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Pressemitteilung   svensk version:
Sveriges regering ska inleda en vändning i Vattenfalls energitänkande i Tyskland

Stockholm, 27. April 2006

Schwedens Regierung soll Energiewende bei Vattenfall in Deutschland einleiten

ROBIN WOOD-Aktivisten protestieren bei Vattenfall-Versammlung in Stockholm

ROBIN WOOD-AktivistInnen haben heute Mittag in Stockholm an der Fassade des Hotels Berns Salonger ein sieben mal fünf Meter großes Transparent entrollt mit der Aufschrift: Dreckige Energie hat einen Namen: Vattenfall! Für sauberen Strom ohne Kohle und Atom". In Stockholm trifft sich heute die Vattenfall-Hauptversammlung. ROBIN WOOD fordert den Energiekonzern auf, aus der Atomenergie und aus der klimaschädlichen Braunkohleverstromung auszusteigen und auch außerhalb Schwedens stärker in erneuerbare Energien zu investieren.

Schweden hat sich zum Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2020 fossile Brennstoffe vollständig durch erneuerbare Energien zu ersetzen. Dem staatseigenen Konzern Vattenfall hat die Regierung den Auftrag erteilt, diese Energiewende voranzutreiben. Viele Schweden befürworten diese Energiepolitik, Vattenfall genießt ein entsprechend positives Image. Wenig bekannt ist in Schweden hingegen, dass Vattenfall in Deutschland gefährliche Atomkraftwerke betreibt und für seinen Braunkohletagebau die Verwüstung ganzer Landstriche sowie die Vertreibung von Menschen aus ihren Dörfern in Kauf nimmt.

Nahe der norddeutschen Stadt Hamburg betreibt der Konzern Vattenfall die Atomkraftwerke Brunsbüttel, Krümmel und Brokdorf. Das 1977 in Betrieb gegangene AKW Brunsbüttel soll als eines der nächsten deutschen Kraftwerke vom Netz gehen. Doch Vattenfall hat bereits angekündigt, eine Laufzeitverlängerung für den Atommeiler zu beantragen. Dabei war es 2001 in unmittelbarer Nähe des Druckbehälters zu einer Wasserstoffexplosion gekommen. Die Betriebsmannschaft hatte diesen Unfall über Monate vertuscht.

In Ostdeutschland betreibt der Konzern vier Braunkohletagebaue und vier Braunkohlekraftwerke. Für die Erweiterung der Braunkohle-Tagebaue ließ Vattenfall - trotz zahlreicher Proteste - kürzlich bei Cottbus die Dörfer Horno und Lacoma abreißen. Und noch in diesem Jahr will Vattenfall mit der Zerstörung der Lacomaer Teichlandschaft beginnen. In dem 380 Hektar großen Gebiet leben 170 bedrohte Tier- und Pflanzenarten. Die Brandenburgische Landesregierung meldete es daher im Jahr 2003 als FFH-Schutzgebiet an die Europäische Kommission. Dennoch soll - auf Druck von Vattenfall - noch in diesem Jahr mit der Abbaggerung der Teiche begonnen werden. Bereits im Herbst 2005 wurden erste Grundwasserabsenkungen vorgenommen. Aus Protest dagegen hatten ROBIN WOOD-AktivistInnen Bäume nahe der Teichlandschaft besetzt, bis Vattenfall sie nach 13 Tagen in den Baumkronen räumen ließ.

"Wir sind nach Stockholm gekommen, damit auch die schwedische Öffentlichkeit erfährt, wie rücksichtslos Vattenfall in Deutschland Menschen vertreibt, das Klima belastet und Naturschutzgebiete verwüstet", so der ROBIN WOOD-Aktivist Alexander Gerschner. "Vattenfall muss die Zerstörung der Lacomaer Teichlandschaft stoppen. Wir erwarten, dass die schwedischen Regierung auch außerhalb Schwedens auf risikoarme und klimafreundliche Energieträger setzt."

Noch steht die Genehmigung für die Abbaggerung der Teichlandschaft aus. Die EU-Kommission muss noch eine Stellungnahme zur Zerstörung der Lacomaer Teichlandschaft und dem von Vattenfall vorgelegten Ausgleichskonzept abgeben. Dieses Konzept reicht bei weitem nicht aus, den Lebensraum der schützenswerten Arten zu erhalten. ROBIN WOOD fordert die EU-Kommission auf, dieses Ausgleichskonzept abzulehnen. Um dieser Forderung Nachdruck zu verleihen, hat ROBIN WOOD unter www.robinwood.se eine Online-Aktion gestartet und appelliert an alle SchwedInnen, sich an diesem Protest zu beteiligen.


Kontakt:
Alexander Gerschner, ROBIN WOOD-Aktivist in Stockholm, energie@robinwood.de
Ute Bertrand, Pressesprecherin, Tel. 040 / 380 892 22, presse@robinwood.de

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