15. Juni 2007
Strafzettel für Spritfresser
ROBIN WOOD macht mit beim Aktionstag "Mobil ohne Auto"
ROBIN WOOD wird sich am kommenden Sonntag mit Aktionen in Köln und
Hamburg am bundesweiten Aktionstag "Mobil ohne Auto" beteiligen. In Köln
werden die FahrerInnen besonders klimaschädlicher Geländewagen einen
"Strafzettel" des "Amts für notwendige Verkehrserziehung" unter der
Windschutzscheibe vorfinden. Das Amt gibt ihnen darin wichtige Denkanstöße
zum hohen Kohlendioxid-Ausstoß und zur besonderen Gefährlichkeit ihrer
Karossen. In Hamburg werden ROBIN WOOD-AktivistInnen bei einer
Fahrradsternfahrt mitmachen, zu der mehrere Zehntausend RadlerInnen
erwartet werden. Mit dieser großen Demonstration unter dem Motto "Mehr
Fahrräder -- weniger Autos -- Klima retten!" demonstrieren die RadlerInnen
gegen die klimaschädliche, autofixierte Verkehrspolitik.
Der Verkehr verursacht laut Umweltbundesamt rund 20 Prozent der in
Deutschland emittierten Treibhausgase. Der Löwenanteil davon stammt aus
den Auspuffrohren der Autos. Eine Trendwende ist bislang nicht in Sicht --
im Gegenteil. Der Verkehr ist die einzige Emissionsquelle, die heute mehr
Treibhausgase ausstößt als 1990, dem Basisjahr der Weltklimakonferenzen.
Verbindliche Reduktionsziele für den Verkehrssektor gibt es nicht.
Um gesetzliche Regelungen für mehr Klimaschutz im Verkehr zu verhindern,
ging der Verband der europäischen Autoindustrie ACEA eine freiwillige
Selbstverpflichtung ein. Demnach soll ein europäischer Neuwagen ab
kommendem Jahr im Schnitt maximal sechs Liter Benzin bzw. rund fünf Liter
Diesel auf 100 Kilometern verbrauchen. Doch die deutschen Autobauer werden
grandios an dieser selbst gesetzten Marke scheitern. In Deutschland
hergestellte Wagen schluckten im vergangenen Jahr noch immer im Schnitt
mehr als sieben Liter Benzin bzw. sechseinhalb Liter Diesel auf 100
Kilometer.
Spitzenreiter sind große und schwere Geländewagen. So kommt ein Porsche
Cayenne innerorts auf einen Verbrauch von über 22 Litern, durchschnittlich
sind es laut Herstellerangaben immer noch 15 Liter. Auch die G-Klasse von
Mercedes säuft -- mit 20 Litern im Stadtverkehr -- soviel wie drei bis
vier sparsamere Autos. Ein VW Touareg frisst innerorts stolze 19 Liter
Super, im Schnitt 13 Liter.
Ein Spritfresser mit 20-Liter-Verbrauch belastet das Klima mit jedem
Kilometer mit 480 Gramm Kohlendioxid. Eigentlich sollten es -- laut
Selbstverpflichtung der Autobauer - maximal 140 Gramm sein. "Wer in der
Stadt Safari spielt und hier mit einem dicken Geländewagen rumheizt, macht
das auf unser aller Kosten. Am besten sollten die Fahrer jeden Tag so
einen Denkzettel verpasst kriegen, damit sie darüber nachdenken, welche
Ressourcenverschwendung sie betreiben", sagt Irmgard Kahl von ROBIN WOOD
in Köln.
ROBIN WOOD fordert anspruchsvolle und verbindliche Grenzwerte für
Neuwagen und eine an der Energieeffizienz orientierte Kfz-Steuer. Als
Konsequenz aus den Erkenntnissen der Klimaforschung ist darüber hinaus
eine grundlegende Wende in der Verkehrspolitik notwendig -- weg von der
Autofixierung hin zu eine klimafreundlichen Verkehrspolitik, die den
öffentlichen Verkehr fördert und die Rechte von FußgängerInnen und
RadfahrerInnen stärkt.
Kontakt:
Monika Lege, Verkehrsreferentin, Tel. 040 / 380 892 12, verkehr@robinwood.de
Ute Bertrand, Pressesprecherin, Tel. 040 / 380 892 22, presse@robinwood.de
Hier finden Sie den "Strafzettel". (pdf, ca. 1 MB)
Infos zur Fahrradsternfahrt in Hamburg gibt es unter:
www.fahrradsternfahrt.info
ROBIN WOOD unterstützt das Bündnis "Mobil ohne Auto". Seit Anfang der
achtziger Jahre findet jeweils im Juni ein bundesweiter Aktionstag statt.
Infos unter: www.mobilohneauto.de