Lacoma, den 7. Oktober 2003
Redaktion: Aktuelles/Wirtschaft/Umwelt
Lacoma muss bleiben !
ROBIN WOOD protestiert gegen den Abriss des Dorfes Lacoma und die Erschließung weiterer Braunkohletagebaue
"Kultur statt Kohle - Lacoma statt Vattenfall" steht auf dem Transparent,
das ROBIN WOOD-AktivistInnen heute Morgen nahe der Ortschaft Lacoma
gespannt haben. Die UmweltschützerInnen fordern den Erhalt des Dorfes und
seiner ökologisch wertvollen Teichlandschaft. Der Energiekonzern
Vattenfall Europe plant, einige Häuser noch in diesem Jahr abzureißen und
mit der Entwässerung des Gebietes zu beginnen. Wo jetzt noch Menschen und
vom Aussterben bedrohte Tier- und Pflanzenarten leben, soll in den
nächsten Jahren eine Braunkohlegrube entstehen.
Seit Jahrzehnten kämpfen die BewohnerInnen des ostbrandenburgischen Dorfes
Lacoma um den Erhalt der Häuser. Schon das frühere DDR-Kohlekombinat
plante, die unter dem Dorf liegende Braunkohle abzubauen. Ein 16
Quadratkilometer großes Loch - 50 Meter tief - sollte an der Stelle
entstehen, wo noch heute ein lebendiges Dorf und eine der schönsten
Lausitzer Landschaften existiert. Jetzt werden diese Pläne wieder akut!
Zum 30. September liefen die Nutzungsverträge der DorfbewohnerInnen aus
oder wurden gekündigt. Heute will der Eigentümer des Dorfes, der
Stromkonzern Vattenfall Europe, die Häuser übernehmen.
Auch die über 300 Hektar große Lacomaer Teichlandschaft soll dem
Braunkohletagebau weichen. Die Karpfenteiche bieten den Lebensraum für
mehr als 100 bedrohte Arten. "Mit der für heute angekündigten Räumung
sollen offenbar Fakten geschaffen werden. Noch ist nicht geklärt, ob in
Lacoma jemals Braunkohle abgebaut werden darf", erklärt Alexa Kessler,
ROBIN WOOD-Aktivistin. "In Brüssel wird noch geprüft, ob die Lacomaer
Teiche als Schutzgebiet der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie ausgewiesen
werden müssen. Wenn dem so ist, ist hier hoffentlich Schluss mit dem
Braunkohletagebau."
Braunkohle liefert in Deutschland zirka zehn Prozent des
Primärenergieverbrauchs, aber 20 Prozent der CO2-Emissionen. Trotz seiner
enormen Klimaschädlichkeit beträgt die Braunkohleverstromung am deutschen
Energiemix mehr als 27 Prozent. Deutschland ist eine nationale
Klimaschutzverpflichtung eingegangen, wonach die CO2-Emissionen bis zum
Jahr 2005 um 25 Prozent gegenüber 1990 gesenkt werden müssen. Mit einem
Mehr an Braunkohleverstromung ist dieses Ziel nicht zu erreichen. "Es ist
Klima- und auch energiepolitisch nicht zu verantworten mehr und mehr
Braunkohle abzubauen und zur Stromerzeugung einzusetzen. Das Verschwinden
ganzer Dörfer und Landstriche in der Lausitz muss ein Ende haben", so
Kessler. "Der Klimaschutz darf nicht den wirtschaftlichen Interessen eines
Konzern geopfert werden. Lacoma muss bleiben!"
Für Rückfragen:
Bettina Dannheim, ROBIN WOOD-Energiereferentin, Tel. 040 / 380 892 21, energie@robinwood.de
Alexa Kessler, ROBIN WOOD-Aktivistin
Weitere Infos auch unter www.lacoma.info
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