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Gorleben, den 9.
November 03
Redaktion: Aktuelles/Umwelt
ROBIN WOOD-Aktivisten klettern
auf Förderturm in Gorleben Widerstand gegen
CASTOR-Transporte nötiger denn je
"CASTOR stoppen"
prangt seit heute früh in großen Lettern auf dem Transparent,
das AktivistInnen von ROBIN WOOD am Förderturm auf dem Gelände
des geplanten Endlagers Gorleben aufgehängt haben. Rund
ein Dutzend UmweltschützerInnen sind gegen 6:30 Uhr auf
den Turm geklettert. Sie fordern den Stopp der CASTOR-Transporte,
die endgültige Absage an ein atomares Endlager Gorleben
und den sofortigen Atomausstieg. Es ist damit zu rechnen, dass
heute Abend ein Zug mit zwölf Atommüllbehältern
aus La Hague im französischen Valognes abfahren und in den
nächsten Tagen in Gorleben eintreffen wird. Im dortigen
Zwischenlager stehen bereits 32 Behälter mit hochgiftigem
Strahlenmüll.
"Der Widerstand ist nötiger
denn je. Denn jeder weitere CASTOR-Behälter, der im Wendland
abgestellt wird, zementiert Gorleben als Endlagerstandort",
sagt Bettina Dannheim, Energiereferentin von ROBIN WOOD. "Noch
immer wird der Salzstock - wider besseres Wissen - als bestens
geeignet bezeichnet. Die niedersächsische Landesregierung
und auch die Atomkonzerne scheinen sich darum zu reißen,
Niedersachsen zum Atomklo der Nation zu machen. Dabei ist seit
20 Jahren wissenschaftlich belegt, dass der Salzstock Gorleben
den Atommüll nicht sicher von der Umwelt abschließen
kann."
Der Salzstock Gorleben ist nur
zum Teil durch eine Tondecke vom Grundwasser getrennt. Tiefes
Grundwasser kann direkt über dem Salzstock an die Grundwasseroberfläche
gelangen. Der Salzstock selbst ist an vielen Stellen stark zerklüftet
und von Rissen durchzogen. Durch diese Risse könnten radioaktive
Partikel nach oben ins Grundwasser wandern. Radioaktive Verseuchungen
von Mensch und Tier wären die unmittelbare Folge.
Weil der Standort Gorleben ungeeignet
ist und weltweit bislang kein sicheres Endlager existiert, muss
jede weitere Produktion atomaren Mülls sofort gestoppt und
die Suche nach einem Endlager vorangetrieben werden. Die rot-grüne
Bundesregierung hat in einem mehrjährigen Verfahren Kriterien
für die Endlagersuche entwickeln lassen. Jetzt ist sie in
der Verantwortung, diese zügig umzusetzen. Denn in der Zwischenzeit
werden mit jedem neuen Atommülltransport nach Gorleben Fakten
geschaffen, die eine demokratisch getroffene, nachvollziehbare
Entscheidung unterlaufen. Damit die Endlagersuche nicht schon
an der Finanzierung scheitert, müssen die 35 Milliarden
Rückstellungen der Konzerne für den Rückbau der
AKWs und die Beseitigung des Strahlenmülls in einen öffentlich-rechtlichen
Fonds überführt werden. Es ist nicht akzeptabel, dass
die Stromkonzerne die Milliarden weiterhin als Spielgeld auf
anderen Märkten nutzen dürfen - auf die Gefahr hin,
dass sie im Bedarfsfall nicht zur Verfügung stehen.
Mit der heutigen Aktion knüpfen
ROBIN WOOD-AktivistInnen an eine lange Widerstandstradition im
Wendland an. So ist es heute - nach dem Motto "Aller guten
Dinge sind drei" - das dritte Mal, dass AtomkraftgegnerInnen
den
Förderturm besetzen. Dies zeigt: Der Widerstand hat kräftige
Wurzeln - und er wächst.
Für Rückfragen können Sie sich jederzeit gern an uns wenden:
Bettina Dannheim, Energiereferentin, Tel. 040 / 380 892 21, energie@robinwood.de
Jürgen Sattari, Vorstandssprecher, Tel. 0171 / 28 59 622
Ute Bertrand, Pressesprecherin, Tel. 040 / 380 892 22, presse@robinwood.de
ROBIN WOOD-Aktion auf Förderturm dauert an...
(Pressemitteilung vom 9.11.2003)
Entschlossener CASTOR-Protest erhöht Druck auf Trittin
(Pressemitteilung vom 12.11.2003)
Ein Hintergrundpapier zu Gorleben finden Sie hier.
Foto: T.Vogt-Randbild
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