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24. März 2006

Redaktion: Aktuelles / Umwelt

ROBIN WOOD fordert konsequente Maßnahmen gegen Feinstaub

Filtereinbau, Fahrverbote und Nachbesserungen der Maut notwendig

In München, Berlin, Bayreuth, Regensburg, Lindau und Dortmund wurden in diesem Jahr bereits an mehr als 35 Tagen über 50 Mikrogramm Feinstaub pro Kubikmeter Luft gemessen. Damit haben diese Städte noch vor Ablauf des ersten Quartals die EU-Grenzwerte überschritten; zahlreiche weitere werden in den nächsten Wochen folgen. Offensichtlich gelingt es den Regierungen in Bund, Ländern und Kommunen auch in diesem Jahr nicht, die Bevölkerung vor dem krank machenden Feinstaub zu schützen. ROBIN WOOD fordert Fahrverbote für Dieselfahrzeuge ohne Rußpartikelfilter in belasteten Gebieten und Tempo 30 auf Straßen mit Grenzwertüberschreitungen. Außerdem verlangt ROBIN WOOD die serienmäßige Ausstattung aller neuen Dieselfahrzeuge mit Filtern sowie eine Erweiterung der LKW-Maut.

Allein in Deutschland sterben jährlich Zehntausende durch Feinstaub. So führt die EU-Lenkungsgruppe CAFE (Clean Air for Europe) 65.000 frühzeitige Todesfälle in Deutschland im Jahr 2000 auf die Feinstaub-Belastung zurück. Die Feinstaub-Partikel dringen mit der Atemluft tief in die Verästelungen der Lunge ein und können auch in weitere Organen wie Herz oder Gehirn gelangen. Erkrankungen der Atemwege, des Herz-Kreislauf-Systems sowie Krebs sind die Folge. Die gefährlichsten, lungengängigen Partikel, die winziger als 2,5 Mikrometer sind, entstehen vor allem bei der Verbrennung von Dieselkraftstoff.

Über neun Millionen Pkw in Deutschland fahren mit Diesel, die Tendenz ist steigend. Für 2006 werden voraussichtlich sogar erstmals mehr Diesel-Pkw als Benziner in Europa neu zugelassen. Die meisten PKW und LKW, die zurzeit über deutsche Straßen brettern, pusten den Feinstaub noch ungefiltert in die Luft. Nachrüst-Sets für die alten Stinker sind erst seit wenigen Jahren auf dem Markt. Zwei Drittel der Partikel aus Verkehrsemissionen stammen aus den Auspuffen von Lastern. Der LKW-Verkehr stellt somit eine besonders große Belastung dar.

Obwohl das Problem sattsam bekannt ist und es bereits im vergangenen Jahr zu zahlreichen Überschreitungen der Grenzwerte gekommen ist, schaut die Politik weitgehend tatenlos zu. So nutzen noch viel zu wenige Kommunen die Möglichkeit, Fahrverbote zu verhängen. Dabei sehen die Luftreinhaltepläne, die jede Kommune bei Grenzwertüberschreitungen aufstellen muss, dieses Instrument ausdrücklich vor. "Die Politiker schützen die ,freie Fahrt' der Rußschleudern besser als Leben und Gesundheit der Menschen", sagt Jürgen Mumme, Verkehrsreferent bei ROBIN WOOD. "Wir brauchen schleunigst wirksame Maßnahmen gegen die Vergiftung unserer Atemluft und nicht Alibi-Aktionen wie das Spülen von Straßen."

Technisch ist es längst möglich, die Feinstaub-Emissionen zu verhindern. Die Fahrzeugindustrie hat den Filtereinbau jedoch über Jahre verschleppt. Damit der Druck steigt, alte Dreckschleudern nachzurüsten, muss Bundesumweltminister Sigmar Gabriel nun zügig dafür sorgen, sie steuerlich deutlich stärker zu belasten als Diesel-PKW mit Filtern. Für alle neuen Diesel-LKW und -PKW sollte der Einbau von Filtern vorgeschrieben werden.

Darüber hinaus sind Nachbesserungen bei der LKW-Maut erforderlich. Das EU-Recht erlaubt, die Maut auch auf LKW ab 3,5 Tonnen und auch auf Bundes-, Land-, Kreis- und Gemeindestraßen zu erheben. Diese Möglichkeit muss die deutsche Bundesregierung nutzen. Laster ohne Filter sollten zudem eine deutlich höhere Maut zahlen als solche ohne Filter.


Kontakt:
Jürgen Mumme, Verkehrsreferent, Tel. 040 / 380 892 12, verkehr@robinwood.de
Ute Bertrand, Pressesprecherin, Tel. 040 / 380 892 22, presse@robinwood.de

 

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