Pressemitteilung

Pressemitteilung   Bundesgeschäftsstelle
Langemarckstr. 210
28199 Bremen

Tel.: 0421 / 598 28 8
Fax.: 0421 / 598 28 72

Pressestelle
Nernstweg 32
22765 Hamburg

Tel.: 040 / 380 892 0
Fax.: 040 / 380 892 14

Pressemitteilung  

Hamburg, den 5. Juli 2007

Vattenfall - Meister im Täuschen und Vertuschen

ROBIN WOOD-AktivistInnen fordern Stilllegung der AKWs Krümmel und Brunsbüttel

Vor dem Vattenfall-Kundenzentrum in der Osterstraße in Hamburg-Eimsbüttel haben heute AktivistInnen von ROBIN WOOD und dem Bündnis "AKW Brunsbüttel stilllegen" gegen die verantwortungslose Informationspolitik des Atomkonzerns Vattenfall und für die sofortige Abschaltung der AKWs Krümmel und Brunsbüttel demonstriert. Sie spannten ein Banner mit der Aufschrift "AKW Brunsbüttel stilllegen jetzt!", verteilten Flugblätter und forderten PassantInnen auf, zu einem Ökostromanbieter zu wechseln. In der vergangenen Woche war es in beiden AKWs zu Störfällen und daraufhin zu Notabschaltungen gekommen.

Seitdem übt sich Vattenfall in Verschweigen und Vertuschen. So hat der Konzern die Öffentlichkeit tagelang nicht darüber informiert, dass es nicht nur am AKW Krümmel, sondern auch am Meiler in Brunsbüttel gebrannt hat und dort ein Steuerstab während der Schnellabschaltung des Reaktors nicht ordnungsgemäß reagiert hat. Im AKW Krümmel hatte in Folge der Notabschaltung eine der für die Kühlung des Atomkerns erforderlichen Reaktorspeisewasserpumpen nicht reagiert, es kam zu einem fehlerhaften Öffnen von Entlastungsventilen. Der Wasserstand im Reaktordruckbehälter, dem Herzstück der Atomanlage, fiel rapide ab. Erst das Hinzuschalten weiterer Ersatzpumpen stoppte den Wasserverlust im Reaktor.

"Derart gravierende Störungen im Rahmen der Notabschaltung sind dem Betreiber aufgrund zahlreicher Messeinrichtungen sofort bekannt. Dass Vattenfall noch tagelang nach dem Transformator-Brand behauptete, es habe keine Auswirkungen auf den Reaktor gegeben, ist eine bewusst fehlerhafte Darstellung des Atomkonzerns", so Dirk Seifert, Energiereferent von ROBIN WOOD. "Dieses Vorgehen hat Methode und war auch nach den Vorfällen im AKW Forsmark und bei der schweren Wasserstoffexplosion in Brunsbüttel nicht besser. Das Fass ist jetzt endgültig voll. Vattenfall muss die Betriebsgenehmigung für die AKWs entzogen werden."

In der Kritik steht auch das Verhalten der Kieler Atomaufsicht. Sollte die Behörde von Vattenfall korrekt informiert worden sein, so stellt sich die Frage, warum sie ihrerseits die Öffentlichkeit erst so spät über das Versagen von Sicherheitseinrichtungen informiert hat. Sollte Vattenfall die Aufsichtsbehörde nicht umgehend über die sicherheitstechnisch relevanten Auswirkungen in Folge der Notabschaltungen informiert haben, erwartet ROBIN WOOD, dass Kiel nun rasch ein Verfahren zum Entzug der Betriebsgenehmigung anstrengt.

Für Jan Becker vom Bündnis "AKW Brunsbüttel stilllegen jetzt!" ist klar: "Vattenfall hat jedes Vertrauen verspielt. Gerade gegenüber den Menschen in der Elbmarsch, die aufgrund der Leukämiefälle ohnehin in besonderer Angst vor dem AKW leben, war das Zurückhalten von Informationen nach dem Brand unverantwortlich. Wir fordern erneut, die AKWs Brunsbüttel und Krümmel für immer stillzulegen."


Kontakt:
Dirk Seifert, ROBIN WOOD-Energiereferent, Tel. 040 / 380 892 21, energie@robinwood.de
Jan Becker, Bündnis "AKW Brunsbüttel stilllegen", info@akw-brunsbuettel-stilllegen.de
Ute Bertrand, ROBIN WOOD Pressesprecherin, Tel. 040 / 380 892 22, presse@robinwood.de


 

Pressemitteilung

©ROBIN WOOD      - home -