Hamburg, Berlin, Braunschweig, Bremen vom 27. Oktober 2006
Redaktionen: Aktuelles / Wirtschaft
Kein Geld für Atomkraft
ROBIN WOOD-Protest bei HypoVereinsbank und Deutscher Bank
ROBIN WOOD-AktivistInnen haben heute Filialen der Deutschen Bank und der
HypoVereinsbank in Hamburg, Braunschweig, Berlin und Bremen besucht, um
die Banken dazu zu bewegen, künftig keine Atomgeschäfte mehr zu
finanzieren. In Hamburg-Altona begrüßten die Umweltschützer die Bankkunden
mit einem großen Banner mit der Aufschrift: "Ihr Geld für riskante
Atomgeschäfte? Erneuerbare Energien statt Atomkraft". Außerdem verteilten
sie, ebenso wie weitere Aktivisten in den anderen Städten, Flugblätter an
die Kundschaft und überreichten den Filialleitern Protestbriefe. Darin
fordern sie ein grundsätzliches Nein der Banken zur Finanzierung von
Atomprojekten.
Mit den heutigen Protesten unterstützt ROBIN WOOD eine Aktionswoche, zu
der die Umweltorganisation urgewald und die Anti-Atom-Kampagne
.ausgestrahlt aufgerufen hatten. Anlass dafür war der Plan der beiden
Banken, ein neues Atomkraftwerk im bulgarischen Belene mitzufinanzieren.
Bereits in den vergangenen Monaten erhielten die Banken deswegen über
zehntausend Protestzuschriften, etliche Kunden drohten mit dem Wechsel
ihres Kontos. Wegen der öffentlichen Kritik entschieden beide Banken in
der vergangenen Woche, aus dem Projekt auszusteigen. Die Bankengruppe
HVB/UniCredit hatte jedoch ausdrücklich mitgeteilt, "dass dies kein
grundsätzlicher Ausstieg aus der Finanzierung von Atomkraft ist".
Genau dies aber will ROBIN WOOD gemeinsam mit anderen Atomkraftgegnern
erreichen. "Wir sind nicht nur gegen dieses gefährliche Einzelprojekt,
sondern generell gegen den Einsatz der Risikotechnologie Atomkraft",
erklärt ROBIN WOOD-Aktivist Matthias Weyland. "Die Banken sollen spüren,
dass sie mit erheblichen Imageschäden und Kundenverlusten rechnen müssen,
wenn sie Geld für neue Atomkraftwerke bereitstellen."
Das Belene-Projekt zeigt, wie bedenkenlos die Banken bislang an die
Finanzierung solch riskanter Bauvorhaben herangehen. Bis letzte Woche
waren sie bereit, den Bau eines Atomkraftwerkes in Belene
mitzufinanzieren, das nicht zuletzt in einem stark erdbebengefährdeten
Gebiet liegt. Der Bau wurde bereits in den achtziger Jahren begonnen,
Anfang der neunziger jedoch wegen anhaltender Proteste und
Wirtschaftlichkeits-Bedenken eingestellt. 2003 beschloss die bulgarische
Regierung, das Vorhaben wieder aufzunehmen. Der geplante
Druckwasserreaktor des Typs WWER 1000 gilt als ähnlich gefährlich wie der
Meiler von Tschernobyl. Mindestens 2,5 Milliarden Euro werden für das
Projekt veranschlagt.
In der Ukraine, Russland und anderen osteuropäischen Staaten setzen die
Regierungen zurzeit wieder verstärkt auf den Ausbau der Atomkraft. Dazu
brauchen sie Geld. ROBIN WOOD fordert die deutschen Banken auf, den Bau
neuer Atommeiler nicht mit Krediten zu unterstützen und das Geld
stattdessen für den Ausbau erneuerbarere Energien zur Verfügung zu
stellen.
Kontakt:
Matthias Weyland, ROBIN WOOD-Aktivist, Tel.: 040 / 380 892 0
Ute Bertrand, ROBIN WOOD-Pressesprecherin, 040 / 380 892 22, presse@robinwood.de
Weitere Infos unter: www.ausgestrahlt.de