Berlin, 19. Dezember 2003
Redaktionen: Aktuelles/Umwelt
Rettet Lacoma!
ROBIN WOOD protestiert vor Vattenfall-Zentrale in Berlin gegen den
Braunkohletagebau in der Lausitz und die Zerstörung des Dorfes Lacoma
Die MitarbeiterInnen von Vattenfall in Berlin hatten heute einen ganz
besonderen Ausblick: Auf der Hauswand gegenüber erschienen Fotos des
Dorfes Lacoma und seiner einmaligen Teichlandschaft im Wechsel mit
Abriss-Bildern und Aufnahmen des Braunkohletagebaus. Mit der Aktion will
ROBIN WOOD den öffentlichen Druck auf Vattenfall erhöhen, das ökologisch
wertvolle Gebiet in der Lausitz nicht für den Braunkohleabbau zu zerstören
und stattdessen in eine umwelt- und klimaverträglichere Energiegewinnung
zu investieren.
Trotz massiver Proteste der Bevölkerung hat Vattenfall bereits im
September mit dem Abriss der ersten Häuser in Lacoma bei Cottbus begonnen.
Die Menschen leben dort in der Angst, dass noch in diesem Winter, die
Bagger erneut anrücken könnten. Um Platz für den Braunkohleabbau zu
schaffen, sollen auch die Lacomaer Teiche zerstört werden - eine besonders
schützenswerte Landschaft, in der Rotbauchunken und der seltene
Eremitenkäfer leben. Erst eine Beschwerde der Naturschutzverbände
Brandenburgs und das Einschreiten der EU-Kommission veranlassten die
Brandenburgische Landesregierung, die Lacomaer Teiche Anfang dieser Woche
als europäisches Schutzgebiet nach der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie in
Brüssel zu melden.
"Die Lacomaer Teiche sind unersetzlich", so ROBIN WOOD-Aktivist Hannes
Stein. "Wir fordern Vattenfall auf, den Abriss der Häuser sofort zu
stoppen und die Landschaft nicht zu verwüsten. Der Braunkohleabbau in der
Lausitz verursacht in der Region irreparable Schäden und ist - wegen der
enormen Klimaschädlichkeit der Braunkohleverstromung - auch
energiepolitisch unverantwortlich."
In keinem anderen Land der Welt wird so viel Braunkohle abgebaut wie in
Deutschland. Allein im Jahr 2002 waren es 169 Millionen Tonnen. Dabei ist
Braunkohle der Klimakiller Nummer 1 unter den Energieträgern. Sie liefert
in Deutschland zirka zehn Prozent des Primärenergiever-brauchs, aber 20
Prozent der CO2-Emissionen. Trotz seiner enormen Klimaschädlichkeit
beträgt der Anteil der Braunkohleverstromung am deutschen Energiemix noch
immer 27 Prozent.
Der Energiekonzern Vattenfall gehört zu den fünf größten CO2-Verschmutzern
in Europa. Diesen Umstand verdankt der Konzern seinen deutschen
Braunkohlekraftwerken, die allein im Jahr 2002 fast 60 Millionen Tonnen
CO2 ausstießen und dem Konzern enorme Gewinne in die Kasse spülten.
ROBIN WOOD fordert den Erhalt des Dorfes Lacoma und seiner
Teichlandschaft. Wer es mit dem Klimaschutz ernst meint, muss aus der
Kohle-Verstromung sozialverträglich aussteigen.
Für Rückfragen stehen wir Ihnen gern zur Verfügung.
Hannes Stein, Energie-Experte, Tel. 0178 / 37 47 051
Ute Bertrand, ROBIN WOOD, 040 / 380 892 22, presse@robinwood.de