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Fotos von der Aktion

22. März 2004

Ressort: Aktuelles/Wirtschaft

Deutsche Post verkauft Papier aus Tropenwaldzerstörung

ROBIN WOOD deckt auf: Post bricht eigene Öko-Versprechen

Die Deutsche Post verkauft in ihren Filialen Kopierpapier, dessen Rohstoff aus tropischen Naturwäldern stammt. Das hat eine von ROBIN WOOD in Auftrag gegebene Laboranalyse zweifelsfrei ergeben. Damit bricht die Post ihre Zusage, auf Papier aus Regenwäldern zu verzichten. Daher haben heute AktivistInnen der Umweltorganisation vor der Zentrale der Post in Bonn sowie vor einer Postfiliale in Berlin protestiert und leuchtend gelbe Transparente entrollt mit der Aufschrift „Wir zerstören Regenwälder für Papier! Ihre Post“. ROBIN WOOD fordert die Post sowie ihr Tochterunternehmen McPaper auf, alle Papierprodukte auszulisten, für die Naturwälder zerstört wurden. Außerdem soll die Deutsche Post künftig auf der Verpackung aller Papierprodukte Rohstoffquelle, Land und Bleichverfahren angeben.

ROBIN WOOD ließ bei der Post gekauftes, weißes Kopierpapier (Pakete zu 500 Blatt, ohne Hersteller- und Herkunftsangaben) untersuchen. Es enthielt überwiegend tropisches Hartholz aus natürlichen Wäldern („mixed tropical hardwoods“).

ROBIN WOOD war bereits im vergangenen Jahr auf die Post aufmerksam geworden, weil der Logistik-Riese Papier des indonesischen Zellstoffkonzerns APRIL verkaufte. In Indonesien zerstört APRIL ohne Rücksicht auf die Bevölkerung vor Ort die letzten Urwälder, um seine völlig überdimensionierten Zellstoff-Fabriken auszulasten. Nach Protesten gelobte die Post damals in einem Gespräch mit ROBIN WOOD Besserung und bekräftigte im Juni 2003 schriftlich: „Dies bedeutet, dass keine Papiere aus Regenwald, Kahlschlag oder schützenswerten Urwäldern eingekauft werden. Ist eine Nachverfolgbarkeit über die komplette Zellstoffkette nicht möglich, wird der Konzern künftig entsprechende Produkte aus dem Sortiment nehmen.“

Schöne Worte – die Realität aber sieht anders aus. „Die Post unterstützt durch den Handel mit Raubbau-Produkten die Zerstörung der Regenwälder. Sie tut dies trotz öffentlicher Warnungen und wider besseres Wissen, obwohl es ökologische Alternativen gibt“, sagt Peter Gerhardt, Tropenwaldreferent von ROBIN WOOD. „Wir erwarten von der Post, dass sie ihren Fehler sofort korrigiert, auf ein ökologisches Papiersortiment umsteigt und Recyclingpapier anbietet.“

Nirgendwo sonst auf der Welt wird der Regenwald so schnell vernichtet wie zurzeit in Indonesien. Kein anderes Land in den Tropen zerstört mehr Regenwald für die Papierproduktion als Indonesien. Die Folgen dieses Raubbaus hat ROBIN WOOD im Januar 2004 vor Ort auf Sumatra recherchiert und dokumentiert. Um das Geschäft mit der Tropenwaldvernichtung zu unterbinden, macht ROBIN WOOD Druck auf hiesige Handelsketten. Karstadt hat nach ROBIN WOOD-Protesten indonesisches Papier aus dem Sortiment genommen.


Kontakt:
Peter Gerhardt, Tropenwaldreferent, 040 / 380 892 18, tropenwald@robinwood.de
Rudolf Fenner, Waldreferent, Tel. (040) 380 892 11, wald@robinwood.de
Jens Wieting, Tropenwaldexperte, tropenwald@robinwood.de
Ute Bertrand, Pressesprecherin, 040 / 380 892 22, presse@robinwood.de


Hier (pdf, 72 kB) finden Sie den offenen Brief von ROBIN WOOD an die Post anlässlich des heutigen Aktionstages sowie Fotos und Informationen über die ROBIN WOOD-Recherche 2004 auf Sumatra unter www.robinwood.de/urwaldpapier und www.paperwatch.info


zur Pressemitteilung
ROBIN WOOD Proteste erfolgreich: Post will Fehler bei der Papierbeschaffung sofort abstellen (22.3.2004)
Post und McPaper verzichten auf Papier aus Regenwaldzerstörung (18.6.2003)


Fotos von der Aktion
 

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