Hamburg, Buenos Aires, 16. Dezember 04
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Redaktionen: Umwelt / Ausland
Gen-Bäume raus aus dem Kyoto-Protokoll!
ROBIN WOOD fordert weltweites Verbot genmanipulierter Bäume
Die Umweltschutzorganisation ROBIN WOOD fordert Bundesumweltminister
Trittin auf, sich bei der Klimakonferenz in Buenos Aires für ein
weltweites Verbot genmanipulierter Bäume einzusetzen. ROBIN WOOD
unterstützt gemeinsam mit 300 weiteren Organisationen eine entsprechende
Petition, die zur Zeit in Buenos Aires diskutiert wird.
Die Vertragsstaaten des Kyoto-Protokolls hatten bei ihrer vorherigen
Konferenz in Mailand (COP 9) ohne größere Diskussion entschieden, dass
genveränderte Bäume als so genannte Kohlendioxid-Senken anerkannt werden
sollen, ihre Anpflanzung also als Beitrag zum Klimaschutz gewertet werden
soll. Industriestaaten könnten demnach - anstatt ihren Ausstoß an
klimaschädlichen Gasen zu reduzieren - Forstplantagen mit genmanipulierten
Bäumen in den Ländern des Südens anlegen und bekämen dies mittels des
"Clean Development"-Mechanismus positiv als Klimaschutzaktivität
angerechnet.
ROBIN WOOD lehnt diesen Ansatz entschieden ab und fordert ein sofortiges
Verbot genmanipulierter Bäume. "Wir befürchten ein riesiges
Freilandexperiment mit unabsehbaren Risiken für die Biosphäre", sagte
Chris Lang, ROBIN WOOD-Aktivist und Experte des World Rainforest Movement
vor Ort in Buenos Aires. "Typische Eigenschaften der Gen-Bäume wie
Sterilität und Insekten-Resistenz könnten auf die natürlichen Waldbäume
übergehen und das Öko-System massiv stören."
Darüber hinaus sind industrielle Forstplantagen - auch ohne
genmanipulierte Bäume - eine denkbar schlechte Lösung für das
Klimaproblem. Betroffen wären in erster Linie die ärmeren Länder des
Südens, weil dort der Boden für solche Plantagen billig zu haben ist, die
Bäume schneller wachsen und entsprechend mehr Kohlendioxid binden.
"Industrielle Baumplantagen haben in der Vergangenheit zu ökologischen
Desastern etwa durch Grundwasserabsenkungen geführt. Sie rauben den
Menschen vor Ort den Boden, den sie dringend für den Anbau von
Lebensmitteln brauchen. Baumplantagen dürfen deshalb grundsätzlich nicht
für den Klimaschutz anerkannt werden", fordert Peter Gerhardt,
Tropenwaldreferent von ROBIN WOOD.
Ein wirkungsvoller Beitrag zum Klimaschutz hingegen wäre es, wenn Politik
und Industrie die rasante und enorm klimaschädliche Waldvernichtung wie in
Indonesien stoppen und die hohen Kohlendioxid-Emissionen in den
Industriestaaten drastisch reduzieren würden.
Für Rückfragen:
Peter Gerhardt, Tropenwaldreferent, Tel. 040 / 380 892 18, tropenwald@robinwood.de
Ute Bertrand, ROBIN WOOD-Pressesprecherin, 040 / 380 892 22, presse@robinwood.de