Hamburg, 21. März 2005
Redaktionen: Wirtschaft/Umwelt
Dunkle Geschäfte mit Gartenmöbeln aus Tropenholz
ROBIN WOOD kritisiert leere Öko-Versprechen des Handels und empfiehlt Gartenmöbel aus heimischen Hölzern
Die Umweltschutzorganisation ROBIN WOOD warnt vor dem Kauf von
Tropenholz-Gartenmöbeln. Denn das Holz dafür stammt überwiegend aus
südostasiatischen Ländern wie Burma, Kambodscha und Indonesien, wo in
rasantem Tempo tropische Wälder zerstört werden. Eine staatliche
Kontrolle des Holzeinschlags funktioniert dort nicht. Große Holzmengen
werden durch illegalen Einschlag gewonnen und in den Markt geschleust.
Unabhängige Informationen über die Herkunft von Tropenholz-Möbeln gibt
es auf der ROBIN WOOD-Homepage.
Zu Frühjahrsbeginn sind die
LädenwiedervollmitGartenmöbeln.Stichproben von ROBIN WOOD haben ergeben,
dass darunter viele Tropenholz-Produkte unklarer Herkunft sind und zum
Teil mit leeren Öko-Versprechen angepriesen werden.
So wirbt der Handelsriese WAL-MART für seine in Vietnam gefertigte
Gartenmöbelgarnitur aus der Holzart Red Balau mit dem Hinweis: "Aus
nachweislich kontrollierter Forstwirtschaft!". Als ROBIN WOOD um Belege
dafür bat, schickte der Lieferant von WAL-MART eine Woche später per Email
eine Sammlung staatlicher Dokumente auf Vietnamesisch. Daraus geht jedoch
nicht hervor, ob die Dokumente sich auf die Möbel beziehen, die WAL-MART
zur Zeit anbietet.
Auch Karstadt macht fortgesetzt Geschäfte mit Tropenholzmöbeln ohne
glaubwürdiges Zertifikat. Verkauft werden indonesische Teakholz-Möbel mit
einem so genannten "Teak-Pass" samt "Garantie"-Erklärung. Darin heißt es:
"Die Plantagen stehen unter strikter staatlicher Aufsicht und Kontrolle.
Umfangreiche und kluge Aufforstungsprogramme sichern die Teakholzbestände
für Generationen." Tatsache ist jedoch, dass in den Teakplantagen in
Indonesien wesentlich mehr Bäume eingeschlagen, als nachgepflanzt werden.
Außerdem wehrt sich die lokale Bevölkerung gegen die Plantagen, weil das
Land für den Anbau von Nahrungsmitteln verloren geht.
Für wie dumm Handelsunternehmen ihre KundInnen verkaufen wollen, belegt
das Vorgehen der Lifestyle-Kette Butlers. Butlers verkauft Klappmöbel aus
dem Tropenholz Nyatoh. Es stammt vor allem aus Indonesien, wo - nach
heutigen Angaben von Bundesumweltminister Trittin - der illegale
Holzeinschlag 73 Prozent beträgt. ROBIN WOOD bat um einen
Herkunftsnachweis für die Nyatoh-Möbel. Die Firma faxte daraufhin ein
Dokument aus dem Jahr 2002, das sich auf eine Lieferung anderer Holzarten,
nämlich Keruing und Bangkirai, bezieht.
ROBIN WOOD empfiehlt VerbraucherInnen Gartenmöbel aus heimischen Hölzern -
möglichst mit FSC-Zertifikat (Forest Stewardship Council). Hölzer wie
Lärche oder Robinie eignen sich gut für die Anwendung im Außenbereich und
machen die Verwendung von Tropenholz überflüssig.
Für Rückfragen können Sie sich gern jederzeit an uns wenden:
Peter Gerhardt, Tropenwaldreferent, Tel. 040 / 380 892 18, tropenwald@robinwood.de
Ute Bertrand, ROBIN WOOD-Pressesprecherin, 040 / 380 892 22, presse@robinwood.de
Unabhängige Informationen über die Herkunft von Tropenholz-Möbeln.