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Hamburg, den 13. Februar 2003

Redaktionen: Aktuelles/Umwelt

Hamburger Tropenholz-Beschluss auf der Kippe

ROBIN WOOD warnt: Hamburg darf Ureinwohnern nicht in den Rücken fallen

Unbeirrt von heftiger Kritik will die Hamburger Wirtschaftsbehörde am heutigen Donnerstag weiter über die Anerkennung des malaysischen Tropenholzsiegels MTCC diskutieren. ROBIN WOOD nimmt ebenso wie Greenpeace, WWF und die Gewerkschaft IG B.A.U. an dem als "Runder Tisch" titulierten Treffen nicht teil. Die Organisationen lehnen das malaysische Forstsiegel unisono ab, weil es nicht für eine glaubwürdig sozial gerechte und ökologische Forstwirtschaft steht. Um faule Kompromisse bei der Holzbeschaffung für öffentliche Baumaßnahmen in Hamburg zu verhindern, sind AktivistInnen von ROBIN WOOD heute statt dessen der Wirtschaftsbehörde aufs Dach gestiegen und haben ein Transparent mit der Aufschrift: "Hamburg auf dem (Ab)Holzweg" entrollt.

Das malaysische Tropenholz-Zertifikat des MTCC (Malaysian Timber Certification Council) erfüllt nicht die Anforderungen an ein international anerkanntes Zertifikat, wie es der Tropenholzbeschluss der Hansestadt verlangt. Das malaysische Zertifikat dient allein den Interessen der Holzindustrie des Landes und missachtet die Landrechte der indigenen Bevölkerung. Die wichtigsten Organisationen der UreinwohnerInnen Malaysias lehnen das Siegel ab, da ihre Einwände übergangen wurden. Außerdem gibt es keine unabhängige Kontrolle, da der MTCC selbst über die Vergabe des Zertifikats entscheidet.

Jedes Jahr werden in Malaysia mehr als 230.000 Hektar Tropenwald hauptsächlich durch den kommerziellen Holzeinschlag zerstört. Waldnomadenvölker wie die Penan wehren sich in einem verzweifelten Kampf gegen die Verwüstung ihrer noch verbliebenen Rückzugsgebiete.

"Als Mitglied des Klimabündnisses hat sich Hamburg verpflichtet, die Rechte der indigenen Völker in den Tropen zu achten und zum Erhalt der Tropenwälder beizutragen. Wenn die Hansestadt ein Siegel akzeptiert, das allein zur Ankurbelung des Tropenholz-Exports geschaffen wurde, fällt Hamburg den Ureinwohnern Malaysias in den Rücken", kommentiert Jens Wieting, Tropenholz-Experte von ROBIN WOOD.

Statt über die Anerkennung fragwürdiger Zertifikate nachzudenken, sollte die Stadt ihre Mitgliedschaft im Klimabündnis ernst nehmen und den Tropenholzbeschluss konsequent umsetzen. So wurde erst kürzlich im CCH Parkett aus Tropenholz ungesicherter Herkunft verbaut. Hamburg darf sich nicht länger mitschuldig machen an der rasant fortschreitenden Zerstörung der letzten tropischen Urwälder.

Für Rückfragen können Sie sich jederzeit gern an uns wenden:
Jens Wieting,
Tropenwald-Referent, tropenwald@robinwood.de, 040 - 380 892 18 oder heute vor Ort 0171 - 83 59 515
Ute Bertrand,
Pressesprecherin, presse@robinwood.de, 040 - 380 892 22

Hintergrundinformationen finden Sie hier und auf den Tropenwald-Seiten.

Kontakt:
Ute Bertrand,
Pressesprecherin, presse@robinwood.de, 040 - 380 892 22

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