Berlin, 8.12.2004
Redaktionen: Aktuelles / Umwelt
Dem Wald geht es so dreckig wie nie zuvor
ROBIN WOOD fordert zum Schutz des Waldes eine drastische Erhöhung der Lkw-Maut
Noch nie seit Beginn der alljährlichen Waldschadenserhebungen vor über 20
Jahren ging es dem Wald so schlecht. 72 Prozent aller Waldflächen in
Deutschland sind erkennbar geschädigt. Während Ministerin Künast heute bei
der Bundespressekonferenz in Berlin die miserablen Fakten referiert, geben
ROBIN WOOD-AktivistInnen gleich nebenan auf eigene Weise ihren Kommentar
dazu ab. Vor dem benachbarten Kunstwerk "Parlament der Bäume" haben sie
einen Lkw mit einem großen Banner geschmückt. "Laster vom Pflaster - Wald
statt Asphalt" steht darauf. Künstlicher Qualm quillt aus dem Auspuff und
nebelt einige dahinter aufgestellte Bäume ein. ROBIN WOOD fordert als
zentrale Maßnahme zum Schutz des Waldes, weniger Güter auf der Straße zu
transportieren und die für 2005 geplante Lkw-Maut drastisch zu erhöhen.
Seit Ende der achtziger Jahre ist das Thema "Waldsterben" weitgehend aus
der Öffentlichkeit verschwunden, obwohl sich das Problem verschärfte: Seit
1996 stieg der Anteil der geschädigten Bäume von damals 61 Prozent
kontinuierlich an. Im letzten Jahr lag der Wert bei 69 Prozent. "Die
diesjährigen Zahlen sind kein Ausreißer, sondern liegen leider voll im
Trend", sagt Rudolf Fenner, der bei ROBIN WOOD seit Jahren die Entwicklung
des Waldsterbens verfolgt. "Jetzt alles auf den trockenen Sommer im
vergangenen Jahr zu schieben, wie dies etliche Landesminister getan haben,
ist irreführend. Die Misere ist hausgemacht und Folge massiver Fehler in
der Verkehrs- und Landwirtschaftspolitik."
Dem Wald geht es vor allem aus zwei Gründen so schlecht: Zum einen leidet
er unter Schadstoffen, insbesondere den Stickstoffverbindungen. Zum
anderen stresst ihn der Klimawandel. An beiden Ursachen hat der
Straßenverkehr wesentlichen Anteil.
So ist der Verkehr - neben der Landwirtschaft - der größte Emittent von
Stickstoffen. Insbesondere der Lkw-Verkehr schlägt negativ zu Buche: Zwei
Drittel der verkehrsbedingten Stickstoff-Emissionen stammen aus den
Auspuffen der Lkw, obwohl der Anteil der Laster am
Straßenverkehrsaufkommen bei "nur" 15 Prozent liegt. Außerdem verbraucht
der Güterverkehr über zehn Prozent mehr Energie als 1995. Entsprechend
mehr klimaschädliches Kohlendioxid belastet die Atmosphäre. Dies ist um so
bedrohlicher, als alle Prognosen davon ausgehen, dass künftig noch weit
mehr Laster über Deutschlands Straßen brettern werden.
Schon jetzt ist klar, dass die für Anfang nächsten Jahres geplante
Lkw-Maut da keine Abhilfe schaffen wird. ROBIN WOOD setzt sich dafür ein,
dass die Mautgebühren daher drastisch erhöht werden und nicht nur auf den
Autobahnen, sondern auf allen Fernstraßen erhoben werden. Statt für den
Bau von noch mehr Straßen sollen die Einnahmen aus der Maut in die
ökologische Verkehrswende investiert werden, insbesondere um das Angebot
im Schienengüterverkehr zu verbessern.
Für Rückfragen können Sie sich gern an uns wenden:
Rudolf Fenner, Waldreferent, Tel. 040 / 380 892 11, wald@robinwood.de
Monika Lege, Verkehrsreferentin, Tel. 040 / 380 892 12, verkehr@robinwood.de
Ute Bertrand, ROBIN WOOD-Pressestelle, 040 / 380 892 22, presse@robinwood.de
Hintergrund-Informationen und Grafiken unter: http://www.robinwood.de/waldsterben