Hamburg, 18.3.2005
Redaktionen: Aktuelles / Umwelt
Zum Internationalen Tag des Waldes am Montag, den 21. März 2005
Der Wald stirbt - die Politik schaut zu
ROBIN WOOD fordert Sofortmaßnahmen gegen das Waldsterben
Zum Internationalen Tag des Waldes am kommenden Montag fordert ROBIN WOOD
ein Sofortprogramm zum Schutz der Wälder. Ziel ist es, den Eintrag von
Stickstoff in die Wälder massiv zu verringern. Dafür ist es notwendig, die
Massentierhaltung einzuschränken und eine ökologische Verkehrswende zu
fördern.
Noch nie ging es dem Wald in Deutschland so schlecht wie heute. 72 Prozent
aller Waldbäume haben Schäden in ihren Baumkronen. Als das
Forstministerium diesen alarmierenden Negativrekord im vergangenen
Dezember bekannt gab, kam das Thema einen Tag lang in die Schlagzeilen -
um schon am nächsten Tag wieder in den Schubladen zu verschwinden. Augen
zu und weiter so - bis zur nächsten Schreckensmeldung!
1984 - als die Waldsterbensdiskussion Umweltthema Nr. 1 war - zeigten 56
Prozent aller Waldbäume Schäden. Zehn Jahre später lagen die
Schadenszahlen bei 69 Prozent und nun - wiederum zehn Jahre später - sogar
bei 72 Prozent.
"Wenn der Trend der letzten 20 Jahre anhält, wird es bereits in 15 Jahren
keine ungeschädigten Buchen und Eichen mehr in den deutschen Wäldern
geben", sagt Rudolf Fenner, Waldreferent bei ROBIN WOOD. "In der zweiten
Hälfte dieses Jahrhunderts gäbe es dann keinen einzigen Waldbaum mehr ohne
Schäden in der Baumkrone." Bereits heute haben 83 Prozent aller Eichen und
sogar 86 Prozent aller Buchen Schäden in ihren Laubkronen.
Diese Schäden an den Kronen sind ein Gradmesser dafür, wie stark das
ökologische Gleichgewicht des Waldes und vor allem der Waldböden gestört
ist. Anhand der Blattverluste lässt sich sozusagen die Fieberkurve des
gesamten Ökosystems messen.
Als größte Schadstoffbelastung für den Wald gelten Stickstoffverbindungen.
Sie versauern den Waldboden, setzen giftige Substanzen frei und bringen
die Nährstoffsituation im Boden aus dem Gleichgewicht. Zum Schutz der
Wälder ist es daher dringend notwendig, die Stickstoffeinträge in die
Wälder zu reduzieren. Hauptverschmutzer sind die landwirtschaftliche
Tierproduktion - insbesondere die Massentierhaltung - und der
Straßenverkehr - insbesondere der LKW-Verkehr.
Der aktuelle Entwurf einer neuen Düngeverordnung, die auch die Lagerung
und Ausbringung von Gülle regelt, muss dringend nachgebessert werden. Denn
erlaubt sein sollen weiterhin derart hohe Stickstoff-Emissionen, dass
damit keine einzige Anlage zur Massentierproduktion verhindert werden
könnte.
Auch die seit Anfang des Jahres erhobene LKW-Maut muss erhöht und auf
allen Fernstraßen erhoben werden, um zu erreichen, dass weniger Güter auf
der Straße transportiert werden.
Für Rückfragen können Sie sich gern an uns wenden:
Rudolf Fenner, Fachreferent Wald, 040 / 380 892 11, wald@robinwood.de
Ute Bertrand, ROBIN WOOD-Pressesprecherin, 040 / 380 892 22, presse@robinwood.de
Hintergrund-Informationen und Grafiken zur "Fieberkurve" des Waldes unter: http://www.robinwood.de/waldsterben