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Berlin, 20.4.05

Redaktionen: Wirtschaft/Ausland

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Umweltschützer contra Vattenfall

Proteste vor der schwedischen Botschaft gegen Braunkohletagebaue und die Zerstörung der Lacomaer Teichlandschaft

AktivistInnen der Umweltorganisation ROBIN WOOD und der Initiativgruppe "Freunde von La­coma" haben heute Vormittag gemeinsam vor den Nordischen Botschaften in Berlin gegen den Braunkohletagebau des schwedischen Energiekonzerns Vattenfall in Ostdeutschland demonstriert. Die Proteste richten sich insbesondere gegen die Zerstörung des ökologisch wertvollen Teichgebietes von Lacoma bei Cottbus durch den Braunkohlebergbau. Die Aktivis­tInnen entrollten Transparente mit den Aufschriften: "Keine neuen Kohlelöcher - Rettet die Teichlandschaft von Lacoma" und "Vattenfall - Als Klimakiller top, im Umweltschutz ein Flop".

Anlass für die Aktion ist die bevorstehende jährliche Hauptversammlung des staatseigenen, schwedi­schen Konzerns Vattenfall AG, die am 26. April in Stockholm stattfinden wird. Die UmweltschützerIn­nen nutzten ihren heutigen Besuch bei der schwedischen Botschaft dazu, einen offenen Brief an Schwedens Ministerpräsidenten Persson sowie die MinisterInnen für Wirtschaft und Umwelt zu überreichen. Darin fordern sie diese auf, sich konsequent für den Klimaschutz und den Erhalt schützenswerter Landschaften ein­zusetzen. Die Vattenfall-Hauptversammlung solle sich gegen den Bau neuer Braunkohlekraftwerke und gegen die Ausweisung neuer Tagebaue in der Lausitz aussprechen. Erst kürzlich waren in der Lausitz Überlegun­gen laut geworden, noch mehr Kohlefelder auszubeuten. Das hätte die Umsiedlung weiterer Dörfer bei Cottbus zur Folge. Vattenfall hält sich bislang derartige Optionen ausdrücklich offen.

Von der Abbaggerung akut bedroht ist die Teichlandschaft von Lacoma. Das etwa 300 Hektar große Gebiet, das Heimat für mehr als einhundert geschützte Arten ist, steht unter europäischem Natur­schutz (FFH). Dennoch soll - auf Druck von Vattenfall - noch in diesem Jahr die Zerstörung dieser Landschaft genehmigt werden. Die Abbaggerung würde nur etwa zwei Jahre die Auslastung des Kraftwerkes Jänschwalde sichern. "Die Zerstörung der Lacomaer Teichlandschaft bei Cottbus muss verhindert werden", sagt Daniel Häfner, Sprecher der "Freunde von Lacoma". "Das Gebiet ist uner­setzlich und darf nicht dem Profitstreben eines Staatskonzerns geopfert werden. Hier muss die schwedische Regierung endlich Verantwortung zeigen."

Der schwedische Konzern Vattenfall gehört wegen seiner Braunkohlekraftwerke in Deutschland und Polen zu den größten Klimaverschmutzern in Europa. Vattenfall gibt an, im Jahr 2003 allein in Deutschland knapp 69 Millionen Tonnen Kohlendioxid in die Atmosphäre geblasen zu haben. Zum Vergleich: In ganz Schweden wurden von allen Emittenten im gleichen Zeitraum zusammen insgesamt "nur" 51 Millionen Tonnen Kohlendioxid produziert.

"Wir erwarten von der schwedischen Regierung, dass ihr die Klimasünden von Vattenfall nicht egal sind, nur weil sie außerhalb des eigenen Landes begangen werden", so Bettina Dannheim, Energiere­ferentin von ROBIN WOOD. "Vattenfall muss auch in Deutschland in umwelt- und klimafreundliche Energien investieren, Kohlekraftwerke gehören nicht dazu."


Für Rückfragen stehen wir Ihnen gern zur Verfügung:
Daniel Häfner, Sprecher der "Freunde von Lacoma", daniel_haefner@yahoo.de
Bettina Dannheim, ROBIN WOOD-Energiereferentin, 040 / 380 892 21, energie@robinwood.de
Ute Bertrand, ROBIN WOOD-Pressesprecherin, 040 / 380 892 22, presse@robinwood.de


Offener Brief an die Minister (pdf, ca. 30 kB)
Offener Brief an die Minister (schwedisch) (pdf, ca. 30 kB)


weitere Informationen: http://www.robinwood.de/braunkohle



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