Hamburg, den 15.11.2007
Ole killt Klima
Hamburger Senat will Klimakiller-Kraftwerk Moorburg vorab genehmigen
AktivistInnen der Umweltorganisation ROBIN WOOD haben heute Mittag
zwischen Laternenpfählen auf dem Vorplatz des Hamburger Rathauses ein
großes Banner mit der Aufschrift "Klimakiller Vattenfall - Nein zum
Kohlekraftwerk Moorburg" aufgespannt. Damit demonstrieren sie gegen die
Entscheidung des Hamburger Senats, den Bau des Klimakiller-Kraftwerks
Moorburg - trotz massiver BürgerInnen-Proteste und einer laufenden
Volkspetition - noch in dieser Woche vorab zu genehmigen.
Der Hamburger Senat und der Stromkonzern Vattenfall hatten gestern
Nachmittag mitgeteilt, sie hätten sich über die Bedingungen für eine
vorzeitige Baugenehmigung geeinigt. Demnach soll das 1.650
Megawatt-Steinkohlekraftwerk gegenüber bisherigen Plänen eine etwas
erhöhte Wärmeerzeugung bekommen. Zudem soll sichergestellt werden, dass
die Elbe durch die Einleitung des Kühlwassers aus dem Kraftwerk um nicht
mehr als drei Grad aufgeheizt wird.
"Bürgermeister Ole von Beust und Vattenfall haben sich auf die modernste
Methode zur Fortsetzung der Klimakatastrophe geeinigt", kommentiert Dirk
Seifert, Energiereferent von ROBIN WOOD. "Auch energiepolitisch ist die
Entscheidung fatal, denn sie behindert den Wettbewerb auf dem Strommarkt
und stärkt den ohnehin marktbeherrschenden Konzern Vattenfall."
Um die Kritiker des Projektes einzulullen, versprechen Senat und
Vattenfall, eine Technik zur Abtrennung der klimaschädlichen
CO2-Emissionen zu bauen - sofern sie denn eines Tages verfügbar sein
sollte. Bereits absehbar ist, dass die CO2-Abscheidung den Wirkungsgrad
der Kraftwerke deutlich verschlechtern und damit die
Ressourcenverschwendung fortsetzen wird. Außerdem sind die Probleme mit
der dann erforderlichen Endlagerung der gigantischen Mengen von CO2 bis
heute nicht geklärt.
Gegenüber der Öffentlichkeit betonen Senat und Vattenfall, dass Moorburg
einen "neuen Weg beim Klimaschutz" darstelle und das Kraftwerk mit
"moderner Umweltschutztechnik" ausgestattet sein werde.
"Senat und Vattenfall geben sich alle Mühe, die Dinge schön zu reden. Fakt
aber bleibt, dass die zusätzlichen Emissionen durch das Kraftwerk Moorburg
das Klima erheblich belasten werden. Fast zwei Milliarden Euro werden beim
Bau der Anlage fehlinvestiert. Modern und zukunftsweisend wäre es, dieses
Kapital in erneuerbare Energien und kleine dezentrale Anlagen mit
Kraft-Wärme-Kopplung zu investieren", stellt Dirk Seifert fest.
Kontakt und weitere Informationen:
Florian Kubitz, ROBIN WOOD Hamburg, Tel. 0160 / 963 47 227
Dirk Seifert, Energiereferent, Tel. 040-380 892-21, energie@robinwood.de
Ute Bertrand, Pressesprecherin, Tel. 040-380 892-22, presse@robinwood.de
ROBIN WOOD ruft alle StromkundInnen auf: Kündigen Sie Ihren Stromvertrag
und wechseln Sie zu einem Ökostromanbieter. Mehr zum Ökostromwechsel
unter: www.robinwood.de/energie
Mehr zu Moorburg unter: www.kohle-killt-klima.de