Frankfurt am Main, den 26. Juni 2002
Redaktionen: Politik / Wirtschaft
Ausbau des Frankfurter Flughafens stoppen
ROBIN WOOD-AktivistInnen protestieren bei Fraport-Hauptversammlung
ROBIN WOOD-AktivistInnen haben heute Vormittag während der
Hauptversammlung der Betreibergesellschaft des Frankfurter Flughafens
Fraport gegen den geplanten Ausbau des Frankfurter Flughafens protestiert.
In der Jahrhunderthalle in Frankfurt-Hoechst verteilten sie Flugblätter an
die AktionärInnen. Scharfe Personenkontrollen und das Wachpersonal im Saal
verhinderten, dass die AktivistInnen mitgebrachte Transparente entrollten.
ROBIN WOOD fordert, den Frankfurter Flughafen nicht auszubauen, die Zahl
der Flugbewegungen zu deckeln und nächtliche Flüge zwischen 22 und sechs
Uhr zu verbieten. Denn durch den rasant angestiegenen Flugverkehr in der
Rhein-Main-Region ist die Grenze der Belastbarkeit für Menschen, Natur und
Klima bereits jetzt überschritten.
Der Frankfurter Flughafen entwickelt sich zum Nachtflug-Eldorado und zum
Schauplatz für scheinbar grenzenloses Wachstum im Luftverkehr. Die
Unternehmensbilanzen verschweigen, wie viele Menschen der Fluglärm krank
gemacht hat, wie viele Flächen zerstört und wie sehr der Treibhauseffekt
verstärkt wurde, erklärte ROBIN WOOD-Verkehrsexpertin Steffi Barisch.
Die AktionärInnen sollen wissen, dass immer mehr Menschen in der
Rhein-Main-Region diese Belastung nicht länger klaglos hinnehmen werden.
Die Zunahme des Flugverkehrs wird Folgen haben, die weit über die Region
hinausreichen und ein generelles Umdenken erforderlich machen. Flugverkehr
ist die umweltschädlichste Form der Fortbewegung. Neben Belastungen wie
Flächenfraß und Lärm gibt es Schäden, die nicht unmittelbar wahrzunehmen
sind. Flugverkehr ist extrem klimaschädlich. Er findet in Höhen statt, in
denen sich die Abgase, die bei der Verbrennung des Kerosins entstehen,
besonders stark auswirken. So bleiben die ausgestoßenen Stickoxide in der
Stratosphäre viel länger stabil als in Bodennähe. Das daraus gebildete
Ozon trägt ebenso wie das Kohlendioxid zum Treibhauseffekt bei. Auch der
Wasserdampf, sichtbar durch die Kondensstreifen am Himmel, bewirkt, dass
die Wärmeabstrahlung der Erde blockiert wird.
Trotz seiner katastrophalen Umweltbilanz wächst der Flugverkehr rasant. Am
Frankfurter Flughafen haben sich die Passagierzahlen nach Angaben des
Statistischen Bundesamtes in den vergangenen zwanzig Jahren fast
verdreifacht; sie stiegen von 16,8 Millionen im Jahr 1980 auf 48,9
Millionen in 2001.
Der Frankfurter Flughafen ist weltweit der siebtgrößte Passagier- und
Frachtflughafen. Durch seinen Ausbau wird die Infrastruktur geschaffen,
noch mehr Flugverkehr abzuwickeln. Wir protestieren heute dagegen, dass
sich am Frankfurter Flughafen eine verkehrte Verkehrspolitik Bahn bricht.
Wir brauchen nicht mehr Raum für Flugpisten, sondern für Konzepte einer
intelligenten und umweltverträglichen Mobilität.
Steffi Barisch, ROBIN WOOD-Verkehrsreferentin, Tel. 0162 / 777 91 68 (vor Ort in
Frankfurt)
Ute Bertrand, ROBIN WOOD-Pressesprecherin, Tel. 040 / 380 892-22
Kontakt:
Ute Bertrand, Pressesprecherin, presse@robinwood.de, 040 - 380 892 22