Frankfurt, 30.5.2007
Rhein-Main-Flughafen verursacht jede Woche Millionen Tonnen Treibhausgase
ROBIN WOOD mahnt zur Hauptversammlung der Fraport AG Verantwortung für den Klimaschutz an
ROBIN WOOD fordert von der Fraport AG, die heute in der Jahrhunderthalle
in Frankfurt-Höchst ihre Hauptversammlung abhält, Verantwortung für den
Klimaschutz zu übernehmen und den Ausbau des Frankfurter Flughafens zu
stoppen. Der Fraport-Vorstandsvorsitzende Wilhelm Bender leugnet bislang
hartnäckig die Klimaproblematik und setzt weiter voll auf Wachstum.
Allein die ab Frankfurt/Main startenden Interkontinentalflüge tragen in
nur einer Woche mit der Wirkung von mehr als anderthalb Millionen Tonnen
Kohlendioxid zur Klimaerwärmung bei. Zu den wöchentlich knapp tausend
Interkontinentalflügen kommen noch über 3.500 Passagierflüge mit Zielen
innerhalb Europas und 245 Frachtflüge.
Um die Klimawirkung des Fliegens zu berechnen, kann nicht allein das bei
der Verbrennung von Kerosin entstehende Kohlendioxid zu Grunde gelegt
werden, denn Klima erwärmend wirken auch die dabei emittierten Stickoxide
sowie Partikel aus Wasser, Ruß und Schwefel. Aus diesen bilden sich
Kondensstreifen und Zirruswolken, die ebenfalls die Wärmeabstrahlung der
Erde behindern und so zur Klimaerwärmung beitragen. Darüber hinaus
verstärkt die Höhe, in der Schadstoffe ausgestoßen werden, den
Erwärmungseffekt. In der Stratosphäre, in der Maschinen auf Langstrecken
die meiste Zeit fliegen, haben Stickoxide und Wasserdampf eine besonders
lange Verweildauer. Der UN-Klimaexperten-Rat IPCC (Intergovernmental Panel
of Climate Change) empfiehlt daher, die über den Kerosinverbrauch
errechnete Erwärmungswirkung mit dem Faktor zwei bis vier zu
multiplizieren.
Aufs Jahr hochgerechnet, verursachen allein die Passagiermaschinen, die zu
Fernflügen ab Frankfurt starten, eine Erwärmungswirkung von mehr als 86
Millionen Tonnen Kohlendioxid. Zum Vergleich: Der Nationale
Allokationsplan der Bundesregierung, der festlegt, wieviel Emissionsrechte
der deutschen Industrie insgesamt zustehen, sieht ab 2008 jährlich 465
Millionen Tonnen Kohlendioxid vor. Der Flugverkehr ist bisher vom
Emissionshandel ausgenommen. Würde man den Flugverkehr einbeziehen und die
tatsächliche Klimawirkung zugrunde legen, würden allein die Fernflüge ab
Frankfurt ein Fünftel der gesamten Emissionsrechte aufbrauchen.
Noch im März sagte Fraport-Chef Wilhelm Bender anlässlich der
Bilanzpressekonferenz des Frankfurter Flughafen-Konzerns, die
wirtschaftlichen Folgen einer Deckelung des Flugverkehrs könnten ein
größeres Problem werden als der Klimawandel. "Fraport ignoriert den
Klimawandel und setzt weiter auf Wachstum", sagt Monika Lege,
Verkehrs-Expertin bei ROBIN WOOD. Mit dem Bau einer vierten Start- und
Landebahn soll die jährliche Kapazität des Rhein-Main-Flughafens von
derzeit rund 500.000 auf mehr als 900.000 Flugbewegungen erweitert werden.
"Diese Gigantomanie wird sich auch wirtschaftlich nicht mehr rechnen, wenn
der Flugverkehr endlich für seine Treibhausgase angemessen bezahlt. Der
Ausbau ist ein Projekt ohne Zukunft und muss gestoppt werden", so Lege.
Kontakt:
Monika Lege, Verkehrsreferentin, Tel. 040 / 380 892 12, verkehr@robinwood.de
Ute Bertrand, Pressesprecherin, Tel. 040 / 380 892 22, presse@robinwood.de