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6.12.2004

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Einzigartige Torfwälder auf Sumatra in Gefahr

APRIL-Konzern will weiteres Regenwaldgebiet für Papier kahl schlagen / ROBIN WOOD warnt vor massiven Schäden für Umwelt und Klima

Der Zellstoff- und Papierkonzern APRIL mit Sitz in Singapur hat ein neues Konzessionsgebiet in den letzten tropischen Tieflandwäldern Sumatras beantragt. Der Konzern plant, dort den Regenwald durch Kahlschlag zu beseitigen und das geschlagene Tropenholz für die Papierherstellung zu verwenden. ROBIN WOOD unterstützt die indonesische Umweltbewegung darin, die Erteilung der Konzession noch zu verhindern. Außerdem fordert ROBIN WOOD den deutschen Handelspartner des Konzerns, PAPIER UNION, dringend auf, den Handel mit APRIL-Papier zu beenden.

Das ökologisch unersetzliche Gebiet, das APRIL ausbeuten will, umfasst 215.790 Hektar Torfwald im Osten der Provinz Riau. Über einen Zeitraum von sieben Jahren will der Konzern 3,2 Millionen Kubikmeter Tropenholz aus dem Regenwald für die Zellstoffproduktion gewinnen. Der Gouverneur der Provinz Riau unterstützt den Vorschlag des Konzerns, eine endgültige Entscheidung ist aber noch nicht gefallen.

Durch die geplante Abholzung würde das weltweit zweitgrößte tropische Feuchtwaldgebiet dieser Art zerschnitten werden. Torfwälder wie auf Sumatra spielen eine besonders wichtige Rolle für das regionale und globale Klima. Werden sie zerstört, gelangen große Mengen Kohlendioxid in die Atmosphäre und verschärfen den Treibhauseffekt. In der Zeitschrift Nature warnen Wissenschaftler im Vorfeld der heute beginnenden UN-Klimakonferenz in Buenos Aires davor, dass das Kyoto-Protokoll wirkungslos bleiben könne, wenn die indonesischen Torfwälder nicht besser geschützt werden. Zwar verbieten indonesische Gesetze Eingriffe in Torfwälder, wenn die Torfschicht mehr als drei Meter tief reicht. Die Praxis aber sieht anders aus. So hat der Konzern APRIL bereits Zehntausende Hektar solcher Torfwälder zerstört.

Indonesien hat die höchste Waldzerstörungsrate weltweit. Indonesische Umweltorganisationen fordern daher ein Moratorium für den industriellen Holzeinschlag in ihrem Land und drängen darauf, dass der Handel weltweit auf Produkte aus Raubbau an den Wäldern verzichtet. ROBIN WOOD unterstützt diese Forderung, zumal auch deutsche Unternehmen in diese Geschäfte verstrickt sind. Karstadt, Deutsche Post und die Metro-Gruppe konnte ROBIN WOOD bereits davon überzeugen, Papier aus dem Sortiment zu nehmen, für das Regenwald auf Sumatra zerstört wird. Der Großhändler PAPIER UNION mit Sitz in Hamburg aber hält noch immer an dem Geschäft mit APRIL-Büropapier fest.

„Die deutsche PAPIER UNION ist einer der wichtigsten Komplizen des Regenwaldzerstörers APRIL in Europa“, sagt Jens Wieting, Tropenwaldreferent von ROBIN WOOD. „Wir fordern PAPIER UNION auf, aus diesem Geschäft auszusteigen.“ Solange dies nicht geschehen ist, empfiehlt ROBIN WOOD den KundInnen von PAPIER UNION, sich nach Lieferanten umzusehen, die keine Mitverantwortung für Umweltzerstörung und Vertreibung tragen.


Kontakt:
Jens Wieting, Tropenwaldreferent, Tel. 040 / 380 892 15, tropenwald@robinwood.de
Ute Bertrand, ROBIN WOOD-Pressestelle, 040 / 380 892 22, presse@robinwood.de


 

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