Pressemitteilung

Pressemitteilung   Bundesgeschäftsstelle
Langemarckstr. 210
28199 Bremen

Tel.: 0421 / 598 28 8
Fax.: 0421 / 598 28 72

Pressestelle
Nernstweg 32
22765 Hamburg

Tel.: 040 / 380 892 0
Fax.: 040 / 380 892 14

Pressemitteilung  

26.9.2006

Redaktionen: Aktuelles / Politik

RWE bricht Atomkonsens     

Energiekonzern will AKW Biblis A bis 2011 am Netz lassen / ROBIN WOOD fordert sofortige Stilllegung des Uralt-Reaktors

ROBIN WOOD hat den Energiekonzern RWE wegen seines heute gestellten Antrags auf Laufzeitverlängerung für den Atomreaktor Biblis A scharf verurteilt und dem Betreiber Wortbruch sowie einen verantwortungslosen Umgang mit der Sicherheit vorgeworfen. ROBIN WOOD fordert Bundesumweltminister Sigmar Gabriel auf, den Antrag abzulehnen. Laut Konsensvertrag, den auch RWE unterzeichnet hat, müsste Biblis A spätestens 2008 vom Netz gehen. Statt längerer Laufzeiten fordert ROBIN WOOD die sofortige Stilllegung des Meilers. Auch alle anderen Atomanlagen in Deutschland müssen vom Netz, da anders eine sichere, klimafreundliche und effiziente Energieversorgung in Deutschland nicht zu gewährleisten ist.

"Die Glaubwürdigkeit von RWE hat heute mit dem Bruch der Konsensvereinbarung einen neuen Tiefpunkt erreicht. Wer den Managern des Konzerns bislang noch Glauben geschenkt hat, wurde jetzt endgültig eines Besseren belehrt", sagt Jürgen Sattari, Vorstandssprecher von ROBIN WOOD. "Der Konzern schreibt sich auf die Fahnen, er handele im öffentlichen Interesse. Das ist falsch. Die Mehrheit der Bevölkerung will den Atomausstieg - und zwar deutlich schneller, als geplant. Doch bei RWE genießt der Profit oberste Priorität. Die Sicherheit der Bevölkerung ist da nicht so wichtig."

RWE hat beantragt, 30 Terrawattstunden (TWh) aus dem Stromkontingent des stillgelegten AKWs Mülheim-Kärlich auf den Meiler in Biblis zu übertragen. Das widerspricht jedoch dem Atomgesetz. Dort ist in Paragraf sieben festgeschrieben, dass "die für das Kernkraftwerk Mülheim-Kärlich festgelegte Elektrizitätsmenge nur in den Kernkraftwerken Emsland, Neckarwestheim 2, Isar 2, Brokdorf, Gundremmingen B und C sowie bis zu einer Elektrizitätsmenge von 21,45 TWh im Kernkraftwerk Biblis B produziert werden" darf. Das AKW Biblis A ist jedoch nicht genannt.

Der Antrag von RWE könnte einen Stein ins Rollen bringen. Auch Vattenfall, E.ON und EnBW haben bereits angekündigt, ihre Meiler länger betreiben zu wollen - offensichtlich in der Hoffnung auf andere politische Mehrheitsverhältnisse in der nächsten Legislaturperiode. "Mit dieser gemeinschaftlichen Aktion wollen die Atombosse der vier großen Konzerne den Atomausstieg bereits im Keim ersticken", so Sattari. "Die Konsequenz heißt: Noch mehr Störfälle in veralteten, unsicheren Reaktoren. Noch mehr Jahrtausende lang strahlender Atommüll, für den es kein Endlager gibt. Noch mächtigere Oligopole, die dreist bei ihren Kunden abkassieren und sich die Taschen füllen."

Eine Wende hin zu einer sicheren, klimafreundlichen und effizienten Energieversorgung ist nur möglich, wenn die Atomkraftwerke abgeschaltet werden - auch wenn darüber kein Konsens mit ihren Betreibern erzielt werden kann.


Kontakt:
Jürgen Sattari, Vorstandssprecher, sattari@robinwood.de
Ute Bertrand, ROBIN WOOD-Pressesprecherin, Tel.: 040 / 380 892 22, presse@robinwood.de


Mehr Informatioen über Biblis A unter: www.robinwood.de/akw/biblis-a


Lesen Sie zu diesem Thema auch unsere Pressemitteilung:
22.9.2006
RWE will Atomausstieg abwürgen, bevor er richtig begonnen hat
Atomkonzern beabsichtigt, AKW Biblis über 2008 hinaus am Netz zu lassen /
ROBIN WOOD fordert sofortige Stilllegung des Uralt-Meilers

8.8.2003
AKW Biblis vom Netz - für immer!
ROBIN WOOD-AktivistInnen demonstrieren auf dem Rhein gegen das AKW Biblis

4.7.2003
Kein Sicherheitsrabatt für das AKW Biblis
ROBIN WOOD fordert die Stilllegung des Schrottreaktors

19.5.2003
AKW Biblis verschrotten!
RWE wusste seit Jahren vom mangelhaften Notkühlsystem und dem erhöhten Risiko eines Super-GAUs

18.5.2001
Keine Atommüll-Lager am AKW Biblis
ROBIN WOOD-Radtour gegen Atomkraft führt von Mainz nach Biblis
 

Pressemitteilung

©ROBIN WOOD      - home -