20.04.2004
Gemeinsame Pressemitteilung der "Freunde von Lacoma" und ROBIN WOOD
Proteste bei Einweihung der neuen Vattenfall-Zentrale in Cottbus
Umweltschützer fordern Erhalt der Lacomaer Teichlandschaft / Strafanzeige der Grünen Liga gegen Vattenfall-Konzern
Unter dem Motto "Vattenfall kommt - Lacoma bleibt! Neue Energien nutzen"
haben UmweltschützerInnen heute Nachmittag während der Einweihung der
neuen Vattenfall-Zentrale in Cottbus für den Erhalt der Lacomaer
Teichlandschaft und eine Wende in der Energiepolitik demonstriert.
Die Lacomaer Teichlandschaft ist durch den Vattenfall-Braunkohletagebau
Cottbus-Nord bedroht. "Etwa sechs Kilometer von der neuen Konzernzentrale
entfernt arbeitet Vattenfall auf die Zerstörung des landschaftlich
wertvollsten Cottbuser Stadtteils hin. Das ist für uns nicht hinnehmbar!",
begründet Daniel Häfner, Sprecher der "Freunde von Lacoma" die Aktion.
Erst vor wenigen Tagen hatte der Naturschutzverband Grüne Liga
Strafanzeige gegen Vattenfall gestellt, da der Konzern das Teichgebiet
durch Tagebauvorbereitungen bereits unerlaubt schädigt. Die Lacomaer
Teiche sind als europäisches Schutzgebiet nach der
Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie gemeldet. Obwohl der Zustand eines solchen
Gebietes nicht verschlechtert werden darf und bisher keinerlei
naturschutzrechtliche Genehmigungen vorliegen, senkt Vattenfall das
Grundwasser im Gebiet ab und leitet ungereinigtes Grubenwasser in die
Teiche. Im März vernichtete Vattenfall ein Winterquartier der besonders
streng geschützten Rotbauchunke, wobei vermutlich hunderte Tiere zu Tode
kamen. "Wir haben Strafanzeige gegen Vattenfall gestellt und werden uns
weiter konsequent gegen solche Rechtsverletzungen zur Wehr setzen", sagt
René Schuster von der Grünen Liga.
Die Zerstörungen sollen vorgenommen werden, obwohl sich die Rentabilität
der Braunkohleverstromung ohnehin langfristig verschlechtern wird - trotz
aller Bemühungen des Energiekonzerns Vattenfall, die Regelungen zum
Emissionshandel zu eigenen Gunsten zu beeinflussen. Das Kraftwerk
Jänschwalde, in dem die Braunkohle, die unter Horno sowie unter den
Lacomaer Teichen liegt, verstromt werden soll, ist deutschlandweit einer
der größten Emittenten von Kohlendioxid. Allein das Kraftwerk Jänschwalde
pustet jährlich 20 Millionen Tonnen Kohlendioxid in die Luft. Das
entspricht etwa vier Prozent der gesamten CO2-Emissionen Deutschlands.
Die Braunkohleverstromung ist die klimaschädlichste Art der
Stromerzeugung. Sie erzeugt insgesamt 20 Prozent der
Kohlendioxid-Emissionen, obwohl sie nur zehn Prozent des
Primärenergiebedarfs abdeckt. "An der Braunkohleverstromung festzuhalten,
führt energiepolitisch in die Sackgasse. Der schwedische Energieriese
Vattenfall muss endlich umdenken und sich auch in Deutschland einer
zukunftsfähigen Energieerzeugung zuwenden", so Bettina Dannheim,
Energiereferentin von ROBIN WOOD.
Die Braunkohleverstromung bieten auch keine positive Perspektiven für den
Arbeitsmarkt. Vattenfall wird von insgesamt 24.000 Stellen nur 14.500
erhalten können, die meisten Arbeitsplätze gehen an den ostdeutschen
Standorten verloren. Die erneuerbaren Energien haben sich dagegen zum
Jobmotor entwickelt: 120.000 Menschen sind dort mittlerweile beschäftigt -
Zeit zum Umdenken auch in Brandenburg.
Kontakt:
ROBIN WOOD: Bettina Dannheim, 040-380 892 21, energie@robinwood.de
Weitere Informationen unter: www.lacoma.info und www.lacoma-bleibt.de