2. November 2005
Redaktionen: Aktuelles / Umwelt
Längere AKW-Laufzeiten erhöhen das Katastrophen-Risiko
ROBIN WOOD-Aktionen bei den vier großen Energiekonzernen für den sofortigen Atomausstieg
Die Energie-Riesen Vattenfall, RWE, E.ON und EnBW haben heute Vormittag überraschend Besuch bekommen: AktivistInnen von ROBIN WOOD demonstrieren heute gemeinsam mit weiteren AktivistInnen aus der Anti-AKW-Bewegung an den vier Konzernzentralen. In Hannover bauten sie ein großes qualmendes AKW auf. In Berlin, Karlsruhe und Essen kletterten sie auf Vordächer der Unternehmensgebäude und entrollten Transparente. Mit ihrer Aktion wollen sie Druck auf die Stromkonzerne und die Koalitionsparteien von Union und SPD machen, den Atomausstieg voranzutreiben und auf erneuerbare Energien sowie mehr Energieeffizienz zu setzen.
Die Atomlobby versucht zur Zeit mit allen Mitteln, die Koalitionsparteien zu einer Verlängerung der Laufzeiten für die Atomkraftwerke zu drängen. Heute hat sich der EnBW-Vorstandsvorsitzende Utz Claassen mit der Forderung nach einer Laufzeitverlängerung zu Wort gemeldet. Vergangene Woche veröffentlichten die Energiekonzerne - in einer bizarren Allianz mit den Gewerkschaften Verdi und IG BCE - ein Pro-Atom-Papier. ROBIN WOOD warnt vor diesem Irrweg. Denn dürften die Meiler noch länger am Netz bleiben, stiege auch das Risiko eines atomaren Super-GAUs in Deutschland. Nach wie vor gilt: Die Geschichte der Atomenergie ist eine Geschichte ihrer Katastrophen: Windscale, Harrisburg und Tschernobyl haben auf dramatische Weise gezeigt, welche Gefahren von dieser Technologie ausgehen.
"Jedes Atomkraftwerk stellt ein enormes Sicherheitsrisiko für die Bevölkerung dar, und dieses Risiko steigt mit dem Alter der Anlagen", sagt Bettina Dannheim, Energiereferentin von ROBIN WOOD. "Was für jede technische Anlage gilt, gilt auch für Atomanlagen: Je älter ein Reaktor ist, desto häufiger treten Störfälle und Betriebsunfälle auf, von menschlichem Versagen mal ganz abgesehen."
Ausgehend vom so genannten Atomkonsens und den darin festgelegten Reststrommengen der einzelnen Atomreaktoren müssten - bei maximaler Stromproduktion - in dieser Legislaturperiode die vier ältesten Atomkraftwerke vom Netz: zuerst Biblis A (RWE), dann Neckarwestheim 1 (EnBW), Biblis B (RWE) und Brunsbüttel (Vattenfall/E.ON). Die Betreiber dieser Anlagen haben sich immer wieder durch ein mangelhaftes Sicherheitsmanagement und fehlendes Risikobewusstsein hervorgetan. Hierfür sprechen die zahlreichen gefährlichen Störfälle in den Reaktoren und die Versuche von Seiten der Betreiber, sie zu vertuschen und zu verharmlosen.
Allein in den AKW-Blöcken A und B in Biblis haben sich seit Betriebsbeginn 360 Störfälle ereignet, davon allein 54 in den vergangenen fünf Jahren. 27 Jahre lang ließ der Betreiber RWE einen Riss in einer Schweißnaht im Bereich der Verbindung des Not- und Nachkühlsystems unentdeckt. Im Jahr 2003 wurde bekannt, dass RWE eine ungesicherte Notkühlung im Block Biblis A zwei Jahre lang vertuschte.
"Eine Laufzeitverlängerung für die alten, maroden Atommeiler wäre ein Fehlstart sondergleichen für die neue Bundesregierung und den designierten Umweltminister Gabriel", so Dannheim. "Die Mehrheit der Bevölkerung will den Atomausstieg. Wir brauchen die Energiewende jetzt, damit milliardenschwere Investitionen in moderne Kraftwerke und Energietechnologien nicht auf die lange Bank geschoben werden." ROBIN WOOD ermuntert alle KundInnen der vier Energie-Konzerne, den privaten Atomausstieg zu praktizieren. Der Wechsel zu einem Öko-Stromanbieter ist jederzeit ganz einfach möglich.
Kontakt:
Bettina Dannheim, Energie-Referentin, Tel. 040 / 380 892 21, energie@robinwood.de
Ute Bertrand, Pressesprecherin, Tel. 040 / 380 892 0, presse@robinwood.de
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