Hamburg, 25. August 04
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Redaktionen: Wirtschaft/Umwelt
ROBIN WOOD überzeugt Metro: Handelskonzern will auf Papier aus Regenwaldzerstörung verzichten
Die Metro, einer der größten Handelskonzerne der Welt, beendet die
Geschäftsbeziehungen mit ihrem Papierlieferanten APP. Damit reagiert Metro
auf Proteste von ROBIN WOOD. Die Umweltorganisation hatte kritisiert, dass
der Zellstoff-Konzern APP (Asia Pulp and Paper) für seine Papierproduktion
großflächig Regenwald auf Sumatra vernichtet und für
Menschenrechtsverletzungen an der dort lebenden Bevölkerung verantwortlich
ist. ROBIN WOOD wertet die jetzt getroffene Entscheidung der Metro als
wichtiges Signal für Industrie und Handel weltweit, aus dem Handel mit
Produkten aus Urwaldzerstörung auszusteigen.
Metro geriet unter Druck, nachdem ROBIN WOOD öffentlich gemacht hatte,
dass die beiden zur Metro gehörenden Ketten Kaufhof und Real Papier von
APP verkaufen. ROBIN WOOD hatte bei einem renommierten US-amerikanischen
Labor eine Faseranalyse von APP-Kopierpapier der Marke "Sigma Universal"
(Real) in Auftrag gegeben. Ergebnis: Das Papier war aus Tropenholz
hergestellt. Es folgten Protestaktionen auf der diesjährigen
Aktionärsversammlung der Metro in Düsseldorf und vor Kaufhäusern in
etlichen deutschen Städten - und endlich das Einlenken der Metro.
Die Metro Group habe zunächst die Forderungen von ROBIN WOOD geprüft und
habe dann APP um Stellungnahme gebeten, schrieb die Umweltmanagerin des
Konzerns jetzt an ROBIN WOOD. Weiter heißt es in dem Schreiben: "Den
Dialog mit APP hat die METRO Group zum Anlass genommen, von allen ihren
Papierlieferanten den schriftlichen Nachweis zu verlangen, dass die
verwendeten Rohstoffe nicht aus schutzwürdigen Waldgebieten stammen.
Dieser schriftliche Herkunftsnachweis ist in Zukunft Voraussetzung der
Lieferanten zur Teilnahme an Papierausschreibungen. APP hat den Nachweis
nicht geliefert."
APP hat angekündigt, allein in diesem und im nächsten Jahr 180.000 Hektar
Wald auf Sumatra zu roden. Recherchen von ROBIN WOOD vor Ort belegen, dass
APP nicht einmal garantieren kann, dass das Holz aus legalen Quellen
stammt.
"Die Entscheidung der Metro wird international Wellen schlagen. Sie zeigt
Investoren und Industrie weltweit, dass Unternehmen sich um ihr Image
sorgen müssen, wenn sie Geschäfte auf Kosten des Regenwaldes machen", sagt
Peter Gerhardt vom ROBIN WOOD-Tropenwaldreferat.
ROBIN WOOD ermuntert die Metro, jetzt konsequent den eingeschlagenen Weg
fortzusetzen. "Wir wollen die Metro gern dabei unterstützen, verbindliche
Standards für den Einkauf von Papier festzulegen und mehr Recyclingpapier
anzubieten", so Jens Wieting von ROBIN WOOD.
Vor der Metro-Gruppe haben bereits Karstadt und die Deutsche Post auf
Proteste von ROBIN WOOD reagiert und Papier von Unternehmen, die Regenwald
auf Sumatra vernichten aus dem Sortiment genommen.
Für Rückfragen können Sie sich gern jederzeit an uns wenden:
Peter Gerhardt, Tropenwaldreferent, Tel. 040 / 380 892 18, tropenwald@robinwood.de
Jens Wieting, Tropenwaldreferent, Tel. 040 / 380 892 15, tropenwald@robinwood.de
Ute Bertrand, ROBIN WOOD Pressestelle, 040 / 380892 22, presse@robinwood.de
Wichtiger Hinweis für VerbraucherInnen
In den Geschäften der Metro (Kaufhof, Real, Extra, Comet, Metro C& C,
Media Markt, Saturn) können sich nach wie vor Papierprodukte von APP
befinden. Die Metro verkauft diese jetzt ab. Nach Angaben der Metro wird
es mindestens ein halbes Jahr dauern, bis sämtliche APP-Papierartikel aus
den Geschäften verschwunden sein werden.
ROBIN WOOD rät deshalb allen VerbraucherInnen, die sich nicht an der
Zerstörung der Tropenwälder beteiligen wollen, nach wie vor zur
Vorsicht beim Kauf von Papierprodukten bei der Metro. Dieser Hinweis
gilt insbesondere für Kopierpapier und Schulhefte.
Hintergrund-Informationen zur Papierkampagne von ROBIN WOOD unter: http://www.robinwood.de/urwaldpapier
Bitte lesen Sie auch unsere Pressemitteilungen:
METRO gerät wegen Handel mit Produkten aus Regenwaldzerstörung weiter unter Druck, 29.6.2004
METRO profitiert von der Zerstörung des Regenwaldes, 4.6.2004