Hamburg, den 5. Juli 2007
Vattenfall - Meister im Täuschen und Vertuschen
ROBIN WOOD-AktivistInnen fordern Stilllegung der AKWs Krümmel und Brunsbüttel
Vor dem Vattenfall-Kundenzentrum in der Osterstraße in
Hamburg-Eimsbüttel haben heute AktivistInnen von ROBIN WOOD und dem
Bündnis "AKW Brunsbüttel stilllegen" gegen die verantwortungslose
Informationspolitik des Atomkonzerns Vattenfall und für die sofortige
Abschaltung der AKWs Krümmel und Brunsbüttel demonstriert. Sie spannten ein
Banner mit der Aufschrift "AKW Brunsbüttel stilllegen jetzt!", verteilten
Flugblätter und forderten PassantInnen auf, zu einem Ökostromanbieter zu
wechseln. In der vergangenen Woche war es in beiden AKWs zu Störfällen und
daraufhin zu Notabschaltungen gekommen.
Seitdem übt sich Vattenfall in Verschweigen und Vertuschen. So hat der
Konzern die Öffentlichkeit tagelang nicht darüber informiert, dass es
nicht nur am AKW Krümmel, sondern auch am Meiler in Brunsbüttel gebrannt
hat und dort ein Steuerstab während der Schnellabschaltung des Reaktors
nicht ordnungsgemäß reagiert hat. Im AKW Krümmel hatte in Folge der
Notabschaltung eine der für die Kühlung des Atomkerns erforderlichen
Reaktorspeisewasserpumpen nicht reagiert, es kam zu einem fehlerhaften
Öffnen von Entlastungsventilen. Der Wasserstand im Reaktordruckbehälter,
dem Herzstück der Atomanlage, fiel rapide ab. Erst das Hinzuschalten
weiterer Ersatzpumpen stoppte den Wasserverlust im Reaktor.
"Derart gravierende Störungen im Rahmen der Notabschaltung sind dem
Betreiber aufgrund zahlreicher Messeinrichtungen sofort bekannt. Dass
Vattenfall noch tagelang nach dem Transformator-Brand behauptete, es habe
keine Auswirkungen auf den Reaktor gegeben, ist eine bewusst fehlerhafte
Darstellung des Atomkonzerns", so Dirk Seifert, Energiereferent von ROBIN
WOOD. "Dieses Vorgehen hat Methode und war auch nach den Vorfällen im AKW
Forsmark und bei der schweren Wasserstoffexplosion in Brunsbüttel nicht
besser. Das Fass ist jetzt endgültig voll. Vattenfall muss die
Betriebsgenehmigung für die AKWs entzogen werden."
In der Kritik steht auch das Verhalten der Kieler Atomaufsicht. Sollte die
Behörde von Vattenfall korrekt informiert worden sein, so stellt sich die
Frage, warum sie ihrerseits die Öffentlichkeit erst so spät über das
Versagen von Sicherheitseinrichtungen informiert hat. Sollte Vattenfall
die Aufsichtsbehörde nicht umgehend über die sicherheitstechnisch
relevanten Auswirkungen in Folge der Notabschaltungen informiert haben,
erwartet ROBIN WOOD, dass Kiel nun rasch ein Verfahren zum Entzug der
Betriebsgenehmigung anstrengt.
Für Jan Becker vom Bündnis "AKW Brunsbüttel stilllegen jetzt!" ist klar:
"Vattenfall hat jedes Vertrauen verspielt. Gerade gegenüber den Menschen
in der Elbmarsch, die aufgrund der Leukämiefälle ohnehin in besonderer
Angst vor dem AKW leben, war das Zurückhalten von Informationen nach dem
Brand unverantwortlich. Wir fordern erneut, die AKWs Brunsbüttel und
Krümmel für immer stillzulegen."
Kontakt:
Dirk Seifert, ROBIN WOOD-Energiereferent, Tel. 040 / 380 892 21, energie@robinwood.de
Jan Becker, Bündnis "AKW Brunsbüttel stilllegen", info@akw-brunsbuettel-stilllegen.de
Ute Bertrand, ROBIN WOOD Pressesprecherin, Tel. 040 / 380 892 22, presse@robinwood.de