Hamburg, 29.3.2007
Ressort: Wirtschaft / Verbraucher
OBI patzt bei Tropenholzmöbeln
ROBIN WOOD fordert Baumarktkette auf, beanstandete Ware sofort aus dem Verkauf zu nehmen
Die Baumarktkette OBI ist mit Tropenholz-Möbeln mit einem ungültigen
FSC-Zertifikat sowie einer Reihe unzertifizierter Gartenmöbel vor allem
aus Teak in die diesjährige Garten-Saison gestartet. Das hat ROBIN WOOD
jetzt bei Markt-Recherchen herausgefunden. ROBIN WOOD hat Anfang dieser
Woche OBI schriftlich auf die Mängel hingewiesen und das Unternehmen
aufgefordert, die beanstandeten Möbel umgehend aus dem Verkauf zu nehmen.
OBI räumte heute in einem Fax an ROBIN WOOD Fehler ein und kündigte
Reaktionen an, die aus Sicht von ROBIN WOOD jedoch bislang unzureichend
sind.
ROBIN WOOD überprüfte die an den Gartenmöbeln befestigten Zertifikate des
FSC (Forest Stewardship Council) und fand heraus, dass die
Gartenmöbelserie "Brasil" ein ungültiges Zertifikat trägt. Genauere
Nachforschungen ergaben, dass der Hersteller der Möbel seit einem Jahr
nicht mehr zertifiziert ist und die an OBI liefernde Großhandelsfirma nie
ein FSC-Zertifikat besaß. Damit wurde gegen ein wesentliches Element der
FSC-Zertifizierung verstoßen. Der FSC verlangt, dass die gesamte
Verarbeitungs- und Handelskette vom Wald bis zum Endverkäufer lückenlos
zertifiziert sein muss.
Weiterhin fand ROBIN WOOD in dem bundesweiten OBI-Angebot zwei
Gartenmöbelgruppen ("Argos" und "Bolivia"), deren Tischplatten bzw.
Armlehnen aus Teak gefertigt sind, für das kein FSC-Zertifikat vorliegt.
Bei weiteren Stichproben in den vier OBI-Märkten im Hamburger Raum
entdeckte ROBIN WOOD weitere Gartenmöbel - vom Deckchair aus Teak bis zum
Fußabtreter aus Itauba - die alle kein FSC-Siegel aufweisen.
Die "Einzelfunde" in den vier Hamburger Märkten wurden laut dem heutigen
Fax von OBI bereits aus dem Verkauf genommen. "Die genannten Märkte hatten
die Produkte eigenständig, ohne detaillierte Prüfung auf FSC und ohne
Beteiligung des OBI Corporate Centers eingekauft", heißt es in dem
Schreiben der OBI-Geschäftsführung. OBI wolle seine Franchisepartner und
Marktleiter über die OBI-internen Regelungen schriftlich informieren, um
solche Vorfälle künftig zu vermeiden.
Schwerer aber wiegt, dass bei den bundesweit angebotenen Möbeln
ebenfalls Zertifikate fehlen. Hier ist OBI angeblich noch in der
"Prüfung", ob ein gültiges Zertifikat vorliege. "Für die Prüfung, ob
eine Möbelserie ein FSC-Zertifikat hat oder nicht, braucht man keine
vier Tage. Das lässt sich in der Regel innerhalb weniger Stunden
klären", so Rudolf Fenner, Waldreferent bei ROBIN WOOD.
Auch die Erklärung von OBI zur Möbelserie "Brasil" ist nicht
überzeugend. Angeblich handele es sich um Lagerware aus der Zeit, als das
Zertifikat noch gültig gewesen sei. Das Zertifikat sei damit in Ordnung.
Rudolf Fenner: "Es ist egal, ob es sich um Lagerware handelt oder nicht,
denn der Lieferant der Möbel ist der gleiche geblieben. Es handelt sich um
den Großhändler Gautzsch. Dieser Lieferant ist nicht zertifiziert. Er darf
deshalb keine Produkte als FSC-zertifizierte Ware vertreiben." ROBIN WOOD
fordert daher weiterhin, die Möbelserie Brasil aus dem Märkten zu nehmen.
Die Baumarktkette OBI gehört mit zu den ersten, die sich selbst
verpflichtetet hatten, Tropenholzmöbel nur noch dann zu verkaufen, wenn
sie mit dem Siegel des FSC ausgezeichnet sind. Der FSC ist das einzige
weltweit gültige Forstwirtschaftszertifikat, das auch soziale und
ökologische Aspekte in seine Bewertung einschließt und wird daher von
zahlreichen Umweltverbänden als Mindeststandard anerkannt.
Für Rückfragen:
Rudolf Fenner, Waldreferat, Tel. 040 / 380 892 11, wald@robinwood.de
Ute Bertrand, Pressesprecherin, Tel. 040 / 380 892 22, presse@robinwood.de