Frankfurt, den 30. Mai 2008
Waldschutz statt Flughafenausbau
ROBIN WOOD: Waldbesetzung gegen den Ausbau des Frankfurter Flughafens stärkt den Widerstand gegen Klimakiller Flugverkehr
Seit Mittwoch dieser Woche halten mehrere unabhängige
UmweltaktivistInnen Bäume im Kelsterbacher Bannwald besetzt, den Fraport
für den Bau einer neuen Landebahn roden will. ROBIN WOOD hält
diesen Protest für notwendig, weil die Politik bislang versagt hat, den
extrem klimaschädlichen Flugverkehr einzudämmen.
Deutschland sonnt sich gerade darin, internationaler Meister beim
Schutz von Wäldern und Klima zu sein, weil die Bundesregierung bis 2012
500 Millionen Euro zusätzlich für den internationalen Waldschutz zur
Verfügung stellen wird. Ein Umsteuern im eigenen Land aber ist nicht in
Sicht. Allein am Frankfurter Flughafen sollen sieben Milliarden für den
Aus- und Umbau des Flughafens und die Zerstörung des Waldes fehlinvestiert
werden, kritisiert Monika Lege, Verkehrsreferentin bei ROBIN WOOD.
Fraport will noch in diesem Jahr 250 Hektar Mischwald roden, um dort eine
vierte Landebahn zu bauen. Dabei handelt es sich vorwiegend um Bannwald
und ein Schutzgebiet nach der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie. Die neue
Landebahn will Fraport spätestens im Winter 2011 in Betrieb nehmen.
Dadurch sollen die Passagierzahlen bis 2020 auf jährlich 90 Millionen
Menschen von derzeit 54 Millionen ansteigen.
Allein die Passagiermaschinen, die zurzeit von Frankfurt aus zu
Internkontinentalflügen starten, verursachen eine Erwärmungswirkung von 86
Millionen Tonnen Kohlendioxid. Das sind 36 Millionen Tonnen mehr als der
gesamte Kohlendioxidausstoß der Schweiz. Die Kontinental- und Frachtflüge
ab Frankfurt sowie steigende Kapazitäten nach dem Ausbau sind dabei noch
gar nicht mitgerechnet. Die Klimaschutzziele der Bundesregierung sind so
nicht zu erreichen.
Bislang gehört der Wald, der für die Landebahn fallen soll, noch der Stadt
Kelsterbach, die sich gegen den Bau der Landebahn ausgesprochen hat. Seit
dem 19. Mai verhandelt Fraport über eine vorzeitige Besitzeinweisung.
Damit soll die Stadt Kelsterbach zum Verkauf gezwungen werden. Fraport
könnte dann sofort im Wald tätig werden und Fakten schaffen, obwohl noch
Klagen gegen den Planfeststellungsbeschluss laufen.
Die BaumbesetzerInnen haben bereits etliche Solidaritätsbekundungen von
örtlichen Bürgerinitiativen und Umweltverbänden bekommen. Die Stadt
Kelsterbach will die Aktion bis einschließlich Sonntag dulden. Die
BaumbesetzerInnen freuen sich gerade angesichts einer drohenden Räumung
über zahlreiche UnterstützerInnen vor Ort.
ROBIN WOOD-AktivistInnen hatten zuletzt Anfang November 2007 bei einem
Klettertraining im Kelsterbacher Wald über den Flughafenausbau informiert.
Kontakt:
Monika Lege, Verkehrsreferentin, Tel. 040 / 380 892-12, verkehr@robinwood.de
Ute Bertrand, Pressesprecherin, Tel. 040 / 380 892-22, presse@robinwood.de
Eine gute Gelegenheit, die UmweltschützerInnen zu unterstützen, bietet
sich am kommenden Sonntag. Treffpunkt ist um 14:30 Uhr beim Kuchenstand"
am Waldhäuschen. Ortsbeschreibung unter http://www.flughafen-bi.de,
Stichwort "Monatlicher Treffpunkt im Kelsterbacher Wald"
Informationen im Internet:
Ein Hintergrundpapier Wald statt Kohlendioxidschleuder!" finden Sie unter:
http://www.robinwood.de/flughafenausbau.pdf
Baumbesetzung im Kelsterbacher Wald, Video, ca. 8 min, youtube