Berlin, den 4. September 2002
Redaktion: Aktuelles/Umwelt
Für einen ökologischen Hochwasserschutz
ROBIN WOOD appelliert an Umweltministerkonferenz, Flussausbau zu stoppen /
Derweil droht ihrem Kampagnen-Floß die Stilllegung
ROBIN WOOD fordert die Umweltminister der Elbanrainer-Länder sowie
Bundesumweltminister Trittin auf, sich heute Abend bei ihrer
Sonderkonferenz in Berlin auf Maßnahmen für einen konsequent ökologischen
Hochwasserschutz zu einigen. AktivistInnen der Umweltschutzorganisation
planen, heute Abend im Anschluss an die Konferenz Bundesumweltminister
Trittin Quellwasser der Elbe zu überreichen. Mit der symbolischen Aktion
unterstreichen sie ihre Forderung nach einem Ausbaustopp an Elbe, Saale
und Havel und für die Schaffung neuer Überschwemmungsflächen durch die
Renaturierung dieser Flüsse.
Die UmweltschützerInnen von ROBIN WOOD hatten das Elbwasser in Dresden am
14. Juli während des Internationalen Elbebadetages an Bord ihres selbst
gebauten Holzfloßes genommen. Mit dem Floß sind sie seitdem unter dem
Motto "Freie Ufer - lebendige Flüsse" auf Elbe und Havel unterwegs. "Die
Zustimmung der BürgerInnen für einen Ausbau-Stopp war überwältigend",
erzählt Alexa Kessler, Sprecherin der Floßtour. "Das Hochwasser hat uns
allen nun noch einmal auf grausame Weise gezeigt, wie existenziell wichtig
es ist, den Flüssen ihren Raum zu lassen."
ROBIN WOOD erwartet von den Umweltministern, dass sie sich bei der
anstehenden "Nationalen Flusskonferenz" mit einer einheitlichen Position
gegen die Betonköpfe in den Wasser- und Schifffahrtsämtern sowie im
Verkehrsministerium durchsetzen. Die - teils als Unterhaltungsmaßnahmen
getarnten - Ausbauten der Flüsse müssen gestoppt werden. Anstatt weiter
die Flüsse zu vertiefen, die Ufer zu zuschottern und Schleusen auszubauen,
müssen Deiche zurückgebaut und Flusslandschaften renaturiert werden.
"Jetzt als Konsequenz aus der Hochwasser-Katastrophe allein auf technische
Maßnahmen wie die Erhöhung der Deiche zu setzen, packt das Problem nicht
an der Wurzel. Vielmehr treibt es die Menschen weiter in einen
verheerenden Wettkampf mit der Natur, den sie langfristig nur verlieren
können", erklärte Kessler.
Wie kleinkariert manche Behörden-Vertreter auf das Engagement der
Umweltschützer reagieren, zeigte sich heute in Berlin. Nach siebenwöchiger
Tour und trotz vorliegender Genehmigung eröffnete die Einsatzleiterin der
Wasserschutzpolizei, Frau Braun, der Flößer-Crew, sie habe Strafantrag
gegen sie wegen Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz gestellt. Sie
drohte damit, das Floß werde stillgelegt. Außerdem sollen die
UmweltschützerInnen pro Nase eine Buße in Höhe von 100 Euro zahlen, weil
sie mit ihrem Floß ins Regierungsviertel geschippert sind.
Alexa Kessler, Sprecherin der Floßtour
Ute Bertrand, Pressesprecherin
Weitere Infos zur Tour finden Sie im Internet unter: http://www.flosstour.de
Kontakt:
Ute Bertrand, Pressesprecherin, presse@robinwood.de, 040 - 380 892 22