Hamburg, 5. Mai 04
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Redaktionen: Wirtschaft/Umwelt
Indonesische Umweltschützer klagen an: PAPIER UNION ist mitverantwortlich für Menschenrechtsverletzungen und Waldzerstörung
Das führende deutsche Papierhandelsunternehmen PAPIER UNION soll sofort
seine Geschäfte mit dem Zellstoffkonzern APRIL abbrechen, der auf Sumatra
für massive Waldzerstörung und Vertreibungen verantwortlich ist. Das
forderten Vertreter indonesischer Umweltorganisationen im Gespräch mit
PAPIER UNION, das vergangene Woche auf Initiative von ROBIN WOOD in Berlin
stattfand. Um diese Forderung zu unterstützen, wandten sich heute 50
Umweltorganisationen aus aller Welt mit einem Offenen Brief an die
Geschäftsführung des Papierunternehmens.
Longgena Ginting, Direktor des indonesischen Umweltforums Walhi, machte im
Gespräch mit PAPIER UNION deutlich: "Wer Produkte von APRIL kauft, macht
sich mitschuldig an Menschenrechtsverletzungen und an der Zerstörung
unserer Wälder." Rivani Noor von der Allianz der Opfer der
Zellstoffindustrie CAPPA war entrüstet über Äußerungen des
Marketingdirektors David Wischmann. Dieser hatte erklärt, PAPIER UNION
verfüge über keine schriftlich festgehaltenen Umwelt- und Sozialstandards
für den Papiereinkauf, aber man habe volles Vertrauen in die Redlichkeit
des Geschäftspartners APRIL. "PAPIER UNION ist arrogant und glaubt blind
dem Konzern, der unsere Umwelt zerstört. Unsere Argumente und Daten lehnt
das Unternehmen ab oder zeigt sich gleichgültig", beklagt Noor.
APRIL betreibt auf Sumatra eine der größten Zellstofffabriken der Welt und
verbraucht rund sechs Millionen Kubikmeter Holz aus Naturwald jährlich.
Kein anderes Land weltweit verliert so schnell so viel Wald wie
Indonesien. Um dies zu stoppen, macht ROBIN WOOD Druck auf deutsche
Unternehmen, die mit Regenwaldzerstörern zusammenarbeiten. Im vergangenen
Jahr hatte daraufhin die Deutsche Post Papier von APRIL aus dem Sortiment
genommen.
PAPIER UNION jedoch ignoriert seit über einem Jahr die Forderungen von
Umweltorganisationen, das Geschäft mit APRIL zu beenden und kauft weiter
jährlich 15.000 Tonnen Papier der Marke "Paper One" des Konzerns. Für die
Produktion dieses Papiers verwandelt APRIL Jahrtausende alte Torfwälder,
die Lebensraum des seltenen Sumatra-Tigers sind, in Monokulturen.
"Durch sein starres Festhalten an der Kooperation mit APRIL hat PAPIER
UNION schon jetzt erreicht, als abschreckendes Beispiel bei
Umweltschützern auf der ganzen Welt bekannt zu werden", sagt Jens Wieting,
Tropenwaldreferent von ROBIN WOOD. "Dieses Negativ-Image wird das
Unternehmen nur durch einen konsequenten Wechsel der Einkaufspolitik
wieder los werden."
Für Rückfragen:
Peter Gerhardt, Jens Wieting, Tropenwaldreferat, 040-380892-18, tropenwald@robinwood.de
Ute Bertrand, Pressesprecherin, 040-380892-22, presse@robinwood.de