Pressemitteilung

Pressemitteilung   Bundesgeschäftsstelle
Langemarckstr. 210
28199 Bremen

Tel.: 0421 / 598 28 8
Fax.: 0421 / 598 28 72

Pressestelle
Nernstweg 32
22765 Hamburg

Tel.: 040 / 380 892 0
Fax.: 040 / 380 892 14

Pressemitteilung  

20.04.2004

Gemeinsame Pressemitteilung der "Freunde von Lacoma" und ROBIN WOOD

Proteste bei Einweihung der neuen Vattenfall-Zentrale in Cottbus

Umweltschützer fordern Erhalt der Lacomaer Teichlandschaft / Strafanzeige der Grünen Liga gegen Vattenfall-Konzern

Unter dem Motto "Vattenfall kommt - Lacoma bleibt! Neue Energien nutzen" haben UmweltschützerInnen heute Nachmittag während der Einweihung der neuen Vattenfall-Zentrale in Cottbus für den Erhalt der Lacomaer Teichlandschaft und eine Wende in der Energiepolitik demonstriert.

Die Lacomaer Teichlandschaft ist durch den Vattenfall-Braunkohletagebau Cottbus-Nord bedroht. "Etwa sechs Kilometer von der neuen Konzernzentrale entfernt arbeitet Vattenfall auf die Zerstörung des landschaftlich wertvollsten Cottbuser Stadtteils hin. Das ist für uns nicht hinnehmbar!", begründet Daniel Häfner, Sprecher der "Freunde von Lacoma" die Aktion.

Erst vor wenigen Tagen hatte der Naturschutzverband Grüne Liga Strafanzeige gegen Vattenfall gestellt, da der Konzern das Teichgebiet durch Tagebauvorbereitungen bereits unerlaubt schädigt. Die Lacomaer Teiche sind als europäisches Schutzgebiet nach der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie gemeldet. Obwohl der Zustand eines solchen Gebietes nicht verschlechtert werden darf und bisher keinerlei naturschutzrechtliche Genehmigungen vorliegen, senkt Vattenfall das Grundwasser im Gebiet ab und leitet ungereinigtes Grubenwasser in die Teiche. Im März vernichtete Vattenfall ein Winterquartier der besonders streng geschützten Rotbauchunke, wobei vermutlich hunderte Tiere zu Tode kamen. "Wir haben Strafanzeige gegen Vattenfall gestellt und werden uns weiter konsequent gegen solche Rechtsverletzungen zur Wehr setzen", sagt René Schuster von der Grünen Liga.

Die Zerstörungen sollen vorgenommen werden, obwohl sich die Rentabilität der Braunkohleverstromung ohnehin langfristig verschlechtern wird - trotz aller Bemühungen des Energiekonzerns Vattenfall, die Regelungen zum Emissionshandel zu eigenen Gunsten zu beeinflussen. Das Kraftwerk Jänschwalde, in dem die Braunkohle, die unter Horno sowie unter den Lacomaer Teichen liegt, verstromt werden soll, ist deutschlandweit einer der größten Emittenten von Kohlendioxid. Allein das Kraftwerk Jänschwalde pustet jährlich 20 Millionen Tonnen Kohlendioxid in die Luft. Das entspricht etwa vier Prozent der gesamten CO2-Emissionen Deutschlands.

Die Braunkohleverstromung ist die klimaschädlichste Art der Stromerzeugung. Sie erzeugt insgesamt 20 Prozent der Kohlendioxid-Emissionen, obwohl sie nur zehn Prozent des Primärenergiebedarfs abdeckt. "An der Braunkohleverstromung festzuhalten, führt energiepolitisch in die Sackgasse. Der schwedische Energieriese Vattenfall muss endlich umdenken und sich auch in Deutschland einer zukunftsfähigen Energieerzeugung zuwenden", so Bettina Dannheim, Energiereferentin von ROBIN WOOD.

Die Braunkohleverstromung bieten auch keine positive Perspektiven für den Arbeitsmarkt. Vattenfall wird von insgesamt 24.000 Stellen nur 14.500 erhalten können, die meisten Arbeitsplätze gehen an den ostdeutschen Standorten verloren. Die erneuerbaren Energien haben sich dagegen zum Jobmotor entwickelt: 120.000 Menschen sind dort mittlerweile beschäftigt - Zeit zum Umdenken auch in Brandenburg.


Kontakt:
ROBIN WOOD: Bettina Dannheim, 040-380 892 21, energie@robinwood.de


Weitere Informationen unter: www.lacoma.info und www.lacoma-bleibt.de



Protestaktion für den Erhalt der Lacomaer Teiche am 21. April 2004 in Cottbus


Lesen Sie zu diesem Thema auch unsere Pressemitteilungen:
17.10.2005 Baumbesetzern in Lacoma droht die Räumung
Vattenfall hat heute Bäume direkt am Hammergraben gefällt

12.10.2005 Protestaktion in Stockholm gegen den Braunkohletagebau von Vattenfall
Internationale Unterstützung für Baumbesetzer von ROBIN WOOD in Lacoma

12.10.2005 Vattenfall tänker skövla tyskt naturskyddsområde för brunkolsbrytning
Internationell protestaktion av miljövänner i Stockholm och Lacoma

7.10.2005 Trädkramare mot brunkolsbrytning
ROBIN WOOD-aktivister riktar in sig på träd i hemtrakterna som Vattenfall vill fälla för brunkolsdagbrytningen.

6.10.2005 Baumbesetzer gegen Braunkohlebagger
ROBIN WOOD-AktivistInnen richten sich auf Bäumen häuslich ein, die Vattenfall für den Braunkohletagebau in der Lausitz fällen will

20.4.2005 Miljövänner mot Vattenfall
Protester framför Sveriges Ambassad mot brunkolsdagbrott och förstörelse av Lacomas sjölandskap

20.4.2005 Umweltschützer contra Vattenfall
Proteste vor der schwedischen Botschaft gegen Braunkohletagebaue und die Zerstörung der Lacomaer Teichlandschaft

17.6.2004 Dividende zu Lasten des Klimas
ROBIN WOOD fordert bei Vattenfall-Hauptversammlung Ausstieg aus der Braunkohleverstromung

20.4.2004 Proteste bei Einweihung der neuen Vattenfall-Zentrale in Cottbus
Umweltschützer fordern Erhalt der Lacomaer Teichlandschaft / Strafanzeige der Grünen Liga gegen Vattenfall-Konzern

1.4.2004 Showing Vattenfall the red card
ROBIN WOOD campaigns against the destruction of Lacoma's lakes by brown coal mining in the Lausitz region.

1.4.2004 Vattenfall die rote Karte zeigen
ROBIN WOOD-Aktion gegen die Zerstörung der Lacomaer Teiche durch den Braunkohletagebau in der Lausitz

19.12.2003 Rettet Lacoma!
ROBIN WOOD protestiert vor Vattenfall-Zentrale in Berlin gegen den Braunkohletagebau in der Lausitz und die Zerstörung des Dorfes Lacoma

7.10.2003 Lacoma muss bleiben !
ROBIN WOOD protestiert gegen den Abriss des Dorfes Lacoma und die Erschließung weiterer Braunkohletagebaue

1.10.2003 Kultur & Natur statt Kohlegrube
 

Pressemitteilung

©ROBIN WOOD      - home -