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Hamburg, den 24.8.2006

Redaktion: Umwelt/Ratgeber

Bremer Schüler bekommen Schulhefte aus Recyclingpapier

Schulsenator Lemke korrigiert mangelhafte Beschaffungsregelung

Wenn kommende Woche das neue Schuljahr beginnt, werden die SchülerInnen in Bremen seit langem zum ersten Mal wieder fast ausschließlich Hefte aus Recyclingpapier bekommen. Dafür hat sich ROBIN WOOD eingesetzt, denn Schulhefte aus Recyclingpapier sind genauso gut zu gebrauchen wie solche aus Frischfasern, schonen aber die Wälder und die Umwelt.

In Bremen werden dank der gesetzlich verankerten Lernmittelfreiheit die meisten Schulhefte zentral beschafft. Die Schulbehörde hatte in der Vergangenheit aber - im Widerspruch zu eigenen Verlautbarungen und dem Bremischen Kreislaufwirtschaftsgesetz - keine Recyclinghefte beschafft. Das hat sich nach einer ROBIN WOOD-Aktion im vergangenen Jahr und Gesprächen nun geändert. "Senator Lemke hat seine Schularbeiten gemacht", lobt Rudolf Fenner, Waldreferent bei ROBIN WOOD. "Bis auf wenige, seltene Lineaturen werden nun alle von der Schule gestellten Hefte aus Recyclingpapier sein."

Ein Umdenken beim stetig wachsenden Papier-Konsum ist dringend nötig. Deutschland gehört mit einem durchschnittlichen Papierverbrauch von 233 Kilo pro Kopf zu den Top Ten der größten Papierverschwender-Nationen der Welt. Um Zellstoff für Papier herzustellen, werden in Ländern wie Schweden, Kanada, Russland und Brasilien Wälder übernutzt, Urwälder zerstört und bis zum Horizont reichende, artenarme Plantagen gepflanzt. Die UreinwohnerInnen vor Ort werden ihrer Lebensgrundlagen beraubt oder sogar mit Gewalt von ihrem Land vertrieben. Für Recyclingpapier muss hingegen kein Baum gefällt werden. Außerdem wird bei der Herstellung nur halb so viel Energie verbraucht und weniger als ein Drittel Frischwasser benötigt. Und die Schulhefte aus 100 Prozent Altpapier - gut zu erkennen an dem Umweltzeichen Blauer Engel - erfüllen längst die gleichen Qualitätsanforderungen wie Hefte aus Frischfasern. Sie sind angenehm weiß, tinten- und radierfest.

Obwohl alles für Schulhefte aus Recyclingpapier spricht, sucht man sie in vielen Geschäften vergeblich. Um die Suche zu verkürzen, hat ROBIN WOOD eine Markt-Recherche gemacht und Tipps ins Internet gestellt, wo in und um Bremen die umweltschonenden Hefte mit dem Blauen Engel zu bekommen sind (www.robinwood.de/Einkaufstipps.pdf).

Auf Kundentäuschung stieß ROBIN WOOD im Zuge seiner Recherche in den Filialen von Staples. Auf der Titelseite der Werbebeilage "Endlich wieder Schule!" bewirbt der Büromarkt die Schulhefte-Serie Oxford mit dem Blauen Engel, obwohl die Schulhefte nicht aus 100 Prozent Altpapier, sondern aus Frischfaser-Zellstoff hergestellt sind. Staples hat zwar inzwischen gegenüber ROBIN WOOD eingeräumt, ihnen sei hier "ein Fehler unterlaufen". Staples hat aber bislang nichts unternommen, die irreführende Werbung aus seinen Filialen zurückzuziehen. "Das Vorgehen von Staples finden wir besonders dreist. Im vergangenen Jahr hatte Staples die gleiche Hefteserie mit dem Schlagwort "Ökologisch!" beworben. Auch damals haben wir auf unsere Intervention hin zur Antwort bekommen, im nächsten Jahr würde alles besser. Nun ist das Gegenteil der Fall", sagt Rudolf Fenner. "Deshalb empfehlen wir allen, Schulhefte bei Staples im Regal liegen zu lassen."


Kontakt:
Rudolf Fenner, Waldreferent, Tel.: 040 / 380 892 11, wald@robinwood.de
Ute Bertrand, ROBIN WOOD-Pressesprecherin, Tel.: 040 / 380 892 22, presse@robinwood.de

Weitere Infos rund um das Thema Papier: www.robinwood.de/papier

 

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