Hamburg, den 18. Dezember 2002
Redaktionen: Aktuelles/Umwelt/Wirtschaft
Papier Union hält am Geschäft mit Raubbaukonzern fest
ROBIN WOOD legt neue Beweise dafür vor, dass Lieferanten von Papier Union in Indonesien illegal eingeschlagenes Holz beziehen
Gut zwei Wochen nach der Protestaktion von ROBIN WOOD vor der
Hauptverwaltung von Papier Union in Hamburg hat das Unternehmen erklärt,
weiterhin Produkte des Konzerns APRIL aus Indonesien zu beziehen, der auf
Sumatra den tropischen Regenwald zerstört. Lediglich auf Papier des ebenso
umstrittenen Konzerns APP will Papier Union verzichten. Das Unternehmen
hatte erst auf Druck von ROBIN WOOD eingeräumt, APP-Papier zu führen. Mit
einem Jahresumsatz von 550 Millionen Euro ist Papier Union eine
Branchengröße in Deutschland. Zu seinen Kunden zählen Großunternehmen,
Verlage und Einzelhändler.
ROBIN WOOD fordert Papier Union heute erneut auf, keine Geschäfte mit
Unternehmen zu machen, die für die Tropenwaldzerstörung mitverantwortlich
sind. Außerdem soll sich Arndt Klippgen, der geschäftsführende Vorstand
von Papier Union, in seiner Eigenschaft als Präsidiumsmitglied des
Bundesverbandes des Deutschen Papiergroßhandels dafür einsetzen, dass
Papier aus Raubbau auch von anderen Mitgliedsunternehmen nicht mehr
eingekauft wird.
Als Reaktion auf die Proteste hat Papier Union bislang lediglich
Firmenmaterial von APRIL vorgelegt. Dieses Material entkräftet die
Vorwürfe nicht. "Fest steht nach wie vor, dass APRIL 240.000 Hektar
Tropenwald zerstört hat und in den kommenden Jahren noch mal mindestens
150.000 Hektar roden will, um sie in eine ökologische Wüste von
Akazien-Monokulturen zu verwandeln," erklärt ROBIN WOOD-Tropenwaldexperte
Jens Wieting. Noch immer bezieht APRIL drei Viertel seines Rohstoffs
unmittelbar aus der Zerstörung des Tropenwalds, um seine Zellstoff- und
Papierfabrik auszulasten. Nach Angaben der Weltbank wird es schon im Jahr
2005 keinen Tieflandregenwald auf Sumatra mehr geben. Wegen der
dramatischen Waldzerstörung versucht inzwischen selbst der indonesische
Forstminister gegen den Widerstand der Papier- und Zellstoffindustrie ein
Moratorium für den Holzeinschlag in den verbliebenen natürlichen Wäldern
durchzusetzen.
ROBIN WOOD liegen jetzt neue Beweise des WWF Indonesien vor, die zeigen,
dass sowohl APP als auch APRIL Holz illegaler Herkunft aus dem Gebiet
Tesso Nilo beziehen. Aus den detaillierten Aufzeichnungen über
Beobachtungen vor Ort geht hervor, dass illegal operierende Trupps
geschlagenes Holz per Lastwagen in die Fabriken transportieren. Tesso Nilo
zählt zu den Gebieten mit der größten Pflanzenvielfalt, die jemals in
Wäldern gefunden wurde. Außerdem hat der WWF Tesso Nilo als Schutzgebiet
für die Rettung der Sumatra-Elefanten vorgeschlagen.
"Es ist nicht akzeptabel, dass die natürlichen Schatzkammern der Erde für
Papier geplündert werden", so Jens Wieting. "Wir wollen erreichen, dass
der Papierhandel in Deutschland endlich umdenkt und nicht länger mit
Raubbau-Produkten Geschäfte macht."
Jens Wieting, ROBIN WOOD-Tropenwald-Referent
Ute Bertrand, Pressesprecherin
Das Schreiben an Papier Union erhalten Sie in der Pressestelle. Weitere
Infos unter: http://www.robinwood.de/tropenwald
Kontakt:
Ute Bertrand, Pressesprecherin, presse@robinwood.de, 040 - 380 892 22