16.6.2005
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Redaktionen: Wirtschaft/Umwelt
Autoindustrie bremst Klimaschutz aus
Bush-Regierung unterstützt Klage von Autobauern gegen kalifornisches Klimaschutz-Gesetz
International wächst der Protest gegen eine Allianz von Auto-Herstellern -
darunter BMW, DaimlerChrysler, Porsche und Volkswagen - die mit einer
Klage versuchen, das kalifornische Klimaschutz-Gesetz zu Fall zu bringen.
In den USA und Deutschland haben bereits über 150.000 Menschen
Protestbriefe und Emails an die Autokonzerne geschrieben. Die
Bush-Administration hat sich jetzt in den Konflikt eingemischt und
unterstützt die Klage der Autobauer ausdrücklich.
Die Auto-Hersteller klagen vor dem Bezirksgericht im kalifornischen Fresno
dagegen, dass Kalifornien im September 2004 verbindliche Grenzwerte für
den Kohlendioxid-Ausstoß von Neuwagen festgeschrieben hat. Das
entsprechende Gesetz (AB 1493) soll am 1. Januar 2006 in Kraft treten und
für PKW und leichte Nutzfahrzeuge gelten, die ab 2009 auf den Markt
kommen. Damit will die kalifornische Regierung den Kohlendioxid-Ausstoß
neu zugelassener PKW bis 2016 um 30 Prozent reduzieren. Der
durchschnittliche Flottenverbrauch soll auf umgerechnet 8,5 Liter pro 100
Kilometer sinken. In den USA sind bereits acht Bundesstaaten dem Vorbild
Kaliforniens gefolgt und wollen die dortige Regelung übernehmen.
In Deutschland hatte ROBIN WOOD zusammen mit acht weiteren
Umweltorganisationen im März dieses Jahres Briefe an Helmut Panke (BMW),
Jürgen Schrempp (DaimlerChrysler), Wendelin Wiedeking (Porsche) und Bernd
Pischetsrieder (VW) geschrieben und unter www.ausbremsen.de zum
online-Protest aufgerufen. Nach und nach haben alle Konzerne reagiert und
sich unisono darauf zurückgezogen, dass es in den USA Bundessache sei,
Regelungen zum Kraftstoffverbrauch festzulegen. Kalifornien argumentiert
hingegen, dass es hier um ein Problem der Luftverschmutzung gehe und
einzelne Staaten durchaus das Recht hätten, Grenzwerte für Emissionen
festzulegen, die strenger seien als die auf Bundesebene.
"Die Antworten der Auto-Konzerne sind allesamt enttäuschend und zeigen,
dass sie weiter in Sachen Klimaschutz auf der Bremse stehen. Anstatt in
die Entwicklung emissionsarmer Autos zu investieren, geben sie lieber
Millionen für Anwälte, Lobbyisten und Marketingleute aus, die daran
arbeiten, Klimaschutz-Gesetze zu verhindern", sagt Monika Lege,
Verkehrsreferentin bei ROBIN WOOD.
Der Rechtsstreit hat durch die Parteinahme der Bush-Regierung für die
Autokonzerne noch an politischer Brisanz gewonnen. Die Regierung in
Washington blockiert bislang jede Einbindung in den internationalen
Klimaschutz und hat auch den Beitritt der USA zum Kyoto-Abkommen
verweigert. Viele Bundesstaaten und Kommunen aber sind unzufrieden mit
dieser Politik. So haben sich mehr als 130 US-Städte verpflichtet, die
Kyoto-Ziele einzuhalten oder noch zu übertreffen. Auch die mächtigen
US-Verbraucherverbände mit mehr als 50 Millionen Mitgliedern haben sich
für das Klimaschutz-Gesetz ausgesprochen. Autokonzerne und die
US-Regierung müssen daher mit Gegenwind rechnen, wenn sie weiter an ihrer
Blockadepolitik festhalten.
Für Rückfragen können Sie sich jederzeit gern an uns wenden:
Monika Lege, Verkehrsreferentin, 040 / 380 892 12, verkehr@robinwood.de
Ute Bertrand, ROBIN WOOD-Pressesprecherin, 040 / 380 892 22, presse@robinwood.de
Hintergrund-Informationen von ROBIN WOOD zur Aktion "Klimasünder ausbremsen" (www.ausbremsen.de)