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Hamburg, den 19. November 2002

Redaktionen: Aktuelles/Umwelt/Wirtschaft

Papier Union verdient an der Zerstörung der indonesischen Tropenwälder

ROBIN WOOD fordert: Papierhändler soll auf Papier aus Raubbau verzichten

ROBIN WOOD-AktivistInnen protestieren heute vor der Hauptverwaltung der Papier Union in Hamburg gegen den Handel mit Papier aus Raubbau. Mit Transparenten, dem Kreischen von Motorsägen und Flugblättern klagen die UmweltschützerInnen an, dass der Papierhändler Produkte des Konzerns APRIL abnimmt, der die letzten tropischen Wälder auf Sumatra zerstört. In einem Schreiben an den Vorsitzenden der Geschäftsführung von Papier Union, Arndt Klippgen, fordert die Umweltorganisation, das Unternehmen solle dieses Papier nicht länger vertreiben. Außerdem soll der Großhändler sicherstellen, dass er generell keine Papierprodukte aus Urwäldern mehr verkauft. Papier Union ist mit einem Jahresumsatz von 550 Millionen Euro eines der größten Papierhandelsunternehmen in Deutschland und beliefert Großunternehmen, Verlage und Einzelhändler.

Papier Union hatte gegenüber ROBIN WOOD schriftlich erklärt, APRIL betreibe nachhaltige Forstwirtschaft. Tatsächlich hat der Konzern bisher 240.000 Hektar Tropenwald auf Sumatra zerstört, um seine Zellstofffabrik in der Provinz Riau auszulasten, die weltweit zu den größten zählt. Die Weltbank schätzt, dass schon in drei Jahren die Wälder auf Sumatra geplündert sind. Dokumentationen belegen außerdem, dass APRIL Ureinwohner von ihrem Land vertrieben und Flüsse verschmutzt hat.

"In der Papierbranche ist lange bekannt, dass die Zellstoffproduktion in Indonesien eine ökologische Katastrophe darstellt," sagt Tropenwald-Experte Jens Wieting von ROBIN WOOD. "Wenn Papier Union etwas am Erhalt des Naturerbes der Menschheit liegt, darf der Papierhändler nicht länger die Raubbau-Produkte von Konzernen wie APRIL abnehmen."

Auch in nicht-tropischen Regionen zerstört die Industrie Wälder für die Zellstoffproduktion. Insbesondere in Kanada, Nordrussland und Skandinavien fallen die letzten natürlichen Waldgebiete der Holz- und Papierproduktion zum Opfer. "Die KundInnen in Deutschland wollen kein Papier aus Waldzerstörung. Deshalb müssen Papier Union und auch der übrige deutsche Handel das gesamte Papiersortiment überprüfen und Papier aus Waldzerstörung aus dem Sortiment nehmen", fordert ROBIN WOOD-Waldreferent Rudolf Fenner.

Erste Erfolge hat der Druck der UmweltschützerInnen bereits gebracht. Nach Protesten im März dieses Jahres hat sich der Karstadt-Konzern gegenüber ROBIN WOOD verpflichtet, auf den Verkauf von Tropenholz-Papier der Firma Asia Pulp and Paper (APP) zu verzichten. Außerdem forderte Karstadt seine Lieferanten auf, ihre Holzquellen zu überprüfen, um Papierprodukte aus Raubbau auszuschließen.


Jens Wieting
Tropenwaldreferent, Tel. 040 / 380 892 18, tropenwald@robinwood.de

Dr. Rudolf Fenner
Waldreferent, Tel. 040 / 380 892 11, wald@robinwood.de

Ute Bertrand
Pressesprecherin, Tel. 040 / 380 892 22, presse@robinwood.de

Ein Hintergrundpapier zu APRIL, das Schreiben an Papier Union sowie die Broschüre "Mehr Recyclingpapier! Für den Erhalt der Wälder" erhalten Sie in der ROBIN WOOD-Pressestelle. Weitere Infos unter www.robinwood.de/urwaldpapier

Kontakt:
Ute Bertrand, Pressesprecherin, presse@robinwood.de, 040 - 380 892 22

 

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Lesen Sie hierzu bitte auch die ROBIN WOOD-Pressemitteilung:
Papier Union gibt Handel mit Papier aus tropischem Urwaldholz zu , vom 19.11.2002

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