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Berlin, den 17. Juni 2004

Redaktion: Aktuelles/Politik

Dividende zu Lasten des Klimas

ROBIN WOOD fordert bei Vattenfall-Hauptversammlung Ausstieg aus der Braunkohleverstromung

ROBIN WOOD-AktivistInnen haben heute die Hauptversammlung von Vattenfall in Berlin genutzt, um den Konzern zum Umstieg auf erneuerbare Energien aufzufordern. Wegen des Betriebs seiner Braunkohlekraftwerke in Deutschland ist Vattenfall einer der größten CO2-Verschmutzer in Europa.

"Braunkohle ist der Klimakiller Nr. 1 unter den Energieträgern", sagt Alexa Keßler, Vorstandsmitglied von ROBIN WOOD, die sich heute mit einer Rede an die Aktionärsversammlung wendet. "Vattenfall ist mitverantwortlich für die enorm hohen und weiter steigenden Kohlendioxid-Emissionen weltweit. Wir fordern den Vorstand von Vattenfall Europe auf, sich aus der Braunkohleverstromung zu verabschieden und auf klimafreundliche Energieträger zu setzen."

Mit dem Start des europaweiten Emissionshandels hat jede Tonne Kohlendioxid ihren Preis. Deshalb ist es nicht nur umweltpolitisch, sondern auch betriebswirtschaftlich geboten, den Kohlendioxidausstoß drastisch zu senken. Dabei wäre es kurzsichtig, wenn Vattenfall im Vertrauen auf den nationalen Allokationsplan weiter wirtschaftet wie bisher. Denn noch hat die EU den von Deutschland eingereichten Plan nicht akzeptiert - und spätestens in der nächsten Periode könnte der Plan schärfere Regelungen gerade auch für die Braunkohle vorsehen.

In keinem anderen Land der Welt wird soviel Braunkohle abgebaut wie in Deutschland. Vattenfall Europe ist daran wesentlich beteiligt. Im Jahr 2003 hat der Konzern 57 Millionen Tonnen Braunkohle im Tagebau abgebaggert und verstromt, obwohl es wesentlich umweltfreundlichere und effizientere Wege der Stromproduktion gibt. In Braunkohlekraftwerken fallen laut Öko-Institut pro Kilowattstunde Strom rund 1.030 Gramm Kohlendioxid an. Bei modernen Gaskraftwerken sind es hingegen 400 Gramm, bei Strom aus Windkraft sogar nur 19 Gramm.

Nicht allein das Klima muss unter der Braunkohleverstromung leiden. Bis Ende 2002 wurde in Deutschland für den Braunkohletagebau eine Fläche von 1.646 Quadratkilometern verwüstet, davon fast die Hälfte in der Lausitz. Dörfer wurden dem Erdboden gleich gemacht. Zahlreiche Menschen verloren ihre Heimat. In ganzen Landstrichen sank der Grundwasserspiegel. Wertvolle Naturschutzgebiete gingen verloren. "Die Internationale Konferenz für erneuerbare Energien in Bonn hat innovative Wege in eine klimafreundliche Energieversorgung aufgezeigt", sagt Keßler. "Braunkohle ist ein Auslaufmodell. Daraus muss Vattenfall jetzt endlich Konsequenzen ziehen."


Kontakt:
Alexa Keßler, Vorstand / Bettina Dannheim, Energiereferentin, Tel. 0171 / 835 95 15
Ute Bertrand, Pressesprecherin, 040-380892-22, presse@robinwood.de


Rede von Alexa Keßler, Vorstandsmitglied ROBIN WOOD

Hintergrund-Informationen unter www.robinwood.de/energie


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