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3. Februar 2004

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Ressort: Umwelt/Wirtschaft

Urwaldzerstörung auf Sumatra schreitet ungebremst voran

ROBIN WOOD-Aktivist berichtet von Recherchereise auf Sumatra

Nach einer dreiwöchige Recherchereise auf Sumatra zieht der ROBIN WOOD-Tropenwald-Experte Jens Wieting ein bitteres Fazit: "Die beiden größten Zellstoffkonzerne Indonesiens, APP und APRIL, zerstören weiterhin in rasantem Tempo die verbliebenen Regenwälder. Trotz internationaler Proteste beziehen sie noch immer rund zwei Drittel ihres Rohstoffes durch Kahlschlag in artenreichem Regenwald. Das Ausmaß der Zerstörung ist bestürzend." ROBIN WOOD appelliert daher gemeinsam mit den indonesischen Umweltnetzwerken WALHI, CAPPA und Hakiki Foundation eindringlich an die Papierhändler, die zurzeit auf der Messe PAPERWORLD in Frankfurt zusammen kommen, auf Zellstoff und Papier aus Indonesien zu verzichten.

"Auf Sumatra in der Provinz Riau herrscht ökologischer Notstand", berichtet der soeben von der Reise zurückgekehrte Wieting. "Städte und Flüsse sind stark verschmutzt, die Wälder fast vollständig abgeholzt. Große Flächen liegen brach oder sind von öden Ölpalmen- und Akazienplantagen bedeckt. Die staatliche Kontrolle funktioniert nicht. So können Papier-, Palmöl- und Holzindustrie ungehindert den letzten Regenwald der Insel zerstören. Militär und Polizei bereichern sich an den illegalen Holzgeschäften."

APP und APRIL haben den größten Holzhunger. Mit Krediten der Weltbank, privater Geber und Hermesbürgschaften aus Deutschland haben die beiden Konzerne riesige Zellstofffabriken aufgebaut. Um sie auszulasten, machen sie selbst vor wertvollen Naturwäldern nicht halt. Eine Praxis, die sie auch künftig beibehalten wollen: Laut Zahlen aus dem Forstministerium, die ROBIN WOOD vorliegen, will APP bis 2007 weitere 160.000 Hektar und APRIL bis 2009 200.000 Hektar Naturwald abholzen. Auch in Schutzgebieten und Wäldern wie dem Tesso Nilo-Gebiet, für die APP und APRIL auf Druck von Umweltschützern ein Einschlag-Moratorium akzeptiert haben, schlagen illegale Holzfäller weiterhin Holz ein.

"Die Zellstoffkonzerne müssen ihre Überkapazitäten soweit reduzieren, dass sie ihren Bedarf mit Holz aus den bestehenden Plantagen decken können", fordert Wieting. "APP und APRIL werden sich nur bewegen, wenn sie spüren, dass die Nachfrage ausbleibt, solange sie weiter Regenwald zerstören."

Indonesische Umwelt- und Menschenrechtsgruppen fordern ebenfalls ein Einschlagmoratorium in ihrem Land. Rully Syumanda vom Umweltnetzwerk WALHI in Riau: "The pulp and paper industries must stop immediately to cut the Indonesian rain forest and to pollute our environment. Don't buy paper from our forest!"


Kontakt:
Ute Bertrand, Pressesprecherin, 040 / 380 892 22, presse@robinwood.de


Beeindruckende Fotos sowie einen aktuellen Bericht von der Recherchereise finden Sie im Internet unter: http://www.paperwatch.info/
 

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