Braunschweig, den 11. Juni 2002
Redaktionen: Politik / Umwelt
ROBIN WOOD warnt: "Jetzt strahlt Oberbürgermeister Hoffmann - bald strahlen wir alle!"
Braunschweiger Stadtrat entscheidet heute über Klage gegen atomares Endlager
Die Umweltschutzorganisation ROBIN WOOD fordert die Ratsmitglieder der
Stadt Braunschweig auf, bei ihrer heutigen Ratssitzung für eine Klage
gegen die Genehmigung des Endlagers Schacht Konrad zu stimmen. Eine solche
fristgerecht bis zum 28. Juli eingereichte Klage hätte für den Bau des
Endlagers "aufschiebende Wirkung", da bereits im Juli 2000 ein so
genannter Antrag auf Sofortvollzug zurückgezogen wurde. Niedersachsens
Umweltminister Jüttner - nach eigenen Aussagen selbst ein Gegner des
Endlagers - geht von einem mehrjährigen juristischen Streit aus. Nur auf
diesem Weg, so Jüttner, sei das Endlager noch zu verhindern.
"In dem 20 Jahre andauernden Genehmigungsverfahren konnten schwer wiegende
Bedenken gegen das Endlager Schacht Konrad nicht ausgeräumt werden",
kritisiert Jürgen Sattari, Vorstandssprecher von ROBIN WOOD. "Eine sichere
Lagerung des radioaktiven Mülls in dem ehemaligen Bergwerk ist nicht
garantiert. Daher appellieren wir eindringlich an die Stadt Braunschweig,
die Rechte und den Schutz der Braunschweiger Bevölkerung vor radioaktiver
Verstrahlung zu sichern und gegen das Endlager zu klagen."
Schacht Konrad liegt lediglich drei Kilometer vom Stadtrand Braunschweigs
und 12 Kilometer vom Stadtzentrum entfernt. Würde das atomare Endlager
dort in Betrieb gehen, würde die Braunschweiger Bevölkerung erheblichen
gesundheitlichen Risiken ausgesetzt. Außerdem hätte das Lager massive
Auswirkungen auf künftige Bebauungspläne in Braunschweig. Daher war die
Stadt Braunschweig neben den Gemeinden Salzgitter und Wolfenbüttel 1992
selbstbewusst als Einwenderin gegen das Endlager aufgetreten. Doch diese
Haltung hat sich seit dem Amtsantritt von CDU-Oberbürgermeister Hoffmann
geändert.
Dabei muss der Stadt Braunschweig daran gelegen sein, Gefahren von der
Bevölkerung abzuwenden. So werden, sobald das Lager in Betrieb genommen
ist, immer mehr Atommülltransporte durch die Region
Salzgitter/Braunschweig rollen. Wie diese Transporte die Bevölkerung
gefährden, wurde in dem Genehmigungsverfahren aber erst gar nicht
untersucht. Auch ein Störfall im Bergwerk könnte wegen der räumlichen Nähe
für die BürgerInnen Braunschweigs zu einer großen Gefahr werden. Strahlung
macht nicht vor Stadtgrenzen Halt.
"Die Mitglieder des Braunschweiger Rates", so Sattari "sind heute
gefordert, eine weitreichende Entscheidung zum Wohl oder Wehe ihrer
BürgerInnen zu treffen. Dies ist eine große Verantwortung, die sie nicht
kurzsichtigen finanziellen oder parteipolitischen Interessen opfern
dürfen."
Jürgen Sattari, Vorstand, juergen.sattari@robinwood.de, Tel. 0171 / 28 59 622
Ute Bertrand, ROBIN WOOD-Pressesprecherin, Tel. 040 / 380 892-22
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