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Stockholm/Lacoma, 12. Oktober 2005

Redaktionen: Aktuelles / Umwelt

Protestaktion in Stockholm gegen den Braunkohletagebau von Vattenfall

Internationale Unterstützung für Baumbesetzer von ROBIN WOOD in Lacoma

UmweltaktivistInnen aus Deutschland, Norwegen und Schweden haben heute Mittag gemein­sam vor der Vattenfall-Zentrale in der Stockholmer Innenstadt gegen den Braunkohletagebau des schwedischen Energiekonzerns protestiert. Die UmweltschützerInnen verteilten Info-Mate­rial an die PassantInnen und ent­rollten ein Transparent mit der Aufschrift: Vattenfall: ersätt brunkolen! (Vat­tenfall - weg von der Braunkohle!). Sie unterstützen mit ihrer Aktion zwei Män­ner und eine Frau der Umweltorganisation ROBIN WOOD, die seit dem 6. Oktober in dem Landschafts­schutzgebiet "Lacomaer Teichlandschaft" bei Cottbus in Brandenburg drei Bäume besetzt ha­ben. Die Bäume sollen fallen, damit dort Braun­kohle abgebaggert werden kann. Vat­tenfall hat bereits mit ersten Arbeiten zur Ent­wässerung der einzigartigen Teichlandschaft be­gonnen, obwohl sie im Jahr 2003 als europäisches Natura 2000-Schutzgebiet eingestuft wor­den ist. In solchen Gebieten muss die biologische Vielfalt durch Schutz, Pflege und Entwick­lung der dor­tigen Lebensräume sowie der Tier- und Pflanzenarten erhalten blei­ben.

"Wir fordern Vattenfall auf, die Arbeiten in der Lacomaer Teichlandschaft sofort zu beenden und auf eine klimafreundliche Energiepolitik auch in Deutschland umzusteigen", sagt der deutsche ROBIN WOOD-Akti­vist Björn Fröhlich in Stockholm.

Die BaumbesetzerInnen in Lacoma erfahren auch aus der Region viel Unterstützung. Die GRÜNE LIGA Brandenburg erklärte sich solidarisch mit den ROBIN WOOD-AktivistInnen. Der Naturschutzver­band prüft derzeit rechtli­che Schritte gegen die vom Landesum­weltamt Brandenburg erteilte Geneh­migung für den Bau von Entwäs­se­rungsleitungen in der Nähe der La­comaer Teiche. Derweil können die Baum­besetzerInnen von ihren Plattfor­men bereits in etwa 30 Meter Entfer­nung die Bauarbeiten an einer Trasse durch das Gebiet beobachten.

Für Vattenfall ist die Naturzerstörung ein gutes Geschäft. Insbesondere die ostdeutschen Braun­kohlekraft­werke tragen erheblich zum Konzerngewinn bei. Jahr für Jahr konnte der schwedische Kon­zern seinen Um­satz in Deutschland steigern. Im ersten Quartal dieses Jahres betrug er bereits 2,3 Milliar­den Euro gegen­über zwei Milliarden im Vorjahreszeitraum. Das operative Ergebnis stieg von 296 auf 470 Millionen Euro. Ein großer Teil der Gewinne, die über Dividendenausschüttungen im schwedischen Staats­haushalt landen, stammt aus dem Stromgeschäft.

Obwohl sich die Kosten zur Produktion einer Kilowattstunde Strom aus Braunkohle nicht erhöht haben, er­höhte Vattenfall die Strompreise für die HEW- und Bewag-KundInnen Anfang 2005 um je­weils zirka 5 Pro­zent. Hinzu kommen für die deutschen SteuerzahlerInnen die Kosten für die Beseiti­gung der Umweltschä­den, die durch die Verstromung der Braunkohle verursacht werden.

ROBIN WOOD fordert Vattenfall auf, die Bauarbeiten im Landschaftsschutzgebiet sofort einzu­stellen. Au­ßerdem soll Vattenfall nicht mehr auf den Klimakiller Nr. 1, die Braunkohle, setzen, sondern auf Gas und erneuerbare Energien.


Pressekontakt:
Bettina Dannheim, ROBIN WOOD-Energiereferentin, Tel. 040 / 380 892 21, energie@robinwood.de
Ute Bertrand, Pressesprecherin, Tel. 040 / 380 892 0, presse@robinwood.de


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