Bremen, den 25. September 2002
Redaktionen: Lokales/ Umwelt
Papier-Recycling in Gefahr
Bremen plant die Abschaffung der Altpapiercontainer
ROBIN WOOD appelliert an die Mitglieder der Bremer Umweltdeputation, sich
bei ihrer morgigen Beratung des Abfallwirtschaftskonzepts 2004 für den
Erhalt der Altpapier-Container in Bremen zu entscheiden.
In einem Briefwechsel mit ROBIN WOOD rechtfertigen die Umweltsenatorin
Christine Wischer sowie der SPD-Fraktionsvorsitzende Joachim Schuster, die
Altpapier-Container in Bremen abzuschaffen. Dies sei ökologisch
vertretbar, weil mit der blauen Tonne, die jeder freiwillig zuhause
aufstellen darf, Ersatz angeboten würde. Beide argumentieren, die
Containerplätze würden zur Verschmutzung des öffentlichen Raums beitragen.
Außerdem würden Bewohner aus dem Umland ihr Altpapier in die Container
werfen.
Die Argumente sind wenig überzeugend. Tatsächlich wird die Abschaffung der
Container dazu führen, dass weniger Altpapier recycelt werden kann und die
ökologischen Standards in Bremen sinken.
- Denn vielen BürgerInnen fehlt schlicht der Platz, das Altpapier
wochenlang in der Wohnung zu stapeln oder draußen zusätzlich eine blaue
Papiertonne aufzustellen. Der Effekt: Der wertvolle Rohstoff Papier landet
in der Hausmülltonne.
- Die Sauberkeit an den Container-Stellplätzen lässt sich verbessern. Dazu
kann die Leitstelle zur Verbesserung der Stadtsauberkeit genutzt werden,
die gerade in Bremen aufgebaut wird. Außerdem würde auch durch ein
Ausweichen auf die vierzehntägliche Straßensammlung die Stadt verschmutzt.
- Wenn BürgerInnen aus dem Umland die Container nutzen, mag dies ein
Kostenproblem sein. Dies erfordert aber eine andere Lösung als die
Abschaffung der Container. Jede gesammelte Tonne Altpapier ist wertvoll -
egal, woher sie kommt.
"Es ist politisch das falsche Signal, gegen alle ökologische Vernunft aus
Kostengründen eine funktionierende Sammelstruktur abzuschaffen", erklärt
Angelika Krumm, Papierkoordinatorin von ROBIN WOOD. Die Umweltorganisation
erwartet von der Stadt Bremen ein Papierrecycling auf höchstem Niveau.
Angelika Krumm, Projektkoordinatorin Papier
Ute Bertrand, Pressesprecherin
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