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Hamburg 10. März 2006

Redaktionen: Aktuelles / Politik

Den EPR-Atomreaktor in Frankreich stoppen!

Deutsch-französische Protestaktion bei Siemens in Hamburg

AktivistInnen von ROBIN WOOD und dem französischen "Netzwerk Atomaus­stieg" ("reseau sortir du nucléaire") sind heute Vormittag auf das Vordach der Siemens-Niederlassung am Lindenplatz in Hamburg geklettert. Sie spannten dort ein Transparent mit der Aufschrift "Für unser Recht auf Leben! Abschalten statt Atome spalten!" Vor dem Eingang stapelten sie gelbe Fässer mit Radioaktiv-Symbolen und verteilten Flugblätter an PassantInnen. Mit der Aktion protestieren sie dagegen, dass Siemens den Neubau eines Atommeilers in Frankreich voran­treibt.

In Flamanville in der Normandie soll ein neuer Atomreaktor, der so genannte EPR (European Pressurized Reactor), gebaut werden. Der Hersteller ist AREVA NP (ehemals: Framatome ANP), an dem Siemens zu rund einem Drittel beteiligt ist. ROBIN WOOD und das "Netzwerk Atomausstieg" streiten für den sofortigen Atomausstieg und lehnen den Neubau von Atomkraftwerken strikt ab. Auch der Betrieb dieser "neuen AKW-Generation" birgt unkalkulierbare Gefahren und produziert radioaktiven Abfall, für den es weltweit kein sicheres Endlager gibt.

Wie beim Bau neuer Atommeiler gepfuscht wird, lässt sich derzeit im finnischen Olkilu­oto beobachten. Dort errichtet das Konsortium Framatome-Siemens - als erstes AKW in der EU nach der Tschernobyl-Katastrophe - einen EPR-Reaktor. Doch für das Fundament des Vorzeige-Projektes wurde eine fehlerhafte Betonmischung verwendet, die den Beton zu porös werden lässt. Die finnische Strahlenschutzbehörde entdeckte zudem Mängel an weiteren Komponenten, veröffentlichte bislang aber keine Einzelheiten darüber.

"20 Jahre nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl hat Siemens noch immer nichts dazu gelernt. Wir brauchen keine neuen Atomkraftwerke in Europa, sondern si­chere erneuerbare Energien", sagt ROBIN WOOD-Aktivistin Hanna Poddig.

"Radioaktivität kennt keine Grenzen, unser Protest auch nicht", sagt Cécile Lecomte vom "Netzwerk Atomausstieg". "In Europa darf es keine Renaissance der Atomenergie geben."

Die Anti-AKW-Bewegung mobilisiert zur Zeit europaweit mit einem internationalen Auf­ruf gegen den EPR in Frankreich. Über Ostern wird es im französischen Cherbourg eine große Demonstration geben - gegen den EPR und als Erinnerung an die Reak­torkatastrophe von Tschernobyl vor 20 Jahren.


Kontakt:
Hanna Poddig, ROBIN WOOD-Aktivistin, Tel. 040 / 380 892 21, energie@robinwood.de
Ute Bertrand, Pressesprecherin, Tel. 040 / 380 892 22, presse@robinwood.de

Einen internationalen Aufruf gegen den EPR-Reaktor sowie weitere Informationen über die geplanten Protestveranstaltungen über Ostern in Frankreich gibt es unter: www.stop-epr.org


Nachtrag:

Radioaktivität kennt keine Ländergrenzen - Unser Widerstand auch nicht

Am 15. April 2006 demonstrierten in der französischen Hafenstadt Cherbourg 20.000 Menschen gegen den Neubau eines Atomreaktors in Flamanville. Atomkraftgegner von ROBIN WOOD und dem "Netzwerk Atomausstieg" kletterten trotz strömenden Regens auf einen Kran mitten in der Innenstadt und hängten in luftiger Höhe ein 150 Quadratmeter großes Transparent mit der Aufschrift "Atomkraft tötet die Zukunft" auf.

Einen Kurzfilm von der Aktion sehen Sie hier. (Real Media (.rm), 6,8 MB)

 

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