Wald
Kontakt:
Monika Lege, Verkehrsreferentin, Tel. 040 / 380 892-12, verkehr@robinwood.de
Ute Bertrand, Pressesprecherin, Tel. 040 / 380 892-22, presse@robinwood.de
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Kontakt zur Baumbesetzung über Waldtelefon: 0175 / 83 35 958;
Infos zur Waldbesetzung: http://waldbesetzung.blogsport.de/
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Hintergrund-Infos zum Flughafenausbau:
http://www.robinwood.de/flughafenausbau.pdf