swedisch version:
Vattenfall bidrar till den globala uppvärmningen
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I Tyskland växer kritiken mot Vattenfalls brytning av brunkol i dagbrott
12.12.2006
Redaktionen: Aktuelles / Wirtschaft
Anlässlich der heutigen Protest-Aktion bei Vattenfall in Berlin macht ROBIN WOOD auch Pressearbeit zu diesemThema in Schweden. Anbei die deutsche Übersetzung der schwedischen Pressemitteilung.
Vattenfall heizt das Klima weiter auf
In Deutschland wächst die Kritik am Braunkohletagebau von Vattenfall
Die Umweltorganisationen ROBIN WOOD, Grüne Liga und BUND (Friends of the
Earth Deutschland) haben den Chef des Energiekonzerns Vattenfall, Lars
Göran Josefsson, aufgefordert, das Natura2000-Gebiet "Lacomaer
Teichlandschaft" in Ostdeutschland für den Braunkohletagebau nicht zu
zerstören. ROBIN WOOD erwartet von Josefsson, den die deutsche
Bundeskanzlerin Angela Merkel inzwischen als Klimaschutzberater berufen
hat, dass er sich in seinem Konzern wirksam für den Klimaschutz einsetzt.
Tatsächlich gehört Vattenfall bislang jedoch zu den schlimmsten
Klimaverschmutzern Europas -- und eine Wende zum Besseren ist nicht in
Sicht.
Vattenfall ist europaweit der drittgrößte Emittent des klimaschädlichen
Gases Kohlendioxid. Allein in Ostdeutschland betreibt der schwedische
Konzern zurzeit vier Braunkohletagebaue und vier Braunkohlekraftwerke. Um
über 2030 hinaus Kohle für seine Kraftwerke zu bekommen, plant der Konzern
den Ausbau von zwei Tagebauen in Ostdeutschland. Bis 2012 will Vattenfall
einen weiteren Braunkohleblock in Boxberg sowie Steinkohlekraftwerke in
Hamburg und Berlin bauen. Diese Kraftwerke werden das Klima mindestens 40
Jahre lang unnötig und massiv belasten, allein ein Braunkohlekraftwerk
produziert je erzeugter Kilowattstunde Strom dreimal soviel Kohlendioxid
wie ein Erdgaskraftwerk.
Für die Erweiterung des Braunkohle-Tagebaus Cottbus-Nord im Bundesland
Brandenburg schreckt Vattenfall nicht einmal davor zurück, das
Natura2000-Gebiet "Lacomaer Teichlandschaft" abzubaggern. Ein
entsprechender Planfeststellungsbeschluss soll noch in diesem Monat
gefasst werden.
Die Vattenfall-Kraftwerke in Deutschland haben im Jahr 2004 über 70
Millionen Tonnen Kohlendioxid in die Atmosphäre geblasen. Das ist mehr
Kohlendioxid als in ganz Schweden im gleichen Jahr ausgestoßen wurde.
Allein das Kraftwerk Jänschwalde, in dem die unter den Lacomaer Teichen
lagernde Kohle verstromt werden soll, heizt das Klima Jahr für Jahr mit
zirka 25 Millionen Tonnen Kohlendioxid weiter auf. Damit gehört das
Kraftwerk zu den dreckigsten in Europa.
"Wenn Josefsson der Schutz des Klimas wirklich etwas bedeuten sollte, hat
er nur eine Wahl: Er muss die Lacomaer Teiche retten und seinen Konzern
endlich davon abbringen, weiter auf Braunkohle zu setzen. Denn das ist der
klimaschädlichste Energieträger, den es gibt. Tut er dies nicht, gerät
seine Berufung zum Klimaschutzberater vollends zur Farce", sagt Bettina
Dannheim, Energiereferentin bei ROBIN WOOD. "Versprechungen, dass es in
ferner Zukunft einmal CO2-freie Kraftwerke geben könnte, täuschen nur
darüber hinweg, dass der Klimaschutz hier und heute stattfinden muss."
Um ihrer Forderung Nachdruck zu verleihen, haben AktivistInnen von ROBIN
WOOD heute gemeinsam mit dem BUND und der Grünen Liga vor der
Europa-Zentrale von Vattenfall in Berlin demonstriert. Sie errichteten vor
dem Gebäude einen Kohleberg, in den sie weiße Kreuze steckten, welche die
170 vom Braunkohletagebau bedrohten Tier- und Pflanzenarten
symbolisierten, die im Gebiet der Lacomaer Teiche leben. Außerdem
übergaben die Umweltschützer Vattenfall eine Liste mit den Unterschriften
von rund 3.000 Unterzeichnern, die sich für den Erhalt des
Natura2000-Gebietes aussprechen. Dazu gehören mehr als 60 deutsche
Bundestagsabgeordnete, Träger des Alternativen Nobelpreises sowie
namhafte Schauspieler und Liedermacher.
Gegen eine Genehmigung zum Abbaggern der Lacomaer Teiche durch die
Landesregierung Brandenburg wollen die Umweltverbände auch gerichtlich
vorgehen. Vattenfall-Kunden in Berlin und Hamburg rufen sie dazu auf,
ihren Stromliefervertrag mit dem Unternehmen zu kündigen und zu
Ökostromanbietern zu wechseln.
Für Rückfragen:
Bettina Dannheim, ROBIN WOOD- Energiereferentin, 040 / 380 892 21, energie@robinwood.de
Ute Bertrand, ROBIN WOOD-Pressesprecherin, 040 / 380 892 22, presse@robinwood.de
Weitere Infos unter: www.robinwood.se
Hintergrundpapier zum Thema Lacoma.