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18. Oktober 2005

Redaktionen: Aktuelles / Umwelt

Vattenfall lässt Baumbesetzer in Lacoma gewaltsam räumen

Seit heute Vormittag versuchen Polizei und Feuerwehr mit Hub- und Leiterwagen die Baumbesetzung am Hammergraben in Lacoma bei Cottbus aufzulösen. Die Protestaktion, die drei ROBIN WOOD-AktivistInnen am 6. Oktober begonnen hatten, hatte sich über Nacht ausgeweitet. Zur Zeit sitzen acht UmweltschützerInnen von ROBIN WOOD sowie aus der Lausitz und aus England in bis zu zwanzig Meter Höhe auf den Bäumen. Am Boden haben sich etwa zwei Dutzend UnterstützerInnen versammelt. Die Polizei erteilte am Vormittag jedoch mehrere Platzverweise, um zu verhindern, dass Leute in die Nähe der besetzten Bäume gelangen. Der Energiekonzern Vattenfall will die Bäume am Hammergraben fällen lassen, um dort eine Straße sowie Entwässerungsrohre zu bauen. Die gesamte Lacomaer Teichlandschaft soll in ein Braunkohlebaggerloch verwandelt werden, obwohl es sich um ein nach der europäischen FFH-Richtlinie geschütztes Gebiet handelt.

Die Polizeikräfte rückten heute gegen 10.15 Uhr an. Gestern waren bereits am Hammergraben Bäume gefällt worden. Dabei wurde auch ein Harvester eingesetzt. Die notwendigen Sicherheitsabstände wurden bei den Fällarbeiten missachtet. Auf Warnrufe der Kletterer, etwa auf die gespannten Seil-Walkways zwischen den Bäumen zu achten, reagierten die Einsatzkräfte nicht.

"Vattenfall nimmt kaltblütig in Kauf, unser Leben zu gefährden. Der Konzern will hier mit Gewalt sein Zerstörungswerk fortsetzen, um noch mehr Gewinne mit der Braunkohle zu scheffeln. Was seine Mitmenschen darüber denken, schert Vattenfall einen feuchten Dreck", sagt ROBIN WOOD-Aktivist Arne, einer der Baumbesetzer.

Vattenfall verweigerte sich allen Gesprächen mit den BaumbesetzerInnen oder weiteren VertreterInnen von ROBIN WOOD. Ein Brief an die Vorstandsvorsitzenden von Vattenfall Europe und Vattenfall AB in Stockholm blieb bislang unbeantwortet.

Viele Menschen aus der Region haben in den vergangenen Tagen die Baumbesetzer besucht. Sie haben mit ihrem Zuspruch, aber auch mit Lebensmitteln und anderen praktischen Dingen ausgeholfen und das Ausharren auf den Bäumen in den schon bitterkalten Nächten erträglicher gemacht. Der Naturschutzverband Grüne Liga und die Initiative "Freunde von Lacoma" erklärten sich solidarisch mit der Aktion.

ROBIN WOOD fordert Vattenfall weiterhin auf, die Arbeiten in der Lacomaer Teichlandschaft sofort einzustellen und den dauerhaften Erhalt des FFH-Gebietes zu sichern. Vattenfall soll zudem - statt in die Braunkohle - stärker in erneuerbare Energien und Energieeffizienz investieren.

Die Vattenfall-KundInnen können dem Konzern auf ihre Weise die Quittung für das Zerstörungswerk in Lacoma und das Festhalten am Klimakiller Nr. 1, der Braunkohle geben. Unser Tipp: Einfach den Vertrag kündigen und zu einem Öko-Stromanbieter wechseln!


Kontakt:
Bettina Dannheim, ROBIN WOOD-Energiereferentin, Tel. 040 / 380 892 21, energie@robinwood.de
Ute Bertrand, Pressesprecherin, Tel. 040 / 380 892 0, presse@robinwood.de


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