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Berlin, den 1. April 2004

Redaktion: Aktuelles/Politik

Vattenfall die rote Karte zeigen

ROBIN WOOD-Aktion gegen die Zerstörung der Lacomaer Teiche durch den Braunkohletagebau in der Lausitz

Aus Protest gegen die Pläne des Energiekonzerns Vattenfall, eine ökologisch wertvolle Teichlandschaft in der Lausitz für den Braunkohletagebau Cottbus-Nord zu verwüsten, haben heute AktivistInnen von ROBIN WOOD gemeinsam mit NaturschützerInnen aus Lacoma vor der Berliner Konzernzentrale von Vattenfall demonstriert. ROBIN WOOD-Aktivisten erklommen das Vattenfall-Gebäude und entrollten dort ein Transparent mit dem Slogan: "So viel Natur für so wenig Kohle? - Rettet Lacoma! Energiewende jetzt!" Um den Druck auf Vattenfall zu erhöhen, von dem Projekt abzulassen, fordert ROBIN WOOD die StromkundInnen des Konzerns - mit seinen Marken Bewag und HEW - dazu auf, zu einem Ökostromanbieter zu wechseln.

"Als StromkundInnen können wir Vattenfall zeigen, dass uns der Preis für den Strom zu hoch ist, wenn dafür ökologisch einmalige Landstriche ruiniert, gewachsene Lebenszusammenhänge zerstört und das Klima enorm belastet wird", sagt Ute Bertrand von ROBIN WOOD.

Braunkohle ist der Klimakiller Nr.1 unter den Energieträgern. Sie liefert in Deutschland circa zehn Prozent des Primärenergieverbrauchs, aber 20 Prozent des Kohlendioxidausstoßes. Trotz seiner enormen Klimaschädlichkeit beträgt der Anteil der Braunkohleverstromung am deutschen Energiemix noch immer 27 Prozent. Auch der klägliche Kompromiss zum Emissionshandel bringt keine Energiewende. Trotzdem geht er Vattenfall noch immer nicht weit genug. Der Konzern will erreichen, dass alle Investitionen zur Modernisierung seiner alten Braunkohlekraftwerke ab 1990 - und nicht wie jetzt vorgesehen ab 1996 - bei der Zuteilung der Abgaszertifikate berücksichtigt werden.

Das umstrittene Gebiet in der Lausitz, das den Baggern zum Opfer fallen soll, ist ein ökologisches Kleinod und Lebensraum für zahlreiche unter Schutz stehende Arten wie Rotbauchunke und Eremitenkäfer. Das Areal ist mittlerweile auch als europäisches FFH-Schutzgebiet gemeldet. Nach EU-Recht gilt deshalb seither ein so genanntes "Verschlechterungsverbot", das den Schutz der Arten gewährleisten soll. Trotzdem schafft Vattenfall Fakten durch Vorbereitungsarbeiten für den Tagebau. So wird vor allem durch die Absenkung des Grundwassers der Zustand des Gebietes bereits jetzt beeinträchtigt. Außerdem läuft ein Planfeststellungsverfahren zur geplanten Beseitigung der Teiche, dessen Ergebnis abgewartet werden müsste. NaturschützerInnen fordern daher den vollständigen Stopp der Tagebau-Vorbereitungen.

Mit der heutigen Aktion unterstützt ROBIN WOOD den energischen Widerstand der BewohnerInnen aus der Region. Zwei von ihnen, Franziska Liesigk und Robert Künne, waren in den Hungerstreik getreten und haben seit Tagen vor der Vattenfall-Konzernzentrale eine Mahnwache abgehalten. Heute gaben sie bekannt, dass sie nach 41 Tagen ihren Hungerstreik beendet haben. Die Proteste aber werden weitergehen.


Kontakt:
Ute Bertrand, ROBIN WOOD-Pressestelle, 040 / 380 892 22, presse@robinwood.de


Weitere Informationen auch unter http://www.lacoma.info



Fotos: ROBIN WOOD


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