Pressemitteilung des Bündnisses "Bahn für Alle", Frankfurt am Main, 20. Februar 2007
Bahn verkauft Bahnhöfe, die ihr vor 150 Jahren geschenkt wurden
Aufgabe von Gebäuden ist Teil eines Rückzugs der Bahn aus der Fläche
Die Deutsche Bahn AG will ihre Bilanz aufpolieren, indem sie
1.800 Bahnhöfe verkauft, zwei Drittel des Bestands. "Der größte
Teil des Bahngeländes wurde im 18. und frühen 19. Jahrhundert
den damaligen Bahngesellschaften von der öffentlichen Hand
geschenkt, damit sie darauf Schienenverkehr betreiben", erklärte
Winfried Wolf, Mitglied des wissenschaftlichen Beirates von
Attac, einer der elf Organisationen im Bündnis "Bahn für Alle".
Nach eigenem Bekunden betrachtet auch die Deutsche Bahn AG
Bahnhöfe als integralen Bestandteil eines attraktiven
Schienenverkehrs: "Bahnhöfe sind die Visitenkarte von Städten
und Gemeinden. Sie sind aber auch das Eingangstor zum System
Bahn. Damit sind die Bahnhöfe ein wichtiger imagebildender
Faktor für den internationalen Mobilitäts- und
Logistikdienstleister Deutsche Bahn AG", schrieb Wolf-Dieter
Siebert, Vorstandsvorsitzender der DB Station & Service AG, im
Geschäftsbericht für 2005 dieser Gesellschaft.
"Der geplante Bahnhofs-Ausverkauf verstößt krass gegen diesen
selbst proklamierten Grundsatz", kritisierte Winfried Wolf vom
Bündnis "Bahn für Alle". "Wer diese Ziel- und Endpunkte um die
Empfangsgebäude kappt, verschlechtert das gesamte System
Schienenverkehr." Die Bahn verkaufe die Empfangsgebäude dort, wo
sie sich aus dem Verkehrsbetrieb zurückziehe. Die wertvollen
Bahnhöfe in den Zentren großer Städte dagegen behalte die Bahn
in ihrem Eigentum. Das sei bereits ein Vorzeichen der
Privatisierung und der Konzentration auf profitträchtigen
Fernverkehr.
"Bahn für Alle" dokumentiert an den Beispielen Weldenbahn in
Bayern, Inselbahnhof Lindau/Bodensee und Hannoverscher Bahnhof
in Hamburg, wie die Bahn vor hundert und mehr Jahren Bahngelände
gratis von den Städten erhielt, oft mit der klaren Auflage,
darauf Schienenverkehr zu betreiben. "Wenn die Bahn diese
Immobilien nicht mehr für den Bahnverkehr nutzen will, dann
müssen sie in das Eigentum der Kommunen rückübertragen werden",
verlangt Hendrik Auhagen von "Bahn für Alle". Das Bündnis stützt
sich dabei auch auf Aussagen des ehemaligen Hamburger
Bürgermeisters und Notars Henning Voscherau.
Das Bündnis "Bahn für Alle" wird getragen von Attac, Bahn von
unten, BUND, Bürgerbahn statt Börsenbahn, Eurosolar, Grüne
Jugend, NaturFreunde Deutschlands, ROBIN WOOD, Umkehr, VCD
Brandenburg sowie Verdi und setzt sich ein für eine verbesserte
Bahn in öffentlicher Hand.
Vollständige Analyse zum Bahnhofsverkauf, vier Seiten:
http://www.bahn-fuer-alle.de/pages/presse/hintergrund.php
Weitere Informationen im Internet:
http://www.bahn-fuer-alle.de
Druckfähige Fotos zum Download:
http://www.bahn-fuer-alle.de/pages/presse/fotos.php
Für Rückfragen:
Winfried Wolf (Attac), Tel. 0177 / 67 244 377
Ute Bertrand, ROBIN WOOD-Pressesprecherin, 040 / 380 892 22, presse@robinwood.de
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Tagung "Die Bahn ist keine Ware"
17.-18. März 2007 in Berlin Mitte
Info: http://www.bahn-fuer-alle.de/tagung
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