4. Januar 2007
Streusalz: Gift für Boden und Bäume
ROBIN WOOD und Verbraucherzentrale empfehlen Sand, Splitt oder Granulat
Auch wenn das warme Winterwetter anhält, das nächste Glatteis kommt
bestimmt. In Hamburgs Baumärkten decken sich viele VerbraucherInnen
jetzt schon mit Streugut ein. ROBIN WOOD und die Verbraucherzentrale
raten dringend, auf Streusalz zu verzichten und stattdessen zu Sand,
Splitt oder Granulat zu greifen. Dabei sollten VerbraucherInnen auf das
Umweltzeichen "Blauer Engel" achten. Wo es diese Produkte in Hamburg
gibt, haben ROBIN WOOD und Verbraucherzentrale untersucht. Die Ergebnisse
haben sie im Internet veröffentlicht unter
www.robinwood.de/Streusalz und www.vzhh.de.
Das Streuen von Auftausalz auf dem Gehsteig vor dem Haus ist zum Schutz
von Vegetation, Boden und Grundwasser in Hamburg verboten. Doch das wissen
offenbar die wenigsten, und den Handel schert es kaum. Wo sich im
Eingangsbereich der Baumärkte im Sommer die Grillkohlen stapeln, drängen
sich jetzt die Streusalz-Säcke -- meist zum Schleuderpreis von weniger als
30 Cent pro Kilo. Auf das Verbot der Salzverwendung wird in der Regel
weder von den Lieferfirmen noch von den Anbietern hingewiesen.
Salzstreuen schädigt die Umwelt: Es verdichtet den Boden, vermindert die
Bodendurchlüftung, verdrängt wichtige Nährstoffe und erhöht den pH-Wert.
Vor allem die Straßenbäume leiden unter diesen unwirtlichen
Bodenverhältnissen. Das von den Bäumen aufgenommene Salz führt zum
Absterben von Blättern von den Blatträndern her ("Blattrandnekrosen") und
zum vorzeitigen Laubfall. Auftausalze belasten darüber hinaus das
Grundwasser und führen zu Korrosionsschäden an Brücken, Fahrbahnen und
Kraftfahrzeugen.
Die Marktrecherche von ROBIN WOOD und der Verbraucherzentrale in Hamburg
ergab: Alle Baumärkte bieten zwar auch umweltfreundliche Streumittel wie
Lavasplitt oder Tongranulate an, das Angebot an Streusalz ist jedoch
wesentlich höher und der Preis deutlich geringer. Auf ergänzende Nachfrage
gab keiner der Baumärkte an, künftig auf die umweltschädigenden Produkte
verzichten zu wollen. Auch wollte keiner der befragten Märkte die Kunden
von sich aus darauf hinweisen, dass der Einsatz von Streusalz bei der
Reinigung der Bürgersteige von Schnee und Eis verboten ist und ein Bußgeld
drohen kann. Für die Marktrecherche wurden alle 18 Lieferfirmen von
umweltfreundlichen Streumitteln nach den Verkaufsorten in Hamburg befragt
und durch umfangreiche Stichproben vor Ort überprüft und ergänzt.
Negativ aufgefallen bei der Marktrecherche sind die zur REWE-Gruppe
gehörenden Ketten REWE, toom und Penny, die Filialen des
Haushaltswarenladens 1000 Töpfe und einzelne Edeka-Märkte. Diese
Geschäfte bieten alle ausschließlich Streusalz an. Positiv steht die
Drogeriekette Budnikowsky da, die kein Salz, dafür aber ein Streumittel
mit dem Umweltengel anbietet. Auch die Baumärkte von Max Bahr heben sich
von den übrigen Baumärkten positiv ab. Zwar bieten auch sie Streusalz an,
doch wird immerhin bei einem Großteil der Produkte darauf hingewiesen,
dass örtliche Vorschriften bei der Gehwegreinigung beachtet werden müssen.
Darüber hinaus bietet Bahr die umweltfreundlichen Streumittel zum
gleichen Kilopreis oder sogar billiger als die Streusalzprodukte an und
weist in seinen Prospekten und bei der Auslage noch gesondert auf den
Umweltengel hin.
ROBIN WOOD und die Verbraucherzentrale appellieren an Hamburgs
BürgerInnen, kein Salz zu verwenden und die Geschäfte auf ihren
Streusalzsäcken sitzen zu lassen. Vom Einzelhandel fordern sie,
Auftausalze komplett aus seinem Sortiment zu streichen.
Kontakt:
Rudolf Fenner, ROBIN WOOD, Waldreferat, 040 / 380 892 11, wald@robinwood.de
Dirk Petersen, Verbraucherzentrale Hamburg, 040 / 24 832.163, umwelt@vzhh.de
Ute Bertrand, ROBIN WOOD-Pressesprecherin, 040 / 380 892 22, presse@robinwood.de
Siehe auch: "Kein Salz auf die Alleen"
und
www.robinwood.de/Streusalz