Hamburg, den 2. Juli 2002
Redaktionen: Aktuelles/Umwelt/Wirtschaft
Brunsbüttel-Störfall auch in Krümmel möglich
ROBIN WOOD fordert: AKW Krümmel abschalten und Atommüllzug durch Hamburg absagen
Ein Atommüllzug mit drei Risiko-Behältern des Typs NTL 11 aus dem
Atomkraftwerk Krümmel soll in der kommenden Nacht zusammen mit sechs
weiteren Behältern aus Neckarwestheim und Unterweser in die britische
Plutoniumfabrik Sellafield fahren. ROBIN WOOD fordert die zuständigen
Behörden dringend auf, den Transport abzusagen und das Atomkraftwerk
Krümmel vom Netz zu nehmen. Auch im Atommeiler Krümmel kann ein Störfall,
wie er sich im Dezember 2001 in Brunsbüttel ereignet hat, nicht
ausgeschlossen werden.
Wie der Atommeiler Brunsbüttel gehört auch das AKW Krümmel zu den
Siedewasserreaktoren der Baulinie 69. ROBIN WOOD liegt ein Kurzgutachten
der Gesellschaft für Reaktorsicherheit von Mai 2002 vor. Ergebnis:
Knallgasexplosionen wie in Brunsbüttel können auch in anderen
Siedewasserreaktoren passieren. In dem Bericht heißt es: "Die in jüngster
Zeit aufgetretenen Schäden durch Radioloysegasexplosionen weisen darauf
hin, dass es trotz durchgeführter Analysen und getroffener Maßnahmen
weiterhin in dampfbeaufschlagten Bereichen zu unerwarteten
Radiolysegasreaktionen mit erheblichen Schäden kommt." Die Gesellschaft
für Reaktorsicherheit hält daher zuverlässige Maßnahmen, die derartige
Explosionen verhindern könnten, für notwendig. Am 14. Dezember 2001 war es
im AKW Brunsbüttel in der Deckelsprühleitung zu einer Knallgasexplosion
gekommen. Hätte diese Explosion nur wenige Meter weiter Richtung
Reaktordruckbehälter stattgefunden, hätte es zu einem
Kühlmittelverlust-Störfall kommen können. Die Hamburger Elektrizitätswerke
(HEW) als Betreiberin des Kraftwerks hatten sich zwei Monate lang
geweigert, den Störfall aufzuklären. "Auch im AKW Krümmel können
Radiolysegasexplosionen nicht ausgeschlossen werden, auch dort sind die
HEW als Betreiber der Anlage verantwortlich. ROBIN WOOD fordert deshalb
die schleswig-holsteinische Aufsichtsbehörde auf, den Atommeiler Krümmel
sofort vom Netz zu nehmen", erklärt Bettina Dannheim, Energiereferentin
von ROBIN WOOD. Doch um den Weiterbetrieb der Atomanlage zu sichern, soll
in der kommenden Nacht zum dritten Mal in diesem Jahr hochradioaktiver
Atommüll aus dem AKW Krümmel in Behältern vom Typ NTL 11 quer durch Europa
in die Plutoniumfabrik Sellafield transportiert werden. Der Behältertyp
NTL 11 hatte 1998 mehrere Falltests nicht überstanden und war daher aus
dem Verkehr gezogen worden. Die jetzt eingesetzten Behälter sind nie
realen Belastungstests unterzogen worden. Niemand kann daher voraussagen,
ob sie bei einem Unfall wirklich dicht bleiben. Die Folgen eines Unfalls
in einer Großstadt wie Hamburg wären katastrophal.
Für Rückfragen stehen wir Ihnen gern zur Verfügung:
Bettina Dannheim, Energiereferentin
Ute Bertrand, Pressesprecherin
Für Informationen während des für heute Nacht erwarteten Transports erreichen Sie ROBIN WOOD die ganze Nacht über.
Kontakt:
Ute Bertrand, Pressesprecherin, presse@robinwood.de, 040 - 380 892 22