6.2.2007
Ressort: Ratgeber
Den Handel auf dem Streusalz sitzen lassen
ROBIN WOOD empfiehlt Sand, Splitt oder Granulat
ROBIN WOOD rät bei Schnee und Eis, auf Streusalz zu verzichten, weil
dies die Umwelt schädigt. Stattdessen sollten VerbraucherInnen zu Sand,
Splitt oder Granulat greifen und dabei auf das Umweltzeichen "Blauer
Engel" achten. Es garantiert, dass die Mittel salzfrei sind, eine gute
abstumpfende Qualität haben und keine belastenden Schwermetalle enthalten.
Vor allem Straßenbäume leiden unter dem Streusalz. Denn das Streusalz
verdichtet den Boden, verdrängt wichtige Nährstoffe und erhöht den
ph-Wert. Das von den Bäumen aufgenommene Salz führt zum Absterben der
Blätter von den Blatträndern her ("Blattrandnekrosen") und zum vorzeitigen
Laubfall. Auftausalze belasten darüber hinaus das Grundwasser und führen
zu Korrosionsschäden an Brücken, Fahrbahnen und Kraftfahrzeugen.
Zum Schutz von Vegetation, Boden und Grundwasser ist es daher in vielen
Städten in Deutschland verboten, Auftausalz auf dem Gehsteig vor dem Haus
zu streuen, so z.B. in Hamburg, Berlin, München und Wiesbaden. Andernorts
ist es lediglich in Ausnahmefällen etwa bei Eisregen erlaubt. Doch das
wissen offenbar die wenigsten, und den Handel schert es kaum. Wo sich im
Eingangsbereich der Baumärkte im Sommer die Grillkohlen stapeln, drängen
sich jetzt die Streusalz-Säcke -- meist zu Schleuderpreisen von unter 30
Cent pro Kilo. Dabei halten es weder Hersteller noch Anbieter in der Regel
für nötig, auf das Verbot der Salzverwendung hinzuweisen.
Eine Marktrecherche in Hamburg von ROBIN WOOD und der dortigen
Verbraucherzentrale ergab: Alle Baumärkte bieten zwar auch
umweltfreundliche Streumittel wie Lavasplitt oder Tongranulate an, das
Angebot an Streusalz ist jedoch wesentlich größer und der Preis deutlich
niedriger. Auf ergänzende Nachfrage gab keiner der Baumärkte an, künftig
auf die umweltschädigenden Produkte verzichten zu wollen. Auch wollte
keiner der befragten Märkte die KundInnen von sich aus auf örtliche
Verbote und eventuell drohende Bußgelder beim Gebrauch von Streusalz
hinweisen.
ROBIN WOOD appelliert an die BürgerInnen, bei Schnee und Eis kein Salz zu
verwenden und die Geschäfte auf ihren Streusalzsäcken sitzen zu lassen.
Vom Einzelhandel fordern sie, Auftausalze aus dem Sortiment zu nehmen.
Kontakt:
Rudolf Fenner, Waldreferat, 040 / 380 892 11, wald@robinwood.de
Ute Bertrand, ROBIN WOOD-Pressesprecherin, 040 / 380 892 22, presse@robinwood.de
Weitere aktuelle Infos zum Thema Streusalz unter www.robinwood.de/streusalz
Siehe auch: NDR-Beitrag vom 12.2.07 Streusalz verboten! Was hilft gegen Glatteis?