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Frankfurt, den 11. Juni 2002

Redaktionen: Politik / Umwelt

Einen "raumverträglichen" Ausbau des Frankfurter Flughafens kann es nicht geben

ROBIN WOOD kritisiert Ergebnis des Raumordnungsverfahrens

Der hessische Wirtschafts- und Verkehrsminister Dieter Posch hat heute in bestem Behördendeutsch versucht, den Bau einer neuen Landebahn am Frankfurter Flughafen schönzureden. Er begrüße, so Posch auf seiner heutigen Pressekonferenz, dass das Raumordnungsverfahren zum geplanten Ausbau des Frankfurter Flughafens als "eindeutiges Ergebnis eine raumverträgliche Vorzugsvariante" hervorgebracht habe. Gemeint ist die Nord-West-Piste, die den Bannwald bei Kelsterbach zerschneiden und Hunderttausende einer unerträglichen Lärmbelastung aussetzen würde.

"Der Ausbau des Frankfurter Flughafens ist nicht verträglich für Mensch und Umwelt zu gestalten. Die Grenzen der Belastbarkeit sind längst überschritten. Notwendig ist daher eine Deckelung der Flughafenkapazitäten mit Rücksicht auf die Gesundheit der Menschen sowie auf Umwelt und Klima", erklärte Steffi Barisch, ROBIN WOOD-Verkehrsreferentin.

In der Rhein-Main-Region, einer der dichtest besiedelten Regionen Europas, haben Flugverkehr und Fluglärm rasant zugenommen. Die jährlichen Flugbewegungen wurden von knapp 180.000 Anfang der achtziger Jahre auf rund 500.000 im Jahr 2001 gesteigert. Das bedeutet im Schnitt eine Flugbewegung in jeder Minute - bei Tag und bei Nacht. Selbst die von der Fraport im Zuge des Ausbaus avisierten 660.000 Flugbewegungen pro Jahr sind nirgendwo als Obergrenze festgeschrieben. Technisch wären nach dem Ausbau rund 800.000 Flugbewegungen möglich.

Für den Bau einer neuen Landebahn im Kelsterbacher Wald müsste eigens eine "Lex Flughafen" geschaffen werden. Denn der dortige Bannwald steht unter dem höchsten Schutz, den das Forstrecht kennt. Das hessische Forstgesetz schreibt vor, dass Flächen, die unter Bannwaldschutz stehen, für immer Wald bleiben müssen, weil sie für das Gemeinwohl unersetzlich sind. "Wenn Rechte zum Schutz der Natur nach Belieben ausgehebelt werden, sobald wirtschaftliche Interessengruppen dies fordern, verliert die Politik weiter dramatisch an Glaubwürdigkeit", kritisiert Barisch. "Das wird die Konflikte in der Region verschärfen."

ROBIN WOOD lehnt alle Ausbauvarianten des Frankfurter Flughafens ab. Ergänzend zur Deckelung der Flugbewegungen fordert ROBIN WOOD ein Nachtflugverbot für die Zeit zwischen 22 Uhr und sechs Uhr.


Steffi Barisch, ROBIN WOOD-Verkehrsreferentin, Tel. 040 / 380 892-12
Ute Bertrand, ROBIN WOOD-Pressesprecherin, Tel. 040 / 380 892-22

Kontakt:
Ute Bertrand, Pressesprecherin, presse@robinwood.de, 040 - 380 892 22

 

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