Benediktbeuern und Hamburg, 22.5.03
Redaktionen: Umwelt/Ausland
Geschäfte auf Kosten des Tropenwaldes
Internationale Umweltorganisationen erhöhen Druck auf deutsche Papier Union
Mehr als ein Dutzend Umweltorganisationen aus Europa, Indonesien und
Brasilien, darunter ROBIN WOOD, BUND, The Rainforest Foundation und
Telapak,
haben das führende deutsche Papiergroßhandels-Unternehmen Papier Union
aufgefordert, auf Produkte zu verzichten, deren Rohstoff aus gefährdeten
Waldgebieten stammt. Insbesondere soll Papier Union das Geschäft mit dem
Konzern APRIL aussetzen, da APRIL maßgeblich für die Zerstörung des
Regenwaldes auf der indonesischen Insel Sumatra verantwortlich ist. Die
WaldschützerInnen, die sich zurzeit beim Forest Movement Europe im
bayerische Bendiktbeuern bei München treffen, unterzeichneten ein
entsprechendes Schreiben an die Geschäftsführung von Papier Union.
Vorausgegangen waren monatelange Proteste sowie eine Flut von Emails und
Postkarten gegen die Geschäfte von Papier Union mit dem
Tropenwald-Plünderer
APRIL.
Auf Sumatra betreibt APRIL eines der größten Zellstoffwerke der Welt.
Bisher
bezieht der Konzern 75 Prozent des Rohstoffes aus natürlichen Wäldern.
Seit
Aufnahme der Produktion hat er bereits mindestens 220.000 Hektar Wald
zerstört. APRIL plant, bis 2008 weitere natürliche Wälder zu plündern und
in
Plantagen umzuwandeln. Laut Weltbank wird es bereits 2005 keinen
größeren
Tiefland-Regenwald auf Sumatra mehr geben. Die Folgen sind fatal:
Unzählige
Menschen verlieren ihre Lebensgrundlage. Eine einzigartige Tier- und
Pflanzenwelt geht verloren. Umweltkatastrophen wie Überschwemmungen und
Erdrutsche häufen sich.
In dem Schreiben der WaldschützerInnen an den Vorsitzenden der
Geschäftsführung von Papier Union, Arndt Klippgen, heißt es: "Um
glaubwürdig
eine umwelt- und sozialverträgliche Einkaufspolitik zu verfolgen, muss
Papier Union die Geschäfte mit APRIL aussetzen, bis die Forderungen für
den
Schutz der letzten Regenwälder Sumatras durch den Konzern erfüllt
werden."
Die UnterzeichnerInnen fordern, dass die von APRIL und seinen Partnern
kontrollierten Waldgebiete von unabhängiger Seite begutachtet und alle
ökologisch wertvollen Flächen von der Nutzung ausgeschlossen werden.
Papier
Union soll generell auf Papierprodukte verzichten, deren Rohstoff aus
gefährdeten Waldgebieten stammt und den Altpapieranteil in seinen
Papierprodukten erhöhen.
Andere Unternehmen haben bereits erkannt, dass ein Umsteuern nötig ist.
Vor
einem Jahr verzichtete Karstadt nach Protesten von ROBIN WOOD auf den
Einkauf von Papier des Konzerns APP (Asia Pulp and Paper), der ebenfalls
großflächig Regenwald in Indonesien zerstört. Im Frühjahr dieses Jahres
erklärten die Kaufhauskette Kloppenburg sowie die Deutsche Post
gegenüber
ROBIN WOOD, Produkte von APRIL auszulisten.
Kontakt:
Jens Wieting,
ROBIN WOOD-Tropenwaldreferent, tropenwald@robinwood.de
Ute Bertrand,
ROBIN WOOD-Pressesprecherin, 040-380 892 22, presse@robinwood.de
Weitere Infos zu Papier aus Urwald-Raubbau unter: http://www.robinwood.de/urwaldpapier
Das Protestschreiben
Diese Pressemitteilung in englisch.