Bremen, 18. Juni 2003
gemeinsame Pressemitteilung:
Aktionskonferenz Nordsee e.V +++ ROBIN WOOD
II. AKN Countdown zur gemeinsamen Umweltministerkonferenz
Umweltministerkonferenz zum Meeresschutz
Schifffahrt Topthema
Erstmalig steht das Thema Schifffahrt auf der gemeinsamen Meeresschutzkonferenz der Umweltminister der Nord- und Ostsee-Anrainerländer in Bremen (25./26.Juni 2003) auf der Tagesordnung. Damit reagieren die Minister auf die verheerenden Schiffsunfälle, wie den Untergang der "Prestige" im November 2002, die zeigten, dass Umweltverschmutzung durch die Schifffahrt eines der Hauptprobleme im Meeresschutz geworden ist. Die Umweltorganisationen Aktionskonferenz Nordsee e.V. (AKN) und ROBIN WOOD fordern die Umweltminister auf, jetzt entschieden zu handeln, um weitere Umweltzerstörung durch die Schifffahrt zu verhindern.
Im Vordergrund der Ministerverhandlungen steht das Thema Schiffssicherheit. Sowohl das Unglück des Öltankers "Prestige" als auch des Frachters "Fu Shan Hai" in der Ostsee zeigen, wie dringend notwendig schnelles Eingreifen ist. Die Bilder Tausender toter Vögel, kilometerweit verölter Strände und verzweifelter Fischer, die ihre Existenz zerstört sehen, sind noch sehr lebendig. Um weitere Katastrophen zu verhindern, fordern AKN und ROBIN WOOD die Einführung der Lotsenannahmepflicht in der Kadettrinne (Ostsee), die Einführung eines automatischen Identifikationssystems (Schiffserkennungssystems AIS) und eine bessere Regulierung der Klassifizierungsgesellschaften, die die technische Überwachung übernehmen. Außerdem müsse die weltweite Regulierungsbehörde für Sicherheit und Umweltschutz im Seeverkehr, IMO, reformiert werden. "Die gegenwärtige Situation, in der die IMO von den Interessen der Schifffahrtsgesellschaften und deren Agenten in den Billigflaggenstaaten geleitet wird, ist nicht hinnehmbar. Maritime Sicherheit und Umweltschutz können nur dann sichergestellt werden, wenn die IMO-Struktur mit dem Ziel reformiert wird, dass sie die verschiedenen maritimen Nutzungsinteressen widerspiegelt", so AKN-Sprecherin Nadja Ziebarth. "Hierfür bedarf es eines gemeinsamen Vorgehens der Nord- und Ostsee Anrainerstaaten."
Auch sekundäre Schäden der Schifffahrt durch Fluss- und Hafenausbauten haben verheerende Folgen für die Nordsee. "Durch Fluss- und Hafenausbauten steigt die größere Gefahren für das Hinterland bei Sturmfluten. Uferbereiche verschlicken und flusstypische Tier- und Pflanzenarten wie Bodenbrüter und Röhrichtbewohner werden verdrängt", warnt die Fluss-Expertin Annegret Reinecke von ROBIN WOOD. Die Küstenregion mit ihren Flüssen ist für viele Tierarten eine Art Kinderstube. Seehunde ziehen ihre Jungen auf Sandbänken groß. Diese Lebensräume sind durch Fluss- und Hafenausbaupläne, wie z.B. den JadeWeserPort sowie die Weser- und Elbvertiefung gefährdet. Die Umweltorganisationen fordern die Umweltminister auf, eine gemeinsame Hafenplanung zwischen den Anrainerstaaten zu initiieren, um einen ruinösen Konkurrenzkampf zwischen den Hafenstandorten, der auf Kosten der Natur geht, zu unterbinden.
AKN und ROBIN WOOD fordern:
- Lotsenannahmepflicht in der Kadettrinne (Ostsee)
- europaweite Einführung eines AIS-Erkennungssystems
- Unterstützung einer IMO-Strukturreform
- STOPP jeglicher weiterer Flussvertiefungen
Für Rücksprachen wenden Sie sich bitte an:
Nadja Ziebarth,
Aktionskonferenz Nordsee e.V., Tel: 0421 / 77675, AKNev@gmx.net, www.AKNeV.org
Annegret Reinecke,
ROBIN WOOD, Tel. 0421 / 5982894, annegret.reinecke@robinwood.de
Die Aktionskonferenz Nordsee e.V. ist Mitglied der Föderation "Seas at Risk". "Seas at Risk" ist eine unabhängige Föderation von Nicht-Regierungsorganisation, die national und international für den Meeresschutz arbeiten. Mehr zu "Seas at Risk" finden Sie auf der Website www.seas-at-risk.org
Zur gemeinsamen Umweltministerkonferenz OSPAR/HELCOM wird es eine Sonderausgabe der AKN Vereinszeitung WATERKANT in deutscher und englischer Sprache geben. Die Waterkant ist zu beziehen unter Tel: 0421 / 77675