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2. November 2005

Redaktionen: Aktuelles / Umwelt

Vattenfall kontra Klimaschutz

ROBIN WOOD protestiert gegen die drohende Enteignung der Familie Domain aus Horno und fordert den Ausstieg aus der Braunkohleverstromung

Mit einer Kletteraktion gegenüber dem Berliner Oberverwaltungsgericht haben heute Mittag mehrere ROBIN WOOD-AktivistInnen gegen die drohende Abbaggerung des Dorfes Horno in der Lausitz protestiert und ein Ende der klimaschädlichen Braunkohleverstromung gefordert. In Anspielung auf die aktuelle Werbekampagne von Vattenfall entrollten sie ein Transparent mit der Aufschrift: "Aus Bewag wird Vattenfall. Und Umweltschutz bleibt Lüge! Braunkohlebagger STOPP!" Die Polizei schritt gegen zwei Kletterer ein und erteilte ihnen Platzverweise. Vor dem Oberverwaltungsgericht läuft heute der Prozess um die Zwangsenteignung der Grundstücke des Ehepaars Domain in Horno für den Braunkohletagebau von Vattenfall.

Schon seit DDR-Zeiten kämpfen die BewohnerInnen des Ortes Horno gegen die drohende Abbaggerung. Die Familie Domain sowie deren Untermieter Michael Gromm sind dort die letzten BewohnerInnen. Sie wurden im Juni 2004 vom Landesbergamt enteignet, reichten aber Klage dagegen ein. Bis heute hat diese Klage aufschiebende Wirkung, so dass der Hof der Domains als letzte verbliebene Insel inmitten der aufgrund der Tagebauvorfeldentwässerung kargen Landschaft erhalten blieb. Der herannahende Braunkohlebagger kam am 20. Oktober dieses Jahres nur 50 Meter vor dem Hof der Domains zum Stehen.

Die Domains sind nicht die einzigen, die unter der Braunkohleförderung leiden und litten. Bis Ende 2002 wurde im Bundesgebiet eine Fläche von 1.646 Quadratkilometer Natur abgebaggert, davon fast die Hälfte allein in der Lausitz (808 Quadratkilometer). Über 30.000 Menschen verloren in den vergangenen 50 Jahren ihre Heimat, Jahrhunderte alte Dörfer verschwanden.

"Diesem Raubbau an Mensch und Natur muss ein Riegel vorgeschoben werden", fordert Patrick Just von ROBIN WOOD-Berlin. "Neben der unwiederbringlichen Zerstörung der Natur wie der ,Lacomaer Teichlandschaft mit Hammergraben' und Dörfern wie Horno stellt die Braunkohleverstromung auch eines der größten Probleme für den Klimaschutz dar." So gehört das Vattenfall-Kraftwerk Jänschwalde in der Lausitz zu den dreckigsten in ganz Europa. Mit 1200 Gramm Kohlendioxid pro Kilowattstunde stößt es dreimal so viel Kohlendioxid aus wie ein modernes Gaskraftwerk und 70mal so viel wie eine Windkraftanlage.

Um Vattenfall zum Umdenken in Sachen Stromerzeugung und Umweltschutz zu verhelfen, fordert ROBIN WOOD alle Berlinerinnen und Berliner dazu auf, ihren Vertrag bei der Bewag / Vattenfall zu kündigen und zu einem ökologischen Energieversorger zu wechseln.


Für Rückfragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung:
Patrick Just, ROBIN WOOD-Berlin, berlin@robinwood.de
Ute Bertrand, Pressesprecherin, Tel. 040 / 380 892 0, presse@robinwood.de


http://www.robinwood.de/energie


Fotos: ROBIN WOOD
 

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