Hamburg, den 16.10.2002
Redaktionen: Aktuelles/Umwelt/Wirtschaft
Koalitionsvertrag ebnet Weg ins Endlager Gorleben
ROBIN WOOD hat heute die Regelungen im Koalitionsvertrag zur Suche nach
einem Endlager für Atommüll scharf kritisiert. "SPD und Grüne haben es
versäumt festzulegen, dass die Energiekonzerne die Suche und Erkundung
eines sicheren Endlagers finanzieren müssen. Damit wird die
unvoreingenommene Suche nach einem geeigneten Standort torpediert. Jetzt
läuft alles noch schneller auf Gorleben zu", erklärte Bettina Dannheim,
Energiereferentin von ROBIN WOOD.
In dem Koalitionspapier heißt es: "Zur Frage der Finanzierung der
Erkundungsarbeiten strebt die Bundesregierung eine Verständigung mit den
Energieversorgungsunternehmen an, die deren Verantwortung als
Abfallverursacher gerecht wird."
Absehbar ist, dass diese "Verständigung" scheitern wird. Denn die
Energiekonzerne stellen sich auf den Standpunkt, sie hätten bereits die
Erkundung eines Endlagers bezahlt und dabei in Gorleben einen geeigneten
Standort gefunden. Die Suche nach einem weiteren Standort halten sie
schlicht für überflüssig.
"Die Laufzeitverlängerung für Obrigheim hat gezeigt, wie schwach die
Bundesregierung gegenüber den Energiekonzernen auftritt. Jetzt auch noch
dem Endlager in Gorleben den Weg zu ebnen, bedeutet eine weitere Rolle
rückwärts in der Atompolitik", so Dannheim.
ROBIN WOOD fordert die Bundesregierung auf, endlich anzuerkennen, dass
Gorleben und Schacht Konrad als Endlager-Standorte ungeeignet sind.
Außerdem soll sie klarstellen, dass die Energiekonzerne die
wissenschaftlich fundierte Suche nach geeigneten Standorten aus den
Rückstellungen vollständig zu finanzieren haben.
Bettina Dannheim, ROBIN WOOD-Energiereferentin
Ute Bertrand, Pressesprecherin
Kontakt:
Ute Bertrand, Pressesprecherin, presse@robinwood.de, 040 - 380 892 22